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Gemüse und Kräuter vom eigenen Balkon

Auch wer in der Stadt lebt, kann sein eigenes Gemüse ernten. Mit ein paar Quadratmetern Balkon und ein wenig Kreativität lässt sich selbst in der dritten Etage ein kleiner Nutzgarten anlegen.

Tomatenpflanze im Topf - Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster
Gemüsepflanze im Blumentopf
Quelle: iStock.com - Cottonfioc

Diverse Küchenkräuter für den täglichen Gebrauch und allerhand Fruchtgemüse oder Salate lassen sich prima auf dem Balkon kultivieren. Neben dem Nutzen als Nahrungsspender bieten die Farben und Formen vieler Gemüse- und Kräuterarten auch etwas fürs Auge: So haben beispielsweise rote Tomaten, gelbe oder orange Paprika oder die bunte (essbare) Blütenpracht von Schnittlauch, Kapuzinerkresse oder Borretsch einen sehr dekorativen Effekt.

Für Menschen, die sich bewusst ökologisch ernähren möchten, ist Balkongemüse die Alternative: Sie können die Düngung und den Pflanzenschutz selbst bestimmen und kürzere Transportwege sind kaum möglich.

Welches Gemüse für den Balkon?

Ein sonniger und windgeschützter Balkon ist hervorragend geeignet für den Anbau wärmeliebender Fruchtgemüsearten wie Auberginen, Paprika oder Tomaten. Für diejenigen, die gerne Salat essen, empfiehlt sich der Anbau von schnell wachsenden Pflücksalaten. Natürlich sollte eine Auswahl der meist genutzten Küchenkräuter wie Basilikum, Schnittlauch oder Dill nicht fehlen.

In der folgenden Tabelle finden Sie Kulturen, die sich besonders gut für den Balkon eignen. Darüber hinaus gibt es natürlich noch eine Vielzahl anderer Möglichkeiten: Probieren Sie es einfach aus.

Gemüsearten ein- und zweijährige Kräuter mehrjährige Kräuter
AuberginenBasilikumCurrykraut
GurkenBohnenkrautEstragon
KnoblauchBorretschFenchel
PaprikaDillLiebstöckel
PflücksalatKapuzinerkresseMinze-Arten
Rauke (Rucola)KorianderOregano (Dost)
StangenbohnenMajoranPimpinelle
TomatenPetersilieRosmarin
SchnittsellerieSalbei
Kerbel Sauerampfer
Schnittknoblauch
Schnittlauch
Tripmadam
Weinraute
Ysop
Zitronenmelisse

Für die meisten Kulturen empfiehlt es sich, Jungpflanzen in ausreichender Qualität und Größe im Gartenfachhandel zu kaufen und diese direkt in den Balkonkasten oder den Blumentopf zu pflanzen. Kräutertöpfchen aus dem Supermarkt sind meist nicht für die Pflanzung geeignet, da diese in aller Regel für den baldigen Verzehr produziert werden.

Sie können natürlich auch versuchen, die Jungpflanzen selbst anzuziehen. Die eigenen vier Wände erfüllen jedoch nur selten die Bedingungen für eine geeignete Jungpflanzenanzucht.

Wie betten Sie Ihr Balkongemüse?

Die Palette möglicher Pflanzgefäße reicht vom einfachen Ton- oder Plastiktopf über den Balkonkasten bis hin zur kunstvoll gefertigten Pflanzschale aus Messing oder Holz und ist letzten Endes Geschmackssache. Stimmen muss jedoch die Gefäßgröße. So sollten für Kulturen wie Tomaten oder Gurken Gefäße mit einem Durchmesser von mindestens 25-30 Zen­ti­me­tern und einem Fassungsvermögen von nicht weniger als 8 Liter verwendet werden. Den meisten Kräutern hingegen reichen auch kleinere Töpfe oder Schalen aus. Pflanzen Sie kälteempfindliche, mehrjährige Arten wie Rosmarin direkt in passende Gefäße, die Sie im Winter auch in die Wohnung stellen können. 

Als Pflanzerde eignet sich gewöhnliche Blumenerde, wie man sie in jedem Gartencenter erhält. Für die Aussaat von feinen Samen sollten Sie jedoch nach Möglichkeit spezielle Anzuchterde verwenden, die etwas weniger grob ist. Vor dem Befüllen Ihrer Pflanzgefäße empfiehlt es sich, zu Drainagezwecken alte Tonscherben oder Ähnliches auf den Gefäßboden zu legen.

Was können Sie Ihrem Gemüse Gutes tun?

Um reichlich ernten zu können, sind gewisse Pflegearbeiten unerlässlich. Besonders wichtig ist das regelmäßige Wässern, denn auf die meist überdachten Balkone gelangt kein Regen. Rankende Pflanzen wie Gurken, Tomaten oder Bohnen müssen "aufgeleitet" – das heißt hochgebunden – werden. Dazu können entweder Stangen oder Gitter benutzt werden oder man befestigt einfach eine Kordel an der Balkondecke und lässt diese herunterhängen. 

Für die Düngung der Pflanzen eignen sich im Handel erhältliche mineralische oder organische Langzeitdünger. Kulturen mit besonders hohen Nährstoffansprüchen, zum Beispiel Gurken, müssen eventuell zur Fruchtbildung mit schnellwirksamen Düngern (Flüssigdünger) nachgedüngt werden.