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Wie erkenne ich Biolebensmittel?

Ist bio drin, wo bio draufsteht? Auf welche Bezeichnungen und Labels Sie sich beim Einkauf verlassen können.

Quelle: .shock - stock.adobe.com

Ob ein Lebensmittel "Bio" oder "Ă–ko" im Namen trägt, ist im Prinzip egal. Beide Bezeichnungen sind gesetzlich geschĂĽtzte Begriffe. Erzeugung und Verarbeitung erfolgen nach den EU-Rechtsvorschriften des ökologischen Landbaus. 

Vorsicht ist geboten bei den Kennzeichnungen wie "integrierter Landbau", "aus kontrolliertem Vertragsanbau", "umweltschonend", "extensiv", "naturnah", "unbehandelt", oder "kontrolliert". Diese Begriffe weisen nicht auf eine Produktion oder Verarbeitung im Sinne des ökologischen Landbaus hin. Sie sind nicht bio-zertifiziert.  

Verbindliche Kennzeichnungen fĂĽr Biolebensmittel

Das EU-Bio-Logo ist das EU-weit verpflichtende Erkennungszeichen fĂĽr Ă–kolebensmittel.
Quelle: Europäische Kommission

Auch hinsichtlich der Deklaration gelten verpflichtende Vorschriften. Seit dem ersten Juli 2010 mĂĽssen vorverpackte Ă–kolebensmittel (zum Beispiel Kekse oder Milch im Tetrapak) mit dem EU-Bio-Logo gekennzeichnet werden. Das Gemeinschaftslogo, ein stilisiertes Blatt auf grĂĽnem Grund, wurde von der Europäischen Kommission initiiert und ist in der gesamten EU anerkannt. 

Das EU-Bio-Logo darf nur fĂĽr solche Lebensmittel verwendet werden, die in der Verkehrsbezeichnung den Hinweis auf die ökologische Erzeugung und Verarbeitung tragen dĂĽrfen, zum Beispiel "Ă–koleberwurst" oder "Bioquark". 

Somit gibt das EU-Bio-Logo Verbraucherinnen und Verbrauchern auf einen Blick Klarheit darĂĽber, dass das angebotene Lebensmittel die folgenden Bedingungen erfĂĽllt:

  • Mindestens 95 Prozent der Inhaltsstoffe landwirtschaftlicher Herkunft wurden nach den EU-Rechtsvorschriften fĂĽr den ökologischen Landbau produziert.
  • Das Erzeugnis stimmt mit den Regeln des offiziellen Kontrollprogramms ĂĽberein.
  • Das Produkt kommt direkt vom Erzeuger oder Verarbeiter in einer versiegelten Verpackung.
  • Das Erzeugnis trägt den Namen des Erzeugers, des Verarbeiters oder GroĂźhändlers und den Namen oder den Kontrollcode der Kontrollstelle.
Das deutsche Bio-Siegel darf nur zusätzlich zum EU-Bio-Logo verwendet werden.
Quelle: BLE

Das deutsche Bio-Siegel wurde im Jahr 2001 eingefĂĽhrt und hat einen hohen Bekanntheitsgrad. Es darf neben dem EU-Logo weiterhin auf die Verpackung gedruckt werden, was nach wie vor rege genutzt wird.

Ergänzende Angaben: Codenummer und Herkunftsangabe

Im selben Sichtfeld wie das Logo steht eine Codenummer, wie zum Beispiel AB-CDE-123, die EU-weit den gleichen Aufbau hat. Sie gibt an, von welcher Ökokontrollstelle oder -behörde das Produkt als Ökoprodukt zertifiziert wurde.

  • AB: ISO-Code des Landes, in dem die Kontrollen stattfinden; "DE" steht fĂĽr Deutschland
  • CDE: die von der Kommission oder dem Mitgliedstaat festgelegte Bezeichnung in drei Buchstaben, zum Beispiel "Ă–KO" bei einer deutschen Kontrollstellennummer
  • 123: eine höchstens dreistellige Referenznummer fĂĽr die Ă–kokontrollstelle, die ihr bei ihrer Zulassung zugewiesen wird. Zusätzlich zum Logo und der Codenummer wird im selben Sichtfeld auch die Herkunft der landwirtschaftlichen Rohstoffe angegeben. Die Angaben variieren je nach Erzeugerland und können folgendermaĂźen aussehen: EU-Landwirtschaft, wenn die landwirtschaftlichen Ausgangsstoffe in der EU erzeugt wurden. Nicht-EU-Landwirtschaft: bei Erzeugung der landwirtschaftlichen Rohstoffe in Drittländern
  • Angabe des Ländernamens allein oder zusätzlich: wenn alle landwirtschaftlichen Rohstoffe in demselben Land erzeugt wurden.

Um bei lose angebotener Ware beispielsweise auf Wochenmärkten und in Hofläden sicher zu sein, können Kundinnen und Kunden nach der gĂĽltigen Kontrollbescheinigung fragen. Die Code-Nummer der Ă–ko-Kontrollstelle muss als Pflichtkennzeichnung bei allen Biolebensmitteln vorhanden sein. 

Warenzeichen der Verbände

Auf Bioprodukten können außer dem EU-Bio-Logo die Warenzeichen der Ökoanbauverbände aufgedruckt sein. Verbände wie Demeter und Bioland existierten in Deutschland schon sehr lange, bevor es die ersten gesetzlichen Regelungen zum Schutz von Bio gab. Viele biologisch erzeugenden Bauernhöfe und Verarbeitungsbetriebe sind einem dieser Verbände angeschlossen. Dadurch verpflichten sie sich zur Einhaltung der jeweiligen Verbandsrichtlinien, die in einigen Punkten über den EU-Standard hinausgehen.

Produkte mit Verbandswarenzeichen findet man sowohl im Naturkostfachgeschäft als auch immer häufiger in Supermärkten. Auf importierten Ökoprodukten können gelegentlich auch die Warenzeichen ausländischer Anbauverbände aufgedruckt sein.


Weitere Informationen

Oekolandbau.de: Bio-Siegel - Info fĂĽr Verbraucher

Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE): Ist das auch wirklich Bio? - Informationen zur Bio-Kontrolle (PDF)

Bundeszentrum für Ernährung (BZfE): Bio-Lebensmittel


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