Springe zur Hauptnavigation Springe zum Inhalt

Wieso wird Anfang Juni schon Getreide geerntet?

Wenn Anfang Juni schon Getreide geerntet wird, hat das nichts mit Wetterkapriolen oder dem Klimawandel zu tun. Es handelt sich um Grünroggen.

Zunächst wird der Grünroggen gemäht und in langen Reihen abgelegt.
Quelle: Frank Käufler

Während "normaler" Roggen genau wie Weizen im Hochsommer ab Ende Juli bis Mitte August geerntet wird, ist der Grünroggen schon rund zwei Monate früher dran. Grund dafür: Er wird nicht als Brotgetreide (Körnernutzung) geerntet, sondern für den Einsatz in Biogasanlagen. Zudem dient er als Futter für Rinder.

Grob geschätzt werden rund zwei Drittel des angebauten Roggens zur Körnernutzung verwendet und ein Drittel als Grünroggen.

Nachdem der Grünroggen etwas abgetrocknet ist, wird er mit dem Häcksler geerntet.
Quelle: Frank Käufler

Zum Zeitpunkt der Ernte steht der Roggen bereits circa 1,8 Meter hoch. Er wird zunächst gemäht und auf Schwad gelegt, also reihenförmig abgelegt. Damit der Roggen etwas anwelkt (das heißt trockener wird), lassen ihn die Landwirtinnen und Landwirte bis zu drei Tagen so liegen, ehe er mit dem Häcksler geerntet wird.

Dann wird der Grünroggen ins Silo gebracht und festgefahren, um den Sauerstoff aus dem Häckselgut herauszupressen. Anschließend wird das Silo mit Folie luftdicht abgedeckt, denn Sauerstoffzufuhr hätte zur Folge, dass die Silage verdirbt.

Im Silo wird der Grünroggen festgefahren und luftdicht mit Folie abgedeckt.
Quelle: Frank Käufler

Nach etwa fünf bis sechs Wochen ist die Silage so weit, dass sie verfüttert oder als Substrat in der Biogasanlage verwendet werden kann, wo dann Methan daraus entsteht.

In Biogasanlagen wird Grünroggen häufig als Ersatz für Mais verwendet. Gerade in den Jahren 2017 und 2018 war der Maisertrag aufgrund von Trockenheit oft schlecht, sodass viele Landwirtinnen und Landwirte stattdessen auf Ganzpflanzensilage gesetzt haben - zum Beispiel aus Grünroggen. Der Grünroggen hat noch einen weiteren Vorteil: wenn er gut aufgeht und sich ein dichter Bestand bildet, unterdrückt er das Unkraut.

Letzte Aktualisierung: 8. April 2022


Weitere Informationen

Bundeszentrum für Ernährung (BZfE): Getreide - Vielfalt an Sorten und Produkten


Luftbild Weizenernte

Dem Ackerbauern über die Schulter geschaut

Ob natürliche Zusammenhänge, moderne Technik oder Vermarktung - Ackerbäuerinnen und -bauern müssen heute auf allen Feldern Profis sein.

Vom Landwirt zum Energiewirt

Um seinen Betrieb für die Zukunft zu rüsten, setzt Landwirt Dirk Peters auf die Erzeugung erneuerbarer Energien, insbesondere aus Biomasse.

Energie aus nachwachsenden Rohstoffen

Ökologisch sinnvoll oder Verschwendung von Lebens- und Futtermitteln? Die Energieerzeugung aus Ackerpflanzen wird kontrovers diskutiert.

Was wächst auf Deutschlands Feldern?

In Deutschland wird auf etwa 16,6 Millionen Hektar, also knapp der Hälfte der gesamten Fläche, Landwirtschaft betrieben. Aber was wächst dort?

In Folie gewickelter Rundballen; im Hintergrund eine Rundballenpresse

Warum werden Rundballen in Folien eingewickelt?

Viele Betriebe produzieren Rundballen und wickeln sie in Folie. Doch welche Funktion erfüllt die Folie? Und was passiert nach der Nutzung mit ihr?