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Was wächst auf Deutschlands Feldern?

Letzte Aktualisierung: 22. Mai 2026

In Deutschland wird auf etwa 16,6 Millionen Hektar, also knapp der Hälfte der gesamten Fläche, Landwirtschaft betrieben. Aber was wächst dort?

Ausblick von Burg Mellnau
Fast die Hälfte der Fläche Deutschlands wird landwirtschaftlich genutzt.
Quelle: mpietsch - stock.adobe.com

In Kürze


Der Ackerbau besitzt mit rund 70 Prozent den größten Anteil an der landwirtschaftlich genutzten Fläche. Auf dem Acker werden Kulturen wie Weizen, Mais, Raps, Zuckerrüben, Kartoffeln oder verschiedene Gemüse angebaut.

Dauergrünland, darunter Wiesen und Weiden, macht 28,6 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche aus. Der Rest (1,2 Prozent) kommt dem Anbau von Obst, Wein und anderen Dauerkulturen zu.

Getreide überwiegt

Auf rund 36 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche wächst Getreide zur Körnergewinnung, also Getreide, von dem die ausgereiften, trockenen Samen geerntet werden. Neben der Körnernutzung gibt es noch Getreide zur Ganzpflanzenernte wie zum Beispiel Körnermais.

Knapp die Hälfte der Fläche für Körner-Getreide ist Weizen. Damit ist Weizen das bedeutendste Getreide in Deutschland. Zweitwichtigstes ist die Gerste. Sie nimmt gut ein Viertel der Getreidefläche zur Körnergewinnung ein.

Im Brotland Deutschland hat aber auch der Roggen eine gewisse Bedeutung. Er wird auf neun Prozent der Getreidefläche angebaut.

Der Körnermais, ebenfalls ein Getreide, hat einen Anteil von knapp neun Prozent an der Getreidefläche zur Körnergewinnung. Hafer ist dagegen im deutschen Ackerbau mit rund drei Prozent nur von geringer Bedeutung.

Eiweißfutter muss importiert werden

Mit Gras, Getreide und Mais können deutsche Tierhalter einen Großteil des Futterbedarfs für ihre Tiere decken. Was fehlt sind jedoch eiweißreiche Futtermittel. Diese werden in Deutschland nicht in ausreichend großen Mengen erzeugt. Man spricht daher auch von einer "Eiweißlücke". Sie betrug 2023/24 12 Prozent und wurde hauptsächlich durch hochwertige Proteinfuttermittel wie Soja gefüllt, das aus Übersee importiert wird.

Durch den seit 1990 stark gestiegenen Anbau von Raps ist auch das bei der Ölsaatenverarbeitung anfallende Rapsschrot zu einem mengenmäßig bedeutenden Eiweißträger für die Tierfütterung geworden.

Auf einem Großteil der Fläche wächst Tierfutter

Auf rund 9,2 Millionen Hektar, das sind etwa 55 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche Deutschlands, wird Futter für unsere Nutztiere erzeugt. Das liegt zum einen am hohen Futterbedarf. Zum anderen sind aber auch längst nicht alle landwirtschaftlich genutzten Flächen für die Erzeugung von Nahrungsmitteln geeignet: Grünland etwa oder Ackerflächen von minderer Bodenqualität.

Man unterscheidet zwei Formen des Futterbaus. Die eine ist die Grünlandnutzung. Hierzu zählen Wiesen, die zur Futtergewinnung gemäht werden, und Weiden, auf denen Tiere grasen. Das Grünland nimmt 47 Prozent der Futteranbaufläche in Deutschland ein.

Auf den restlichen 53 Prozent der Futteranbaufläche wird Futter von Ackerflächen gewonnen. Dabei handelt es sich vor allem um Mais, Gerste und Weizen, die  hierzulande Hauptbestandteil der Fütterung von Rindern, Schweinen und Geflügel sind.

