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Ostereier - Nur wer selbst färbt, behält den Durchblick

Gefärbte Ostereier sind nicht kennzeichnungspflichtig. Wer keinesfalls Eier aus Käfighaltung kaufen will, muss daher selbst färben.

Quelle: Tatjana Balzer - stock.adobe.com

Gerade in Familien mit Kindern steht in den Tagen vor Ostern häufig das traditionelle Ostereifärben auf dem Programm. Wer selbst färbt, kann beim Einkauf wie gewohnt entscheiden, ob es Eier aus Käfig-, Boden-, Freiland- oder Ökohaltung sein sollen.

Wem für’s Selberfärben aber Zeit und Muße fehlen, greift auf fertig gekochte und gefärbte Eier aus dem Supermarkt zurück. Diese werden vor allem zu Ostern angeboten, sind aber inzwischen häufig auch ganzjährig als Frühstückseier im Angebot.

Gefärbte Eier müssen nicht gekennzeichnet werden

Der Code auf dem Ei

Der „Erzeugercode“ auf dem Ei zeigt, wo es herkommt. Dieser Code besteht aus Ziffern und Buchstaben. Die erste Ziffer gibt an, wie die Henne gehalten wurde: 0 steht für Ökohaltung, 1 für Freilandhaltung, 2 heißt Bodenhaltung und 3 steht für Käfighaltung.

Danach folgt das Länderkürzel, zum Beispiel DE für Deutschland, anschließend die Betriebsnummer, mit der das Ei bis zum Herkunftsbetrieb zurückzuverfolgen ist.

Gefärbte Eier gelten als verarbeitetes Lebensmittel – wie zum Beispiel Kuchen oder Eiernudeln – und sind somit nicht kennzeichnungspflichtig. Verbraucherinnen und Verbraucher können beim Einkauf also nicht nachvollziehen, woher die Eier stammen.

Die Wahrscheinlichkeit, dass die Eier aus Käfighaltung stammen, ist dabei alles andere als gering. Denn bei gefärbten Eiern handelt es sich häufig um Importware und in anderen EU-Ländern ist die Kleingruppenhaltung in ausgestalteten Käfigen noch weitaus verbreiteter als hierzulande.

EU-weit wurden 2016 noch über 55 Prozent der Legehennen in solchen Käfigen gehalten. 

Eier aus Deutschland stammen mit hoher Wahrscheinlichkeit aus Boden- oder Freilandhaltung. Bei der Legehennenhaltung in Deutschland entfallen über 80 Prozent auf diese beiden Haltungsformen.

Auch die Ökohaltung boomt seit einigen Jahren und machte 2018 immerhin schon 11,5 Prozent aus. Die Kleingruppenhaltung in ausgestalteten Käfigen ist dagegen eindeutig auf dem Rückzug. Aus gutem Grund: Sie ist in Deutschland seit 2016 nicht mehr zulässig, lediglich für bestehende Betriebe gilt noch eine Auslauffrist bis 2025.

Schon heute werden nur noch 6,7 Prozent der Legehennen in Deutschland so gehalten. Damit liegt Deutschland EU-weit auf Rang zwei – nur in Österreich werden noch deutlich weniger Hennen in ausgestalteten Käfigen gehalten.


Weitere Informationen

Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL): Was bedeutet der Code auf dem Ei?

Bundeszentrum für Ernährung (BZfE): Bunte Eier zum Osterfest : Natürlich färben mit Kräutern und Gemüse


Hühnereier

In Deutschland werden pro Jahr knapp 19,5 Milliarden Eier verbraucht. Fast alle Eier im Handel stammen aus spezialisierten Legehennenbetrieben.

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