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Blumenerde richtig lagern und verwenden

Was tun mit Erdresten? Warum riecht Blumenerde oft komisch? Sind Pilze auf dem Substrat gefährlich? Hier finden Sie Antworten auf gängige Fragen.

Paprika-Setzlinge in Torftöpfen
Die Qualität der Blumenerde entscheidet maßgeblich über den Anzuchterfolg.
Quelle: Petra Schüller- stock.adobe.com

Lange genug mussten sich Gartenfans gedulden, jetzt beginnt sie endlich wieder, die Aussaatzeit. Die bunten Samentütchen liegen bereit. Jetzt heißt es, Töpfe, Schalen, Joghurtbecher und andere Pflanzgefäße mit Blumenerde zu befüllen. Oft wurde dafür neues Substrat gekauft, fast ebenso häufig finden sich jedoch noch angebrochene Erdsäcke vom vergangenen Jahr. In beiden Fällen tun sich beim Öffnen manchmal Fragen auf: Wieso riecht die neu erworbene Erde so komisch? Was tun, wenn Pilze auf der Erde vom Vorjahr sprießen? Kann man ausgetrocknetes Substrat noch verwenden?

Intensiver Geruch – kein Grund zur Sorge

Frisch geöffneten Erdsäcken entströmt mitunter ein Geruch, der in seiner Intensität schon fast unangenehm ist. Besonders häufig tritt das Phänomen bei Substraten auf, die organische Düngestoffe enthalten, beispielsweise Hornspäne, Hornmehl, Phytogrieß oder Guano. Auch bei torffreien Substraten und anderen Produkten, die Kompost oder Rindenhumus als Ausgangsstoff enthalten, ist oft eine intensive Geruchsentwicklung festzustellen. 

Orientierungshilfen beim Substratkauf

Die Qualität einer Blumenerde zeigt sich oft erst, wenn man den Sack öffnet beziehungsweise im Saisonverlauf. Auffallend günstige Produkte sind jedoch häufig von weniger guter Qualität. Ein Beispiel: Um möglicherweise vorhandenen Unkrautsamen in einzelnen Substratbestandteilen den Garaus zu machen, sind teils kostenintensive Produktionsschritte notwendig. Das schlägt sich im Preis nieder.

Eine Orientierungshilfe für Verbraucher bietet das RAL-Gütezeichen. Entsprechend gekennzeichnete Blumenerden werden regelmäßig von unabhängigen Laboren auf eine gleichbleibend hohe Qualität kontrolliert. Wichtige Kriterien sind beispielsweise ein für die ausgewiesenen Pflanzen optimaler pH-Wert, eine optimale Nährstoffversorgung, die Freiheit von Unkrautsamen und pflanzenschädigenden Stoffen sowie eine günstige Substratstruktur. Das Substrat muss ausreichend belüftet sein und darf nicht schon nach kurzer Zeit zusammensacken.

Sie bedeutet aber nicht, dass die Blumenerde „schlecht geworden“ ist. Der Geruch ist vielmehr ein Hinweis auf die Aktivität der im Substrat enthaltenen Mikroorganismen: Sie haben ihre Arbeit aufgenommen und bauen die organische Substanz in pflanzenverfügbare Nährstoffe um. Wen der Geruch stört, der öffnet die Erdsäcke am besten schon zwei, drei Tage vor der geplanten Verwendung, lockert das Substrat etwas auf und lässt es auslüften.

Lange Lagerzeiten vermeiden

Grundsätzlich ist es also erwünscht, dass aus der organischen Substanz im Substrat – oder auch aus im Produkt enthaltenem Langzeitdünger – kontinuierlich Nährstoffe freigesetzt werden. Zum Nachteil werden diese Prozesse lediglich, wenn Blumenerde lange lagert. Dann nämlich erhöht sich der Salzgehalt der Blumenerde, und das kann prinzipiell zu Pflanzenschäden führen. Auch der pH-Wert des Substrats kann sich während langer Lagerzeiten ändern, außerdem ist ältere Erde weniger strukturstabil und in der Folge schlechter belüftet.

Im Hobbygarten ist all das weniger dramatisch als im gewerblichen Gartenbau, dennoch ist frische Blumenerde immer die bessere Wahl. Länger gelagertes Substrat kommt, so es Not tut, am besten nicht pur zum Einsatz, sondern wird neu gekaufter Erde untergemischt.

Ähnliches gilt für ausgetrocknete Blumenerde: Die Qualität ist mit Sicherheit nicht mehr dieselbe. aber befeuchtet und in kleineren Mengen frischer Erde zugefügt, kann sie im Freizeitgartenbau notfalls weiterverwendet werden. Tipp: Indem Sie altes Substrat kompostieren, können Sie es ganz einfach wieder aufwerten.

Pilze auf der Blumenerde

Angebrochene Erdsäcke halten auch manche sichtbare Überraschung bereit. Noch ist nichts aktiv gepflanzt, da gucken einem aus dem Substrat bisweilen erste Bewohner entgegen: Pilze. Das ist weder schlimm noch weiter verwunderlich, denn als sogenannte Destruenten, also Zersetzer, siedeln sich Pilze überall dort an, wo totes organisches Material vorhanden ist. Auch nach dem Topfen sind sie mitunter neben den eigentlich gesetzten Pflanzen anzutreffen. Wer sie grob entfernt und die Erdoberfläche leicht auflockert, hat zunächst einmal Ruhe und muss sich auch um benachbarte Gemüsepflanzen oder Kräuter keine Sorgen machen. 

Eine Ausnahme bilden Schimmelpilze. Ist insbesondere die Erde von Zimmerpflanzen regelmäßig von einer flaumigen Schimmelschicht bedeckt, kann es sinnvoll sein, die oberste Erdschicht zu entfernen oder die Pflanzen komplett umzutopfen. Allergiker sollten hier kein Risiko eingehen. Vor allem Schimmelpilze sind häufig auch ein Zeichen dafür, dass über einen längeren Zeitraum zu viel gegossen wurde oder die Erde schlecht durchlüftet ist. Kann übermäßiges Wässern als Ursache ausgeschlossen werden, ist möglicherweise die Blumenerde von minderer Qualität.

Erdreste richtig aufbewahren

Blumenerde sollte nicht auf Vorrat gekauft werden, sondern nach dem aktuellen Bedarf. Der eine oder andere Rest lässt sich aber oft kaum vermeiden. Dann gilt: Den Erdsack gut verschließen und möglichst kühl und schattig lagern, denn hohe Temperaturen und direkte Sonneneinstrahlung würden die ohnehin fortlaufenden Umwandlungsprozesse weiter beschleunigen.


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zwei Hände halten eine Gemüsepflanze, die im Blumentopf ist.

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