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Was kosten Lebensmittel in anderen Ländern?

Oft heißt es, die Deutschen gäben weniger als ihre europäischen Nachbarn für Lebensmittel aus. Stimmt das? Und was kosten Lebensmittel anderswo?

In Deutschland liegt das Preisniveau für Lebensmittel leicht über dem EU-Durchschnitt. Im Verhältnis fallen die Ausgaben für Lebensmittel hier aber recht gering aus.
Quelle: andresr via Getty Images

In Deutschland werden Lebensmittel immer teurer. Das ist nicht nur gefühlt, sondern auch tatsächlich so, gilt inflationsbedingt allerdings für nahezu alle Konsumgüter. Betrachtet man den Verbraucherpreisindex des Statistischen Bundesamtes lässt sich feststellen, dass die Verbraucherpreise für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke zwischen 2015 und 2021 um mehr als neun Prozent gestiegen sind.

Für einen Warenkorb mit Lebensmitteln, der 2015 100 Euro gekostet hätte, wären 2021 also rund 109 Euro zu zahlen gewesen. 1995 waren es etwa 75 Euro.

Die Unterschiede von einem Jahr zum nächsten sind in Deutschland also relativ gering. Sehr viel größere Unterschiede fördert ein Vergleich der EU-Länder untereinander zutage.

Um die Lebensmittelpreise aller europäischen Länder vergleichen zu können, erstellt die europäische Statistikbehörde Eurostat sogenannte Preisniveauindizes: Liegt der Preisniveauindex eines Landes über 100, sind die Produkte dort teurer als im EU-Durchschnitt, liegt der Index unter 100 sind sie günstiger.

Am teuersten sind Lebensmittel in Luxemburg

Um Lebensmittelpreise in Europa miteinander vergleichen zu können, stellt Eurostat einen repräsentativen Warenkorb zusammen.
Quelle: Ljupco via Getty Images

Die letzte Preisniveau-Erhebung hat Eurostat im Jahr 2020 durchgeführt. Danach liegt das Preisniveau für Lebensmittel in Deutschland mit knapp 103 Prozent nur geringfügig über dem EU-Durchschnitt. Sehr viel teurer sind Lebensmittel dagegen in Luxemburg, das mit 125 Prozent das EU-weit höchste Preisniveau für Lebensmittel hat – gefolgt von Irland und Dänemark (121 %), Finnland, Schweden und Malta (115 %).

Am wenigsten zahlen die Rumänen für ihre Lebensmittel. Dort liegt das Preisniveau bei 69 Prozent. Vergleichsweise niedrige Preisniveaus haben auch Polen (73 %) und Bulgarien (79 %).

Die Deutschen geben vergleichsweise wenig für Lebensmittel aus

In keinem anderen EU-Land machen Lebensmittel einen so hohen Anteil an den Konsumausgaben der Haushalte aus wie in Rumänien.
Quelle: coldsnowstorm via Getty Images

Setzt man diese Zahlen in Bezug zum Einkommensniveau in den jeweiligen Ländern wird allerdings schnell klar, dass in Rumänien nur Urlauber günstig essen und trinken und für Luxemburger, Iren und Dänen das deutlich höhere Preisniveau wirtschaftlich kein Problem darstellt.

Die Eurostat-Zahlen zu den Konsumausgaben der privaten Haushalte 2020 zeigen, dass die Menschen in Rumänien 23,1 Prozent ihrer Konsumausgaben für Lebensmittel aufwenden. Das ist EU-weit der Spitzenwert, während sich Luxemburg und Irland mit 9,5 bzw. 9,8 Prozent am anderen Ende der Skala wiederfinden. Franzosen (15 %) und Italiener (16,7 %) liegen über dem EU-Durchschnitt von 14,8 Prozent, die Deutschen mit 12 Prozent darunter.

Letzte Aktualisierung: 27. Januar 2022


Weitere Informationen

Eurostat: Verbraucherpreisniveaus in der EU 2019

Eurostat: Konsumausgaben der privaten Haushalte nach Verwendungszwecken – Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke


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