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Gentechnik in Futtermitteln

Gentechnik in Lebensmitteln ist ein sensibles Thema. Wieviel Gentechnik steckt im Tierfutter? Und sind deutsche Futtermittel gentechnikfrei?

Sojabohnen
Soja, wichtiger Eiweißlieferant in der Futtermittelherstellung, wird in Nord- und Südamerika überwiegend gentechnisch verändert angebaut.
Quelle: Lucky Dragon - stock.adobe.com

Die meisten Futtermittel für unsere Nutztiere werden in Deutschland und damit gentechnikfrei angebaut. Das gilt vor allem für Weizen, Gerste, Mais und Gräser. Bei eiweißreichen Futtermitteln kann die heimische Erzeugung jedoch den Bedarf nicht decken. Die deutschen und europäischen Futtermittelhersteller und der Futtermittelhandel importieren deshalb jährlich rund 35 Millionen Tonnen Sojabohnen. Diese kommen aus Nord- und Südamerika und sind zum Großteil gentechnisch verändert.

Gentechnisch veränderte Futtermittel gelten als unbedenklich

Nach dem heutigen Stand der Forschung wirken sich gentechnisch veränderte Futtermittel nicht nachteilig auf die tierischen Lebensmittel Milch, Fleisch oder Eier aus. Weder für die Nutztiere noch für die menschliche Ernährung stellen sie Risiken dar. Im Verdauungstrakt werden die Nahrungsbestandteile bereits in kleine Bruchstücke zerlegt. Das gilt für die gentechnisch veränderten Bestandteile genauso wie für die nicht gentechnisch veränderten. Es gilt als unwahrscheinlich, dass DNA oder Proteine der gentechnisch veränderten Futterbestandteile Allergien auslösen oder Resistenzen übertragen. Tiere, die mit gentechnisch veränderten Futtermitteln gefüttert werden, erfahren auch keine Änderungen an ihrem Erbgut.

Wo steckt Gentechnik drin?

Für die Futtermittelherstellung werden Futtermittelrohstoffe in die EU und nach Deutschland importiert. Die weltweit zunehmende Durchsetzung des GVO-Anbaus bei Schlüsselrohstoffen wie Soja und Mais macht es immer schwerer, den Forderungen nach einem Verzicht auf Gentechnik nachzukommen. 

Folgende GVO-Nutzpflanzen und Verarbeitungserzeugnisse sind für die Futtermittelherstellung von Bedeutung:

  • Soja: Schrot, Öl, Lecithin
  • Mais: Maiskleberfutter, Maiskeimschrot, Trockenschlempen
  • Raps: Saatgut, Schrot, Expeller, Öl

Zahlreiche Produkte, darunter fermentativ hergestellte Futterzusatzstoffe wie Aminosäuren, Enzyme und Vitamine, kommen bei ihrem Herstellungsprozess mit Biotechnologie in Berührung. Sie sind nicht kennzeichnungspflichtig.

Futtermittel müssen gekennzeichnet sein, die damit erzeugten Lebensmittel nicht

In Deutschland bieten die Futtermittelhersteller ein breites Spektrum an Futtermitteln mit und ohne gentechnisch veränderte Bestandteile an. GVO-Futtermittel oder deren Verarbeitungsprodukte müssen ausdrücklich gekennzeichnet werden. Das gilt für Mischfutter und für Futtermittelbestandteile.

Anders als die Futtermittel selbst müssen die damit erzeugten Lebensmittel jedoch nach dem europäischen Lebensmittelrecht nicht gekennzeichnet werden. Verbraucherinnen und Verbraucher können also nicht erkennen, ob tierische Produkte von Tieren stammen, die mit gentechnisch veränderten Futtermitteln gefüttert wurden. Wenn keine gentechnisch veränderten und kennzeichnungspflichtigen Futtermittel eingesetzt worden sind, können Hersteller dies jedoch auf freiwilliger Basis durch die Verwendung der "ohne-Gentechnik"-Kennzeichnung für Verbraucherinnen und Verbraucher sichtbar machen.

Transparenz durch regelmäßige Kontrolle

Die amtliche Futtermittelkontrolle überprüft regelmäßig, ob die Kennzeichnungspflicht erfüllt ist. Sie wählt die Betriebe aus, die kontrolliert werden sollen und berücksichtigt dabei die Produktpaletten, die Zusammensetzung der Mischfuttermittel und die Herstellungsverfahren. Kontrollen werden vorrangig bei Importeuren oder Herstellern von Einzelfuttermitteln und bei Mischfuttermittelherstellern durchgeführt. Spezielle Kontrollen können auch bei konkreten Verdachtsmomenten durchgeführt werden und auch in Abstimmung mit der amtlichen Lebensmittelüberwachung zur Überprüfung des Siegels "ohne Gentechnik".


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