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Infografiken

Zahlen und Statistiken rund um die Landwirtschaft klar und anschaulich auf den Punkt gebracht - die Infografiken des BZL machen komplexe Sachverhalte auf einen Blick erkennbar und bereiten Daten so auf, dass sich einfach Rückschlüsse daraus ziehen lassen. 


Wie viel wird auf einem Hektar geerntet?

Die Erntemenge pro Hektar fällt in Deutschland von Anbaukultur zu Anbaukultur sehr unterschiedlich aus. Bei Gemüse lassen sich etwa mit Möhren beinahe zehnmal so hohe Hektarerträge erzielen wie mit Spargel. Im Obstbau liegen sie bei Äpfeln fast fünfmal so hoch wie bei Kirschen. Diese Werte sind von Jahr zu Jahr aber starken Schwankungen unterworfen.

Ein Beispiel: 2018 lagen die Hektarerträge von Kartoffeln und Äpfeln etwa auf demselben Niveau. Bei Äpfeln bedeutete das gegenüber dem Vorjahr eine Verdopplung, bei Kartoffeln hingegen einen Rückgang um knapp ein Viertel.


Milchpreis: Wie viel bekommt der Landwirt?

Im Jahr 2019 erhielten Milchbäuerinnen und -bauern im Durchschnitt 33,7 Cent pro Kilogramm konventionell erzeugter Milch von deutschen Molkereien. Dabei entspricht 1 Liter Milch 1,02 bzw. 1,03 Kilogramm. Für Biomilch gab es gut 40 Prozent mehr, nämlich 47,6 Cent.

Bio-Milchviehhalterinnen und -halter erhielten damit gut einen halben Cent weniger, konventionelle Betriebe knapp einen Cent mehr als im Durchschnitt der letzten fünf Jahre.

Gegenüber 2018 war sowohl für konventionell erzeugte Milch (-2 Prozent) als auch für Biomilch (-1,5 Prozent) ein Preisrückgang zu verzeichnen.
 


Spargelanbau in Deutschland

Ob in den nächsten Wochen ausreichend Erntehelferinnen und -helfer zur Verfügung stehen werden, beschäftigt derzeit nicht nur Landwirtinnen und Landwirte, sondern wird auch in der Öffentlichkeit breit diskutiert. Aktuell im Fokus: der Spargelanbau.

Aber wie viele Spargelanbaubetriebe gibt es in Deutschland überhaupt? 2019 waren es insgesamt 1.630 Betriebe, vor allem in Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Berücksichtigt sind dabei nur Betriebe mit Anbauflächen, auf denen 2019 auch tatsächlich geerntet wurde. Denn im ersten Standjahr einer Spargelanlage werden lediglich Jungpflanzen gezogen.


Der Selbstversorgungsgrad in Deutschland

Was vielen bis vor kurzem noch eine Selbstverständlichkeit zu sein schien, rückt angesichts der Coronakrise und der Berichte über Hamsterkäufe wieder in den Blickpunkt: die ausreichende Versorgung mit Lebensmitteln. Sie ist in Deutschland gesichert. Die Lebensmittellieferketten sind intakt und funktionieren weiterhin auch grenzüberschreitend und die deutsche Landwirtschaft produziert genug, um die Bevölkerung ernähren zu können.

Gradmesser dafür ist der Selbstversorgungsgrad. Er zeigt, dass in Deutschland deutlich mehr Fleisch, Milch, Zucker und Kartoffeln erzeugt werden als wir für den Eigenbedarf benötigen. Besonders bei Obst, Gemüse und Honig besteht hingegen Importbedarf.


Was wächst auf Deutschlands Feldern?

Etwa drei Viertel des Ackerlands werden in Deutschland für den Anbau der sechs wichtigsten Kulturpflanzen genutzt. Hauptanbaukultur ist Weizen, der auf etwa einem Viertel des Ackerlandes wächst. Bei Raps war 2019 ein deutlicher Rückgang der Anbaufläche zu verzeichnen. Sie sank gegenüber 2018 um 30 Prozent.


