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Fruchtfolgen im Ackerbau

Die wichtigste Grundlage für erfolgreichen Ackerbau ist ein gesunder Boden. Ganz entscheidende Bedeutung kommt dabei der Fruchtfolge zu.

Rübe wächst aus der Erde heraus
Die Rübe ist als tragende Kulturpflanze ein beliebtes Fruchtfolgeglied.

Fruchtfolge - was ist das?

Als Fruchtfolge wird der Wechsel von bestimmten Fruchtarten auf einer Ackerfläche in einer festgelegten Reihenfolge bezeichnet. Landwirtinnen und Landwirte legen für ihren Betrieb über mehrere Jahre eine Anbaufolge von Früchten fest. Sie orientiert sich an der Beschaffenheit des Bodens, den Standortansprüchen und dem betrieblichen Schwerpunkt.

Die Fruchtfolge ist für den Erhalt und die Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit bedeutsam. Sie sichert langfristig Erträge und trägt zur Gesunderhaltung und Entwicklung des Bodens bei. Je einseitiger die Fruchtfolge ist, umso größer wird die Gefahr bodengebundener Krankheiten. Ziel der Fruchtfolge ist eine ausgewogene, auf den Boden und Pflanzenfolge angepasste Nährstoffversorgung.

Grundsätze der Fruchtfolge

Für die Ausgestaltung der Fruchtfolge zieht der Landwirt pflanzenbauliche und betriebswirtschaftliche Kriterien heran. Die Ackerflächen, das Anbauverhältnis und die Fruchtarten legen im landwirtschaftlichen Betrieb die Fruchtfolge fest. Der Landwirt legt den prozentualen Anteil der einzelnen Früchte an der Ackerfläche fest. Er berücksichtigt die Verträglichkeit der Kulturpflanzen untereinander und die Selbstverträglichkeit. Biologische und ökonomische Zwänge sorgen dafür, dass Feldfrüchte in einer bestimmten zeitlichen Aufeinanderfolge und regelmäßig wiederkehren.

Als Fruchtfolgepaar sieht man die Verbindung von zwei Hauptfrüchten an. Die erstangebaute bezeichnet man als Vorfrucht, die zweitgenannte als Nachfrucht. Die Vorfrucht hat eine besondere Bedeutung, da sie maßgeblich zur Ertragsbildung der Folge- bzw. Nachfrucht beiträgt. Eine Fruchtfolge wird so eingerichtet, dass die Nachfrucht den Vorfruchtwert ausnutzen kann.

Die Fruchtfolgesysteme werden in Fruchtfolgeglieder unterteilt. Diese bestehen jeweils aus einer Blattfrucht und einer Halm- und Nachfrucht.

Blattfrüchte sind alle Nichtgetreidearten einschließlich Grün- und Silomais und Ackergras. Mit der Blattfrucht beginnt eine Fruchtfolge. Sie wird als tragende Fruchtart bezeichnet.

Halm-und Nachfrüchte sind alle Getreidearten einschließlich Körnermais sowie alle Getreide-Hülsenfruchtgemenge mit weniger als 30 Prozent Hülsenfrüchten. Sie werden als abtragende Fruchtarten bezeichnet.

Die Anzahl der Halmfrüchte, die mit einer oder mehreren Blattfrüchten gekoppelt sind, legt die Zahl der Fruchtfolgeglieder fest (siehe Tabelle unten).

Gestaltung der Fruchtfolge

Für Abfolge einer Fruchtfolge ist die Verträglichkeit von Pflanzen untereinander und mit sich selbst zu berücksichtigen. Roggen, Mais, Kartoffeln, Speisebohnen und Tabak sind mit sich selbst verträglich und können mehrfach hintereinander angebaut werden. Mit sich selbst unverträgliche Pflanzen wie Weizen, Gerste, Hafer, Klee, Luzerne, Erbsen, Rüben und Lein müssen im Wechsel angebaut werden. Ein ausgewogenes Blatt-Halmverhältnis wird im Sinne einer gesunden Bodenstruktur angestrebt.

Eine geregelte Fruchtfolge ist ein Wechsel aus

Beispiele für Fruchtfolgen

ZweifelderwirtschaftDreifelderwirtschaftViefelderwirtschaftFünffelderwirtschaft
Blatt - HalmBlatt – Halm- HalmBlatt – Halm – Halm - HalmBlatt – Halm – Halm – Halm - Halm
ZuckerrübenZuckerrübenZuckerrübenAckerbohnen
SommergersteSommerweizenWinterweizenWinterweizen
WintergersteWintergersteSommerweizen
HaferSommergerste
Hafer

In Betriebe mit vielen Tieren beeinflusst zudem der Futterbau die Fruchtfolgeplanung. Kleegras und Lupinen werden in die Rotation der Fruchtarten eingebaut.


Weitere Informationen

 Oekolandbau.de: Fruchtfolge im ökologischen Landbau


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