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Wie wirkt sich der Klimawandel auf die Landwirtschaft aus?

Zitronen aus Norddeutschland gibt es weiterhin nicht, die Auswirkungen des Klimawandels auf die Landwirtschaft werden aber spürbar sein.

Bild eines Maisfeldes
Trockenschaden an Mais: Bei Sommerdürre reift der Mais vorzeitig ab.
Quelle: landpixel.de

Extreme Wetterereignisse wie Hitze, Dürre, Dauer- oder Starkregen sind nichts Neues. Es hat sie immer schon gegeben, allerdings nicht so häufig wie in den vergangenen Jahren. Schuld daran, so sind sich die Wetterexpertinnen und -experten einig, ist der Klimawandel.

Zu den heute anerkannten Folgen des Klimawandels in Deutschland gehören unter anderem der Anstieg der Temperatur, das vermehrte Auftreten von Trockenphasen, vor allem im Sommer, sowie die Zunahme von Niederschlägen im Winter.

Fluch oder Segen für die Landwirtschaft?

Wie Auswertungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zeigen, verschiebt sich durch den Anstieg der Temperatur das Anbauspektrum im Pflanzenbau. Schon heute kommt es zu einer deutlichen Verfrühung des Vegetationsbeginns vieler Pflanzen: So blühen zum Beispiel Apfelbäume und Raps nach Erhebungen des Deutschen Wetterdienstes heute 20 Tage früher als noch vor 50 Jahren.

Eine solche Entwicklung kann durchaus Vorteile für die Landwirtschaft mit sich bringen: Eine verlängerte Vegetationsphase etwa kann es Gemüsebetrieben in Deutschland ermöglichen, mehrmals im Jahr zu ernten. Die schnellere Abreife beim Mais hat den positiven Nebeneffekt, dass inzwischen auch in nördlichen Gebieten Deutschlands höhere Erträge erzielt werden können.

Es gibt aber auch klare Nachteile: So macht zum Beispiel die frühere Blüte Obstbäume anfälliger gegenüber Spätfrösten. Mildere Winter führen dazu, dass sich pflanzenschädigenden Pilze, Viren und Insekten stärker ausbreiten. Und die zunehmende Anzahl von Hitzetagen bedeutet deutlich mehr Stress für die Kulturpflanzen. Darüber hinaus wird es durch den Klimawandel zu einem Anstieg an extremen Wettererscheinungen kommen, allen voran Dürre und Starkregen.

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Wie kann die Ernte abgesichert werden?

Um die Ertragseinbußen durch  Hagel, Spät- und Starkfrost, Starkregen oder Dürre zu mildern, ergreifen viele Landwirtinnen und Landwirte vorbeugende Maßnahmen. Darunter fallen zum Beispiel Frostschutzvorkehrungen (z.B. Frostschutzberegnung), Hagelschutznetze im Obstbau oder Bewässerungsanlagen für Kartoffeln.

Zum anderen sichern sich Landwirtschaftsbetriebe zunehmend mehr gegen Witterungsextreme ab – indem sie Risikoversicherungen abschließen oder durch Kontrakte mit ihren Abnehmern betriebswirtschaftliches Risikomanagement betreiben.


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