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10 Tipps gegen Schnecken im Garten

In feuchten Sommern können Nacktschnecken zur wahren Plage werden. Der Katalog der Rezepte gegen Schnecken ist lang, eine hundertprozentige Erfolgsgarantie gibt es jedoch nicht.

Schnecke auf einem Blatt
Schnecken mögen gerne Salat!
Quelle: istock.com - erwo1

Jedes Jahr aufs Neue kommen bei vielen Hobbygärtnerinnen und Hobbygärtnern Rachegefühle auf, wenn sie ihre Salatpflänzchen bis auf den Strunk abgefressen vorfinden und die verräterische Spur auf einen der nächtlichen Besucher hinweist. Meistens hilft nur eine Kombination verschiedener Methoden, um der Weichtiere Herr zu werden.

1. Das Beet möglichst trocken halten 

Trockenheit ist der größte Feind der Schnecken. Daher ist es sinnvoll, die Bewässerung von den Abend- auf die Morgenstunden zu verlegen. Außerdem sollte auf das flächendeckende Wässern mit Schlauch oder Regner verzichtet werden. Ein gezieltes Gießen der Kulturpflanzen sorgt dafür, dass die Zuwanderungswege trocken bleiben. Bei besonders empfindlichen Pflanzenarten wird empfohlen, nur eine sehr dünne oder besser gar keine Mulchschicht aufzutragen, damit der Boden schneller abtrocknen kann.

2. Breite Schutzstreifen anlegen 

Rund 30 bis 50 Zen­ti­me­ter breite Schutzstreifen aus Branntkalk, Gesteinsmehl, Sand, Sägemehl oder Gerstenspreu haben eine entfeuchtende Wirkung und eine raue Oberfläche, die von Schnecken gemieden wird. Der Branntkalk verätzt den Weichtieren zudem ihre Sohle. Nach Regenfällen müssen die Schutzstreifen jedoch erneuert werden, da ihre Wirksamkeit bei Nässe nachlässt. Bei der Anlage von Schutzstreifen ist es wichtig, dass innerhalb der Barriere alle Schnecken abgesammelt werden.

3. Schneckenzäune errichten 

Schneckenzäune zählen zu den zuverlässigsten, aber auch teuersten Maßnahmen gegen Schnecken. Die aus verzinktem Blech bestehenden Zäune sind am oberen Rand rechtwinklig nach außen gebogen, was für die Schnecken eine unüberwindbare Barriere darstellt. Wichtig ist es auch hier, alle Schnecken innerhalb der Barriere abzusammeln. Außerdem sollten keine Pflanzen zu nah am Zaun stehen, da diese sonst als Kletterhilfen benutzt werden.

Einige Blumentöpfe aus Plastik stehen verkehrt herum und mit aufgeschnittenem Boden um junge Pflanzen herum.
Viele Hobbygärtnernde experimentieren gerne, wenn es um den Schutz der jungen Gemüsepflanzen gegen Schnecken geht.
Quelle: BLE / Ilka Nienhoff

4. Bierfalle aufstellen 

Die Bierfalle zählt zu den Klassikern der Schneckenbekämpfung, ist jedoch umstritten. Ihre große Anziehungskraft bewirkt nämlich, dass auch Schnecken aus dem Nachbargarten angezogen werden. Außerdem fällt nur ein geringer Teil der Weichtiere tatsächlich in die Fallen hinein.

Sinnvoll sind Bierfallen hingegen in Kombination mit einem Schneckenzaun: Dort wirken sie gegen gut versteckte Schnecken innerhalb der Umzäunung. Beim Eingraben darf der Becherrand ruhig ein bis zwei Fingerbreit aus der Erde schauen. Auf diese Weise ist der "Beifang" geringer.

5. Gezielt Nützlinge einsetzen

Nematoden der Art Phasmarhabditis hermaphrodita sind Parasiten diverser Nacktschneckenarten und schädigen diese. Die unter Artenschutz stehende Weinbergschnecke verschonen sie jedoch. Die für das menschliche Auge unsichtbaren Fadenwürmer kommen auch natürlicherweise im Boden vor und sind für Menschen und Haustiere absolut ungefährlich. Innerhalb eines Schneckenzauns ist ihr Einsatz am effektivsten.

6. Schnecken absammeln 

Das Absammeln ist eine einfache und wirkungsvolle, aber arbeitsintensive Methode. Geeignete Zeiten, um Schnecken zu sammeln, sind die späten Abendstunden oder nach einem warmen Regen ganz früh morgens. Lockpflanzen wie Tagetes oder das Auslegen von Ködern wie Salat, Kohl- und Rhabarberblättern vereinfachen das Auffinden der kleinen Gartenräuber. Auch unter ausgelegten Brettern verstecken sie sich gern.

7. Natürliche Feinde fördern 

Zu den natürlichen Gegenspielern von Schnecken zählen Igel, Kröten, Spitzmäuse, Zaun-Eidechsen, Blindschleichen sowie diverse Vögel. Viele dieser "Schneckenfeinde" können durch die Anlage von Holzstapeln, Reisig- oder Steinhaufen gefördert werden.

8. Abschrecken mit Pflanzen und Extrakten

Vielen Pflanzen wie Lavendel, Pfefferminze, Rosmarin, Salbei oder Thymian wird eine abschreckende Wirkung auf Schnecken nachgesagt. Ebenso gelten diverse Pflanzenextrakte, zum Beispiel aus Farnkraut oder Lebermoos als schneckenfeindlich.

9. Laufenten und Hühner halten 

Indische Laufenten sind richtige Schneckenliebhaber, die ganze Heerscharen der schleimigen Biester vertilgen können. Hühner hingegen säubern das umliegende Gelände von Schneckeneigelegen – erfreuen sich aber ebenso wie Enten auch gerne an den frischen Salatpflanzen im Gemüsegarten. Eine Anschaffung ist allerdings nur für große Gärten und mit ausreichend Wissen zur artgerechten Tierhaltung empfehlenswert.

10. Schneckenkorn ausbringen

Die Anwendung von Schneckenkorn sollte im Hobbygartenbereich nach Möglichkeit das letzte Mittel sein, wenn andere Methoden versagen.

Bei allem Ärger über Fraßschäden sollte zudem bedacht werden, dass nicht alle Schneckenarten Schäden anrichten, sondern vielmehr wichtige Bestandteile unzähliger Naturkreisläufe sind. So haben die meisten Schnecken als Schädlinge kaum Bedeutung, da sie überwiegend von totem Pflanzenmaterial leben. Einige Nacktschneckenarten helfen Gärtnerinnen und Gärtnern sogar, da sie die Eigelege der Schadschnecken fressen.

Letzte Aktualisierung: 21. Juni 2024


Weitere Informationen

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