Ökologischer Landbau in Europa: Die wichtigsten Anbauländer

Unter den EU-Ländern hat Deutschland die viertgrößte Öko-Anbaufläche. Spitzenreiter ist hier Spanien. Dort werden – ähnlich wie bei uns – gut 9 Prozent der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche ökologisch bewirtschaftet. Zu den Öko-Vorreitern in der EU zählt Österreich, wo auf beinahe einem Viertel der landwirtschaftlichen Fläche Ökolandbau betrieben wird.


Wie viel Soja wird in Deutschland und weltweit angebaut?

In Deutschland wird immer mehr Soja angebaut. Allein zwischen 2016 und 2019 hat sich die Anbaufläche fast verdoppelt. Dennoch importiert Deutschland rund 100 mal so viel Soja wie es selbst erzeugt. Und auch der internationale Vergleich zeigt, dass die Anbaufläche in Deutschland zwar rasant gewachsen ist, das jedoch auf sehr niedrigem Niveau.

In Italien, dem Hauptanbauland in der EU, wurde 2019 auf beinahe der zehnfachen Fläche Soja angebaut. Gegenüber dem weltweiten Spitzenreiter Brasilien ist auch das nur ein verschwindend geringer Wert. Dort wird Sojaanbau in ganz anderen Dimensionen betrieben.


Pflanzenschutzmittel in Deutschland – Abgabe und Zulassung

Die Menge* der in Deutschland abgesetzten Pflanzenschutzmittel ist zuletzt deutlich zurückgegangen und erreichte 2018 mit 89.254 Tonnen den Tiefstwert der letzten zehn Jahre – gegenüber dem Höchstwert 2015 ein Rückgang um rund 17 Prozent.

Die Zahl der zugelassenen Pflanzenschutzmittel hingegen ist im selben Zeitraum um 14 Prozent gestiegen.
* In dieser Menge nicht enthalten sind die sogenannten inerten Gase, die nicht auf Feldern, sondern in geschlossenen Behältern oder Räumen zum Schutz von Vorratsgütern vor Insekten eingesetzt werden.


Wie viele Menschen ernährt ein Landwirt?

Die Effizienzsteigerungen der Landwirtschaft in den letzten Jahrzehnten sind enorm. Heute kann ein Landwirt 140 Menschen ernähren – mehr als doppelt so viele wie noch 1990. Seit 1960 hat sich diese Zahl sogar mehr als verachtfacht.

In dieser Summe sind nur die in Deutschland produzierten Nahrungs- und Futtermittel berücksichtigt. Rechnet man auch das Futter hinzu, das deutsche Landwirtinnen und Landwirte aus dem Ausland importieren, um damit ihre Tiere zu füttern, steigt die Zahl der Menschen, die sie mit ihren Erzeugnissen rechnerisch ernähren können, sogar auf 149.


Wie viel Fisch wird in Deutschland gefangen und verbraucht?

302.000 Tonnen Fisch sowie Krebs- und Weichtiere wurden 2018 von deutschen Fischerinnen und Fischern gefangen. Der Großteil stammt aus der Hochsee- und Küstenfischerei. Auf die Binnenfischerei entfielen 22.000 Tonnen. Das Fanggewicht lag damit seit langem erstmals wieder über 300.000 Tonnen.

Der Pro-Kopf-Verbrauch ist 2018 im Vergleich zu den Vorjahren leicht gesunken, der Selbstversorgungsgrad leicht gestiegen. Dennoch müssen knapp drei Viertel der hierzulande verbrauchten Fischereierzeugnisse importiert werden.


Was erhalten Landwirte für ihre Erzeugnisse?

Vergleicht man die Erzeugerpreise mit den Ladenpreisen, fällt auf, dass nur ein recht geringer Anteil dessen, was wir für unsere Lebensmittel bezahlen, bei den Landwirtinnen und Landwirten ankommt. Ebenfalls auffällig sind die großen Preisschwankungen. Während zum Beispiel der Erzeugerpreis für Kartoffeln zwischen 2014 und 2016 um 61 Prozent stieg, sank er im selben Zeitraum für Milch um 29 Prozent. Dies macht es für landwirtschaftliche Betriebe so schwer, langfristig zu kalkulieren.


Wie werden Legehennen in Deutschland gehalten?

Die dominierende Haltungsform für Legehennen ist in Deutschland die Bodenhaltung. Die Haltung in Kleingruppen ist zwar für bestehende Betriebe bis 2025 noch erlaubt, spielt aber eine immer geringere Rolle. Nur noch knapp sieben Prozent der Legehennen werden so gehalten.

