Aprikosen
Letzte Aktualisierung: 14. September 2026
Aprikosen sind beliebte Sommerfrüchte. Wir zeigen den Anbau und geben Einkaufstipps.
In Kürze:
- Aprikosen werden hauptsächlich aus dem Mittelmeerraum importiert; der kleine heimische Aprikosenanbau erfolgt überwiegend in Weinbaugebieten.
- Aprikosen bevorzugen warme, trockene Sommer und kühle Winter.
- Die empfindlichen Früchte müssen schonend behandelt werden und lassen sich nur kurz lagern.
- Einkaufstipps: Die Früchte sollten prall sein und keine grünen oder braunen Stellen haben.
- Reife Früchte sollten schnell verzehrt oder wenige Tage im Kühlschrank aufbewahrt werden; harte Früchte reifen bei Zimmertemperatur nach.
Die Aprikose gehört zu den Steinobstarten, und ist somit nah mit Kirschen und Pflaumen verwandt. Ihr Ursprung liegt in Zentralasien und China. Dort ist auch heute noch die größte Vielfalt an Wild- und Kulturformen zu finden.
Aprikosen werden seit mehr als 5.000 Jahren kultiviert, erreichten im 4. Jahrhundert vor Christus die Türkei und gelangten im 1. Jahrhundert vor Christus nach Griechenland und Italien. In ganz Europa verbreitet, brachten die Spanier sie Anfang des 18. Jahrhunderts nach Amerika.
Woher kommen unsere Aprikosen?
Heute werden die meisten Aprikosen im Mittelmeerraum, dem Nahen Osten und Zentralasien angebaut.
Deutschland gehört zu den weltweit größten Importeuren von frischen Aprikosen. Die Hauptsaison umfasst die Monate Mai bis September, in denen Deutschland hauptsächlich aus dem Mittelmeerraum beliefert wird. Von Dezember bis Februar erhalten wir geringe Zufuhren aus Südafrika und anderen Ländern der Südhalbkugel. Die kleine heimische Erzeugung im Freiland erfolgt überwiegend im Weinbauklima in Süd- und Mitteldeutschland, teilweise auch im geschützten Anbau bis hinauf nach Schleswig-Holstein. Die Vermarktung von Ende Juni bis Anfang September erfolgt meist regional.
Sortenvielfalt von Aprikosen
Aprikosen werden vier bis acht Zentimeter groß, sind rund oder rundoval geformt, teilweise seitlich abgeplattet und weisen als typisches Merkmal eine vom Stiel bis zum Blütenende verlaufende, flache Bauchnaht oder tiefe Furche auf, die die Frucht in zwei Hälften teilt. Die raue, glatte oder samtig behaarte Haut ist hellgelb, gelb oder orange gefärbt und sonnenseits oft violettrot gepunktet oder flächig rot überhaucht. Einige neue Sorten sind ganzflächig rot oder sogar dunkel violettrot gefärbt. Das Fruchtfleisch ist je nach Sorte weiß, gelb, orange oder rot gefärbt, bei Vollreife saftig und löst mehr oder weniger leicht vom braunen Steinkern. Dieser enthält einen mandelähnlichen Samen, aus dem zum Beispiel Persipan hergestellt wird. Vor dem Verzehr größerer Mengen bitter schmeckender Aprikosensamen wird wegen ihres hohen Amygdalin-Gehalts gewarnt, da beim Verdauen giftige Blausäure freigesetzt wird.
Die Zahl der Aprikosensorten ist unüberschaubar groß und es kommen ständig neue hinzu, die ältere Sorten ersetzen. Unterschieden werden die Sorten zunächst hinsichtlich ihrer Eignung für den jeweiligen Verwendungszweck: Frischmarkt, Trocknung oder Konserven. Die einzelnen Sorten unterscheiden sich neben den Baumeigenschaften unter anderem hinsichtlich Reifezeit, Ertrag, Größe, Form, Festigkeit, Fleisch- und Hautfarbe, Aroma, Saftigkeit, Fleischhaftung am Stein, Essbarkeit der Samen, Gleichmäßigkeit der Reife und Lagerfähigkeit.
Beispiele für sehr frühe und frühe Sorten
Colorado, Borsalino, EA 5016-Tsunami®, Fiesta Cot, Fuego, Maya Cot, Mikado, Pricia-Carmingo®, Primassi-Carmingo®, Smart Cot.
Beispiele für mittlere Sorten
Aviclo-Bergeval®, Avirine-Bergarouge®, Flopria, Gartenaprikose-Sonnenschein®, Kioto, Lady Cot, Liligat, Mediabel, Robada, Rougibon-Rougecot®, Rubissia-Rubyngo®, Vanilla Cot.
Beispiele für späte Sorten
Agostino, Congat, Aviera-Helena du Roussillon®, Bergeron, Faralia, Farclo, Farlis, Frisson, Madrigal, Winnie Cot.
