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Ab aufs Feld: Erdbeeren selbst pflücken

Zur Erdbeersaison locken viele Höfe mit Angeboten zum Selbstpflücken. Ein Ausflug zum Erdbeerfeld lohnt sich nicht nur für Familien.

Naschen ist auf den Selbstpflückfeldern meist ausdrücklich erlaubt.
Quelle: famveldman - stock.adobe.com

Man muss keinen eigenen Garten haben, um in den Genuss vollreifer, noch sonnenwarmer Erdbeeren zu kommen. Vor allem während der Haupterntesaison von Mitte Mai bis Ende Juli weisen vielerorts große Tafeln und Verkaufsstände auf Angebote zum Selbstpflücken hin.

Für Familien wird der Ausflug zum Erdbeerfeld schnell zum jährlich wiederkehrenden Ritual, denn Kinder wähnen sich auf den weitläufigen Feldern im Paradies: Erdbeeren, soweit das Auge reicht – und Naschen während des Pflückens ist in der Regel ausdrücklich erlaubt.

Viele Kinder sehen hier zum ersten Mal die Pflanzen, von denen die beliebten roten Früchte stammen. Auch für Erwachsene halten die Erdbeerfelder manche Überraschung bereit, denn oft kann man sogar gezielt bestimmte Sorten pflücken.

Beim unmittelbaren Vergleich wird schnell klar, ob beispielsweise ’Elsanta‘, ’Senga Sengana‘ oder doch die bereits 1925 gezüchtete Sorte ’Mieze Schindler‘ die persönliche Favoritin ist. Vielleicht erhält die jeweilige Lieblingssorte anschließend ja sogar einen Platz im eigenen Garten oder im Balkonkasten.

Aromatisch und preiswert

Vollreif und frisch von der Pflanze schmecken Erdbeeren einfach unvergleichlich gut. Noch dazu sind die selbst geernteten Früchte ausgesprochen preiswert. Zwar unterliegen die Preise wie bei allen pflanzenbaulichen Erzeugnissen Schwankungen und sind beispielsweise von der Witterung und den zu erwartenden Erntemengen abhängig. Diese Schwankungen spiegeln sich jedoch auch in den Ladenpreisen wieder, und im Vergleich dazu sind die selbstgepflückten Früchte nahezu immer günstiger.

Tipps für den Besuch

Erdbeerfelder liegen meist verkehrsgünstig an Ortsrändern und Landstraßen und lassen sich sowohl mit dem Auto als auch mit dem Fahrrad gut erreichen. Einem spontanen Besuch der Erdbeerfelder steht nichts im Wege, denn üblicherweise kann man an den Verkaufsständen für kleines Geld stabile Pappkörbe erwerben. Oft werden zudem bereits gepflückte Erdbeeren oder auch verarbeitete Produkte wie Erdbeerkonfitüre angeboten.

Korb statt Plastikeimer: Erdbeeren mögen es luftig.
Quelle: akf - stock.adobe.com

Routinierte Besucherinnen und Besucher bringen ihre eigenen Behälter mit. Die Gefäße werden vor dem Pflücken am Verkaufsstand ausgewogen, damit beim Wiegen nach der Ernte auch wirklich nur das Gewicht der gepflückten Erdbeeren zu Buche schlägt.

In leichten (Span-)Körben bekommen die Erdbeeren noch etwas Luft ab und lassen sich dennoch gut transportieren; in Eimern und anderen Kunststoffgefäßen matschen sie tendenziell schneller, vor allem, wenn viele Lagen übereinandergestapelt werden.

Aktuell informieren

Informationen über Selbstpflückfelder in der Region sind im Internet leicht zu finden, beispielsweise auf den Seiten der örtlichen Tageszeitung oder über eine Suchmaschine. Wer einen Besuch bei einem bestimmten Feld plant, sollte sich vorab über die Öffnungszeiten informieren: Der Erntebeginn hängt von den jeweils aufgepflanzten Sorten und der aktuellen Witterung ab. Manche Betriebe haben im Erntezeitraum sieben Tage die Woche und bei jedem Wetter geöffnet (Strohauflagen zwischen den Reihen verhindern nach einem Regenschauer nasse Füße), andere öffnen nur an bestimmten Tagen oder schließen, wenn dauerhafte Bewölkung oder Regen angekündigt sind.

Tipp: Vormittags ist es noch nicht allzu heiß und das Pflücken geht leichter von der Hand als an einem heißen Sommernachmittag.

Nicht nur Erdbeeren locken

Neben Erdbeeren werden in vielen Regionen auch andere Kulturen zum Selbsternten angeboten, beispielsweise Heidelbeeren, Himbeeren, Äpfel oder Kürbisse, seltener auch Kirschen, Zwetschen, Birnen, Kartoffeln oder Walnüsse.

Ebenfalls weit verbreitet sind Schnittblumenfelder. Hier können Sie im Frühling zum Beispiel Tulpen und Narzissen schneiden, im Sommer Bart-Nelken, Gladiolen oder Sonnenblumen und vom Spätsommer bis in den Herbst hinein Dahlien.

Ein Messer oder eine Schere für den Schnitt ist in der Regel vorhanden. Abgerechnet wird häufig über eine "Kasse des Vertrauens", in die man den errechneten Betrag legt oder einwirft.

Selbstpflückanlagen sind für die Betriebe keineswegs Selbstläufer oder "Restflächen", sondern werden professionell bewirtschaftet. Oft entsteht sogar ein deutlicher Mehraufwand, etwa weil ein Betrieb mehrere Sorten auf kleiner Fläche zur Verfügung stellen möchte, oder durch die freizuhaltenden Parkflächen. Meist werden abends zudem noch einmal professionelle Pflückerinnen und Pflücker durch die Reihen geschickt, damit keine vollreifen oder beschädigten Früchte hängenbleiben und dadurch das Risiko von Pflanzenkrankheiten steigt.

Für viele Anbieterinnen und Anbieter dienen Selbstpflückfelder vorrangig der Kundenbindung und sie geben sich große Mühe, um ein ansprechendes Umfeld zu schaffen und dem Besuch auf dem Feld Erlebnischarakter zu verleihen. Dabei nehmen sie bisweilen ein nicht unerhebliches wirtschaftliches Risiko in Kauf, denn bei ungünstiger Witterung (zu kühl, zu feucht, zu heiß), kommt deutlich weniger Kundschaft als erhofft.

Verbraucherinnen und Verbraucher honorieren diese Bemühungen, indem sie beim Pflücken sorgfältig mit den Pflanzen umgehen, nicht wild zwischen den Reihen wechseln, sondern sich an die zugewiesenen Bereiche halten, und der Bitte nachkommen, sorgfältig durchzupflücken und dabei auch mal unter die Blätter zu schauen. Auf diese Weise lohnen sich Selbsterntefelder für beide Seiten und man kann sich auch in Zukunft auf dieses besondere Erlebnis freuen.


Weitere Informationen

Bundeszentrum für Ernährung (BZfE): Erdbeeren - Vom Feld bis in die Küche


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