Dafür ist der Anteil der Ökohennen seit 2010 um fünf Prozentpunkte gestiegen. Damit lebt inzwischen mehr als jede neunte Legehenne auf einem Bio-Betrieb.


Wie haben sich die Erntemengen für Getreide weltweit entwickelt?

Eine wachsende Weltbevölkerung benötigt immer mehr Lebensmittel. Die Erträge der drei wichtigsten Getreidearten – Mais, Weizen und Reis – sind in den letzten zehn Jahren deutlich gestiegen. Vor allem bei Mais, wo die Erntemenge in diesem Jahr schätzungsweise um ein Drittel höher liegen wird als noch vor einem Jahrzehnt. Aber auch bei Weizen und Reis gab es zweistellige Zuwächse zu verzeichnen.

Die Anbauflächen sind in diesem Zeitraum ebenfalls leicht gestiegen. Da landwirtschaftliche Flächen nur begrenzt zur Verfügung stehen, spielt aber auch die Effizienz im Anbau eine entscheidende Rolle. Sie hat sich in den letzten Jahrzehnten rasant entwickelt. Allein in den letzten 25 Jahren sind die Hektarerträge bei Mais um 61 und bei Weizen um 36 Prozent gestiegen. 


Erntemengen im Überblick

Gegenüber dem Dürrejahr 2018 ist bei den wichtigsten Getreidearten die Ernte in diesem Jahr wieder deutlich besser ausgefallen. Anders als beim Weizen waren die Erträge bei Gerste sogar überdurchschnittlich gut, betrachtet man die vergangenen zehn Jahre.

Bei Spargel und Kirschen sind die Erntemengen im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen, lagen aber dennoch deutlich über dem 10-Jahres-Durchschnitt.


Wie groß ist die Weinanbaufläche in Deutschland?

Die Weinanbaufläche in Deutschland ist in den letzten 25 Jahren geringfügig zurückgegangen und liegt heute um gut 2,7 Prozent niedriger als noch 1993. Sehr viel auffälliger ist, wie stark der Rotweinanbau in dieser Zeit an Bedeutung dazugewonnen hat, auch wenn Deutschland nach wie vor als klassisches Weißweinland gilt. 2018 wurde auf etwa einem Drittel der Weinanbaufläche Rotwein angebaut, 1993 war es nicht einmal ein Fünftel.


Wie viel Milch gibt eine Kuh?

Im Durchschnitt 8.250 Kilogramm Milch gab eine Milchkuh 2019 in Deutschland. Dabei entspricht 1 Liter Milch 1,02 bzw. 1,03 Kilogramm. Solche enormen Mengen sind das Ergebnis einer zielgerichteten Zucht auf hohe Milchleistungen.

Damit hat sich die Milchmenge gegenüber 1950 weit mehr als verdreifacht. Selbst im Vergleich zu 1990 gab es einen Zuwachs um fast 70 Prozent.

Am Tag kommt eine heutige Milchkuh damit auf 27 Liter Milch. Bei dieser Rechnung geht man davon aus, dass eine Kuh im Durchschnitt an 305 Tagen im Jahr Milch gibt. Nach der Geburt eines Kalbes wird eine Kuh etwa 10 Monate lang gemolken. Danach hat sie 6 bis 8 Wochen Melkpause und erholt sich in dieser Zeit.


Die Entwicklung des ökologischen Landbaus in Deutschland

Obwohl es in Deutschland immer weniger landwirtschaftliche Betriebe gibt, steigt die Zahl der ökologisch wirtschaftenden Betriebe weiter kontinuierlich an. 37.713 Ökobetriebe gab es 2018. Damit wurde beinahe jeder achte landwirtschaftliche Betrieb in Deutschland ökologisch bewirtschaftet.

Bei der landwirtschaftlich genutzten Fläche fällt der Öko-Anteil geringer aus. Das liegt daran, dass Ökobetriebe häufig kleiner sind als konventionell wirtschaftende. Gut 9 Prozent der Fläche wurden 2018 ökologisch bewirtschaftet.


Wie hat sich die Nutztierhaltung in Deutschland verändert?

