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Was kosten Lebensmittel in anderen Ländern?

Oft heißt es, die Deutschen gäben weniger als ihre europäischen Nachbarn für Lebensmittel aus. Stimmt das? Und was kosten Lebensmittel anderswo?

In Deutschland liegt das Preisniveau für Lebensmittel leicht über dem EU-Durchschnitt. Im Verhältnis fallen die Ausgaben für Lebensmittel hier aber recht gering aus.
Quelle: andresr via Getty Images

In Deutschland werden Lebensmittel immer teurer. Das ist nicht nur gefühlt, sondern auch tatsächlich so, gilt inflationsbedingt allerdings für nahezu alle Konsumgüter. Betrachtet man den Lebensmittelpreisindex des Statistischen Bundesamtes lässt sich feststellen, dass die Verbraucherpreise für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke zwischen 2015 und 2018 um sechs Prozent gestiegen sind.

Für einen Warenkorb mit Lebensmitteln, der 2015 100 Euro gekostet hätte, wären 2018 also 106 Euro zu zahlen gewesen. 1995 waren es knapp 75 Euro.

Die Unterschiede von einem Jahr zum nächsten sind also relativ gering. Sehr viel größere Unterschiede fördert ein Vergleich der EU-Länder untereinander zutage.

Um die Lebensmittelpreise aller europäischen Länder vergleichen zu können, erstellt die europäische Statistikbehörde Eurostat sogenannte Preisniveauindizes: Liegt der Preisniveauindex eines Landes über 100, sind die Produkte dort teurer als im EU-Durchschnitt, liegt der Index unter 100 sind sie günstiger.

Am teuersten sind Lebensmittel in Dänemark

Um Lebensmittelpreise in Europa miteinander vergleichen zu können, stellt Eurostat einen repräsentativen Warenkorb zusammen.
Quelle: Ljupco via Getty Images

Die letzte Preisniveau-Erhebung hat Eurostat im Jahr 2018 durchgeführt. Danach liegt das Preisniveau für Lebensmittel in Deutschland mit 102 Prozent nur geringfügig über dem EU-Durchschnitt. Sehr viel teurer sind Lebensmittel dagegen in Dänemark, das mit 130 Prozent das EU-weit höchste Preisniveau für Lebensmittel hat – gefolgt von Österreich und Luxemburg mit je 125 Prozent, Irland und Finnland (je 120 %), Schweden (117 %) und Frankreich (115 %).

Am wenigsten zahlen die Rumänen für ihre Lebensmittel. Dort liegt das Preisniveau bei 66 Prozent. Vergleichsweise niedrige Preisniveaus haben auch die Länder Polen (69 %) und Bulgarien (76 %). 

Besonders hohe Preisniveau-Unterschiede bei Fleisch

Betrachtet man die Lebensmittelgruppe Fleisch, fällt auf, dass dort die Preisunterschiede noch größer sind als bei anderen Lebensmitteln. Während auch hier die Rumänen, Polen (je 63 %) und Bulgaren (64 %) am wenigsten tief in die Tasche greifen müssen, liegt das Preisniveau für Fleisch in Österreich (146 %) und Luxemburg (142 %) weit mehr als doppelt so hoch. Auch hier liegt Deutschland mit 106 Prozent leicht über dem EU-Durchschnitt. 

Die Deutschen geben vergleichsweise wenig für Lebensmittel aus

In keinem anderen EU-Land machen Lebensmittel einen so hohen Anteil an den Konsumausgaben der Haushalte aus wie in Rumänien.
Quelle: coldsnowstorm via Getty Images

Setzt man diese Zahlen in Bezug zum Einkommensniveau in den jeweiligen Ländern wird allerdings schnell klar, dass in Rumänien nur Urlauber günstig essen und trinken und für Österreicher und Luxemburger das deutlich höhere Preisniveau wirtschaftlich kein Problem darstellt.

Die Eurostat-Zahlen zu den Konsumausgaben der privaten Haushalte zeigen, dass die Menschen in Rumänien 27,8 Prozent ihrer Konsumausgaben für Lebensmittel aufwenden. Das ist EU-weit der Spitzenwert, während Österreich und Luxemburg mit 9,7 bzw. 9,1 Prozent sich am anderen Ende der Skala wiederfinden. Nur in Irland (8,7%) und Großbritannien (7,8%) ist der Lebensmittel-Anteil an den Konsumausgaben noch geringer. Franzosen (13,1%) und Italiener (14,1%) liegen über dem EU-Durchschnitt von 12,1 Prozent, die Deutschen mit 10,8 Prozent darunter.


Weitere Informationen

Eurostat: Verbraucherpreisniveaus in der EU 2018


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