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Was ist der CO2-Handabdruck?

Der Handabdruck ist sozusagen der positive Gegenentwurf zum ungleich bekannteren  Fußabdruck und bilanziert Einsparungen.

Baum, bestehend aus einer Hand und vielen gezeichneten kleinen grünen Händen
Je größer der Handabdruck, desto besser.
Quelle: pepifoto via Getty Images

Sowohl der CO2-Fußabdruck als auch der -Handabdruck sind vereinfacht gesagt Modelle zur Klimabilanzierung. Sie lassen sich auf den persönlichen Lebensstil ebenso anwenden wie auf Produkte, Unternehmen oder ganze Volkswirtschaften. Während der CO2-Fußabdruck die verursachten Treibhausgasemissionen abbildet, nimmt der CO2-Handabdruck die Einsparungen in den Blick.

Der Fußabdruck hat es inzwischen zu einiger Bekanntheit gebracht und es gibt im Internet zahlreiche Rechner, die man mit seinen Daten füttern kann, um herauszufinden, wie die eigene Klimabilanz ausfällt.
Das verschafft einem Aufschluss darüber, wie sich beispielsweise das persönliche Mobilitäts- und Konsumverhalten auswirkt und an welchen Stellschrauben sich noch drehen lässt, um Einsparungen zu erreichen.

Mitunter kann das Wissen um den eigenen CO2-Fußabdruck aber auch bedrückend sein. Denn auch wer nicht fliegt, kein Auto besitzt, in einem effizient gedämmten Haus wohnt und sich regional und saisonal ernährt, hat letztendlich einen global gesehen nicht tragfähigen Fußabdruck zu Buche stehen. Ab einem gewissen Punkt reichen persönliche Verhaltensänderungen schlicht nicht mehr aus, sondern es bedürfte einer grundlegenden Neuausrichtung unserer gesamten Wirtschaftsweise.

Den Fußabdruck verringern, den Handabdruck vergrößern

Hände halten eine grüne Pflanze
Klimabilanz für Optimisten: Der Handabdruck lenkt den Blick auf das bereits Erreichte.
Quelle: amenic181 via Getty Images

Daher lenkt der CO2-Handabdruck den Blick auf das Erreichte. Denn so unstrittig es ist, dass wir unsere Treibhausgasemissionen enorm reduzieren müssen, können Negativszenarien mitunter auch eine lähmende Wirkung haben, statt zu Verbesserungen anzuspornen.

Dem setzt das Konzept des Handabdrucks eine optimistische Sichtweise entgegen, die auf Positivkommunikation zum Thema Klima setzt. Hier wird gemessen, wie viel Emissionen ein Mensch, eine Gruppe oder ein Unternehmen bereits eingespart hat – sei es die Einzelperson, die ihr Auto abschafft, sei es eine Elterninitiative, die ihre Kita auf eine komplett regionale und saisonale Verpflegung umstellt oder sei es der landwirtschaftliche Betrieb, der im Stall oder im Gewächshaus auf erneuerbare Energien setzt oder den Humusgehalt seiner Böden verbessert.

Ein Ansatz, der dazu motivieren soll, stetig neue Ideen zu entwickeln, um seine eigene Klimabilanz weiter zu verbessern und andere zum Mitmachen anzuspornen. Das Gute daran: Während der Verringerung des CO2-Fußabdrucks zumindest auf persönlicher Ebene Grenzen gesetzt sind, lässt sich der Handabdruck immer weiter steigern.

Wichtig ist, beides im Blick zu behalten: das bereits Erreichte und das noch Erforderliche. So gesehen ist der Handabdruck auch kein Ersatz für den Fußabdruck, sondern lediglich eine Ergänzung. Denn um das 1,5-Grad-Ziel zu erreichen, sind drastische Einsparungen bei den Treibhausgasemissionen erforderlich – ganz egal, aus welcher Perspektive man es betrachtet.


Weitere Informationen

Klimafakten.de: "Handabdruck" statt "Fußabdruck" - ein Konzept für mehr Optimismus im Klimaschutz?

MDR Wissen: Wie Sie mit dem ökologischen Handabdruck die Welt verändern


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