Die Nutztierhaltung hat in Deutschland über die letzten Jahrzehnte einen tiefgreifenden Wandel durchlaufen. Vor allem die Zahl der Tiere, die durchschnittlich auf einem Betrieb gehalten werden, ist geradezu explodiert.

Das liegt daran, dass die Zahl der Betriebe massiv zurückgegangen ist, gleichzeitig aber - zumindest bei Schweinen und Hühnern - die Zahl der in Deutschland gehaltenen Tiere rasant gestiegen ist.

Hielt ein Betrieb 1958 im Durchschnitt noch sechs Schweine, sind es heute 1.181. Bei Hühnern muss man zeitlich gar nicht so weit zurückgehen: Hier hat sich allein zwischen 2003 und 2016 die Zahl der Tiere pro Betrieb beinahe verdreifacht.


Woher kommt unser Spargel?

Spargel ist die Gemüseart mit der größten Anbaufläche in Deutschland: 2018 wurde auf rund 23.400 Hektar Spargel angebaut. Das reicht jedoch nicht, um die Nachfrage in Deutschland komplett decken zu können.

Gerade außerhalb der deutschen Spargelsaison, die von Mitte April bis zum 24. Juni geht, kommt auch ausländischer Spargel auf den Tisch. Gut ein Fünftel des hierzulande verbrauchten frischen Spargels wird importiert. Die wichtigsten Lieferländer für Spargel sind Spanien und Griechenland mit etwa 30 bzw. 23 Prozent der Spargelimporte.


Wie viel Platz hat eine Legehenne im Stall?

Annähernd zwei Drittel der deutschen Legehennen werden in Bodenhaltung gehalten. Dabei dürfen bis zu neun Legehennen auf einem Quadratmeter gehalten werden. Das gilt auch für die Freilandhaltung, bei der pro Henne – wie bei der Ökohaltung - aber zusätzlich noch vier Quadratmeter Auslauf zur Verfügung stehen. Im Stall teilen sich sechs Biohennen einen Quadratmeter Fläche.

Nur noch knapp sieben Prozent der Legehennen werden in Kleingruppen in ausgestalteten Käfigen gehalten. Diese Haltungsform ist in Deutschland seit 2016 nicht mehr zulässig. Für bestehende Betriebe Einrichtungen gilt aber noch eine Auslauffrist bis 2025.


Pro-Kopf-Verbrauch ausgewählter Lebensmittel in Deutschland

Im Jahr 2018 lag der Pro-Kopf-Verbrauch von Eiern bei 14,5 Kilogramm. Das entspricht 235 Eiern.


Wie viel Platz hat ein Schwein im Stall?

Gegenüber dem gesetzlichen Mindeststandard verlangen die Kriterien des neuen staatlichen Tierwohlkennzeichens  je nach Stufe 20, 47 oder sogar 100 Prozent mehr Stall- bzw. Auslauffläche für Mastschweine. Ökoschweinen steht noch deutlich mehr zur Verfügung.


Wie viel Fleisch essen die Deutschen pro Jahr?

Der Pro-Kopf-Verzehr von Fleisch liegt in Deutschland bei knapp 60 Kilo pro Jahr. Während der Verzehr von Geflügelfleisch in den letzten 25 Jahren stark zugenommen hat, ist der Rind- und Schweinefleischverzehr seitdem zurückgegangen.


Der Selbstversorgungsgrad in Deutschland

In Deutschland werden deutlich mehr Kartoffeln und Zucker erzeugt als wir verbrauchen. Bei Obst, Gemüse und Honig sind wir dagegen auf Importe angewiesen, um den Bedarf zu decken.


Die Entwicklung des ökologischen Landbaus in Deutschland

Der ökologische Landbau spielt in der deutschen Landwirtschaft eine immer wichtigere Rolle. Der Anteil der Ökolandbau-Höfe hat sich seit 2009 beinahe verdoppelt und auch die Anbaufläche ist seitdem um rund 45 Prozent gewachsen.


Erntemengen im Überblick

Licht und Schatten bei der Ernte: Auch im Dürrejahr 2018 fiel die Ernte nicht überall schlecht aus. Je nach Region und der angebauten Kultur gab es große Unterschiede. Deutlichen Einbußen bei Getreide und Kartoffeln, stand eine gute Obsternte gegenüber.