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Was versteht man in der Landwirtschaft unter Klonen?

Letzte Aktualisierung: 1. April 2026

Das Klonen von Pflanzen ist leicht, es ist die Vermehrung über Ausläufer, Stecklinge, Knollen und andere Pflanzenteile. Bei den meisten Tieren ist das Klonen nur mit moderner Technik möglich.

Zwei Hände halten einige Kartoffeln. Weitere Kartoffeln liegen auf der Erde.
Quelle: mjaud - Fotolia.com

In Kürze


Der Begriff "Klonen" ist in den vergangenen Jahrzehnten aufgrund moralisch umstrittener Verfahren zur Reproduzierung von Tieren negativ in die Schlagzeilen geraten. Dabei ist das Klonen grundsätzlich ein sehr natürlicher Vorgang. So besitzen alle Bakterien und Pflanzen, aber auch Einzeller (zum Beispiel Amöben oder Pantoffeltierchen) und manche Tiere (wie etwa Polypen) von Natur aus die Fähigkeit, sich zu klonen. Das heißt, sie sind in der Lage, auf ungeschlechtlichem Wege aus einzelnen Zellen oder Zellverbänden eine Kopie ihrer selbst herzustellen, die genetisch zu 100 Prozent mit dem Original übereinstimmt. Biologen sprechen auch von vegetativer Vermehrung. "Klonen" kommt aus dem Altgriechischen und bedeutet “Zweig” oder “Schössling”.

Klonen ist in der Landwirtschaft schon lange üblich

Diese natürliche Fähigkeit von Pflanzen zur vegetativen Vermehrung macht man sich in der Landwirtschaft und im Gartenbau schon seit Jahrtausenden zunutze. Jeder Ableger und jeder Steckling einer Nutz- und Zierpflanze ist zum Beispiel ein Klon. Oder die aus den Kartoffelknollen entstehenden neuen Kartoffelpflanzen sind Klone, genauso wie Knoblauch. Im Weinbau werden die Reben mithilfe von Stecklingen vermehrt. Demnach stellt jede aus einem Steckling entstandene Weinpflanze einen Klon dar. Und auch im Obstbau hat das Klonen eine lange Tradition: Äpfel, Birnen, Kirschen und viele andere Obstsorten werden durch sogenannte Pflanzenveredelung auf vegetativem Wege vermehrt.

Aufgepfropfte Edelreiser an einem Birnenbaum
Veredelungen (Edelreiser) an einem Birnenbaum.
Quelle: Michael Ruhnau

Warum klont man Pflanzen?

Die vegetative Vermehrung von Pflanzen hat verschiedene Vorteile. Einer der wesentlichen Vorzüge ist, dass man die im Erbgut festgelegten Eigenschaften einer Pflanzensorte unverändert erhalten kann. Eigenschaften wie Geschmack, Reifezeit oder Ertrag werden sehr zuverlässig vererbt. Denn das Erbgut wird nicht, wie bei der geschlechtlichen Fortpflanzung (auch generative Vermehrung genannt) immer wieder neu kombiniert. Die vegetative Vermehrung stellt für Landwirtschaft und Gärtnerei aber auch deshalb einen Gewinn dar, weil man die empfindliche Keimlingsphase überspringen kann und schneller Pflanzen in der erforderlichen Größe erhält.

Klonen hat auch Nachteile

Die vegetative Vermehrung hat nicht nur Vorteile: Werden Pflanzen nur geklont, wird ihnen die Möglichkeit genommen, sich an ändernde Umwelteinflüsse anzupassen. Das klappt nur bei der generativen Vermehrung, bei der das Erbgut neu kombiniert wird. Ein bekanntes Beispiel ist die Bananensorte Cavendish, zu der 99 Prozent der in Deutschland verkauften Bananen gehören. Diese hat samenlose Früchte und kann deshalb nur über Ausläufer vermehrt werden. Alle Cavendish-Pflanzen sind Klone und sind deshalb besonders von einem Schadpilz bedroht. 

Um langfristig also eine genetische Verarmung von Pflanzenarten und -sorten zu vermeiden, ist es sehr wichtig, alte Wildformen und Kultursorten zu erhalten.

Klonen von Wirbeltieren – nur mit moderner Technik möglich

Nicht alle Lebewesen sind von Natur aus zur vegetativen Vermehrung fähig. Bei Wirbeltieren ist die vegetative Vermehrung bedingt durch die Komplexität des Organismus (unter anderem zunehmende Zellzahl und auf wenige Funktionen spezialisierte Zellen) und der Art der Ernährungsweise nicht mehr möglich. So können einige Amphibien verlorene Extremitäten (beispielsweise ein Bein) zwar vollständig regenerieren, das Heranwachsen eines kompletten Individuums aus einem Körperteil ist aber unmöglich.

Der Begriff "Klonen" wird in der Reproduktionsmedizin und der Zellbiologie im engeren Sinne für die künstliche Erzeugung eines vollständigen Organismus oder wesentlicher Teile davon verwendet. Durch moderne Techniken, die in den letzten Jahrzehnten entwickelt wurden, ist es möglich geworden, auch komplexere Organismen wie Wirbeltiere auf künstliche Weise zu klonen. Dafür wird eine Körperzelle in eine unbefruchtete Eizelle eingesetzt und anschließend von einer Leihmutter ausgetragen. Dieser teure und aufwändige Prozess wird bei Nutztieren gelegentlich genutzt, um wertvolle Zuchttiere zu erhalten. 


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