Zuckeraprikosen
Die kleinfrüchtigen, hellgelben Aprikosen der türkischen Sorten Şekerpare und Hacıhaliloğlu – im Handel als „Zuckeraprikosen“ – sind vollreif sehr süß und hauptsächlich für die Trocknung bestimmt, haben aber auch auf dem Frischmarkt Bedeutung.
Welche Nährstoffe sind in Aprikosen enthalten?
Aprikosen enthalten durchschnittlich 8,5 Gramm Kohlenhydrate (überwiegend Saccharose, gefolgt von Glucose, Fructose und Sorbit), 1,5 Gramm Ballaststoffe, 1,4 Gramm Fruchtsäuren (Äpfel- und Zitronensäure) sowie 0,7 Gramm Mineralstoffe. Sie weisen unter allen Kern- und Steinobstarten die höchsten Gehalte an Kalium, Eisen und ß-Carotin (Provitamin A) auf. Die Farbstoffe Cryptoxanthin und Lutein haben eine antioxidative Wirkung, schützen also die Körperzellen. Je dunkler orange die Fleischfarbe, desto höher ist der Carotinoidgehalt. Ferner enthalten sie nennenswerte Mengen an B-Vitaminen, vor allem Niacin (Vitamin B3).
Anbau von Aprikosen
Aprikosenbäume gedeihen am besten in kontinentalem, gemäßigtem Klima mit warmen, trockenen Sommern und kühlen Wintern. Sie werden häufig zur Hohlkrone geschnitten, einer eher traditionellen Baumform. Die Bäume sind zwei bis drei Meter hoch und haben eine ausladende Krone, aber keinen Mitteltrieb. Ähnlich wie beim Apfel werden vermehrt besonders kleine und schmale Bäume gepflanzt, die viel enger stehen können. Diese lassen sich leichter beernten und habe pro Fläche einen höheren Ertrag als größere Bäume.
Die blassrosa bis weißen Blüten stehen meist einzeln am mehrjährigen Holz und treiben früh im Jahr aus, wodurch sie spätfrostgefährdet sind. Die meisten europäischen Sorten sind selbstfruchtbar, einige der neueren Sorten jedoch selbstunfruchtbar und benötigen daher eine oder mehrere Bestäubersorten.
Quelle: Christian Handl via Getty Images
Ernte von Aprikosen
Sehr frühe Sorten benötigen 70, sehr späte Sorten 140 Tage von der Blüte bis zur Ernte. Aprikosen reifen nicht gleichzeitig aus, müssen daher zwei- bis viermal durchgepflückt werden. Die sehr empfindlichen Früchte verlangen eine äußerst schonende Ernte, Behandlung und Verpackung. Pflückreife Früchte sind noch fest, sollten aber keine Grüntöne mehr in Haut und Fleisch aufweisen. Damit ist gewährleistet, dass die Früchte durch die Nachreife süß, saftig und aromatisch schmecken.
Lagerung von Aprikosen
Aprikosen sind kein Lagerobst, sie können im Kühlhaus aber bei 0 bis 1 Grad Celsius und 92 bis 95 Prozent relativer Luftfeuchtigkeit circa zwei Wochen, einige festfleischige Sorten auch bis zu vier Wochen gelagert werden. Im Kühlschrank halten sie sich etwa eine halbe Woche. Unreife Früchte reifen bei Zimmertemperatur in wenigen Tagen nach und werden weicher und süßer.
Einkaufstipps für Aprikosen
Farbe der Haut
Die Hautfarbe ist sortentypisch und reicht von Hellgelb über Gelb und Orange bis Rot. Eine rote Backe bei Aprikosen ist ein Sortenmerkmal und kein Zeichen für Reife. Grüntöne in Haut und Fleisch bedeuten, dass die Frucht zu früh geerntet wurde. Sie reift dann nicht mehr ausreichend nach.
Frische
Die Früchte müssen prall und fest sein mit leuchtender Farbe. Matt aussehende, weiche Früchte mit runzeliger Haut sind überreif oder überlagert.
Keine Risse, Druckstellen oder Beschädigungen
Aprikosen müssen bei Ernte, Aufbereitung und Transport sehr sorgfältig behandelt werden. Sie entwickeln bei Druck braune Stellen und verderben schnell.
Aprikosen können je nach Sorte bei Regen oder hoher Luftfeuchtigkeit zum Zeitpunkt der Baumreife platzen, oft an der Bauchnaht oder in der Stielgrube. Geplatzte Früchte bieten Eintrittspforten für Fäulniserreger und sollten möglichst schnell verzehrt werden.
Keine Faulstellen
Aprikosen können schon zum Zeitpunkt der Blüte oder über Verletzungen mit Pilzerregern infiziert werden. Reifende Früchte zeigen dann zuerst kleine Faulstellen, die sich rasch vergrößern. Früchte mit Faulstellen sind nicht zum Verzehr geeignet.