In geringem Umfang, insbesondere im Ökolandbau, gibt es auf Ackerflächen noch den sogenannten Acker- oder Feldfutterbau. Dazu gehören beispielsweise Ackergras-, Kleegras- oder Luzernemischungen. Sie liefern wertvolles Futter, fördern die Bodenfruchtbarkeit und reduzieren das Unkrautproblem. Die Feldfutter-Pflanzen werden nach der Aussaat etwa ein bis drei Jahre lang regelmäßig gemäht und anschließend untergepflügt. Danach wird beispielsweise Getreide angebaut.

Gemüse und Obst hat geringen Flächenbedarf

Obst und Gemüse wird in Deutschland auf gerade mal 1,2 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche angebaut. Nimmt man die Kartoffeln dazu sind es drei Prozent.

Viele grüne Salatköpfe werden auf einem Feld angebaut.
Der Gemüsebau nimmt in Deutschland weniger als ein Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche ein.
Quelle: Zakharov Evgeniy/stock.adobe.com

Das hierzulande angebaute Obst und Gemüse reicht bei weitem nicht aus, um alle zu versorgen: Gemüse deckt 40 Prozent, Obst nur 18 Prozent des heimischen Bedarfs. Was fehlt, wird aus dem Ausland eingeführt. Die Hintergründe betrachtet der Artikel über den Selbstversorgungsgrad von Obst und Gemüse.

Anders sieht das bei der Kartoffel aus. Die beliebte Knolle wird hierzulande in so großen Mengen erzeugt, dass ein großer Teil davon ins Ausland verkauft werden kann.

Die Anbaufläche für Obst und Gemüse ist zwar sehr klein, der Arbeitsaufwand dagegen sehr groß. Für die Pflege und vor allem die Ernte vieler Obst- und Gemüsekulturen ist viel Handarbeit nötig – sehr viel mehr als zum Beispiel für Getreide, Raps oder Zuckerrüben.

Apfel – mit Abstand die Nummer 1

Obst wird in Deutschland meist in klimatisch begünstigten Gebieten angebaut. Bedeutende Obstbaugebiete sind zum Beispiel die Bodenseeregion oder das "Alte Land" bei Hamburg. Insgesamt werden hierzulande auf 68.420 Hektar Baumobst, Strauchbeeren und Erdbeeren angebaut. Knapp die Hälfte der Obstanbaufläche wird für den Anbau von Äpfeln genutzt. Knapp 19 Prozent entfallen auf Erdbeeren und 10,5 Prozent auf Kirschen.

Vorschau Infografik "Was wächst auf Deutschlands Feldern?"

Gemüsebau: Möhren aus dem Freiland, Tomaten aus dem Gewächshaus

Viele Bundmöhren auf einem Haufen
Möhren gehören in Deutschland zu den beliebtesten Gemüsearten.
Quelle: MC_Noppadol via Getty Images

Auch der Gemüseanbau ist in Deutschland flächenmäßig eine Nische. Zwar fällt die Anbaufläche deutlich größer aus als beim Obst. Mit rund 131.700 Hektar ist sie aber rund 45-mal kleiner als die Getreideanbaufläche.

Wichtigste Anbaukulturen sind die Speisezwiebel und der Spargel, die auf jeweils 15 Prozent der Gemüseanbaufläche wachsen. Dahinter folgen Möhren mit elf Prozent.

Beim Gemüsebau unterscheidet man zwischen Feldgemüsebau, gärtnerischem Freilandanbau und Anbau im Gewächshaus. Möhren und Zwiebeln werden beispielsweise im Feldgemüsebau erzeugt. Typisch für den Feldgemüsebau ist, dass die Anbauflächen meist nur einmal pro Jahr genutzt werden und ein regelmäßiger Fruchtwechsel mit anderen landwirtschaftlichen Kulturen, wie zum Beispiel Getreide, stattfindet. Der Aufwand für Handarbeit ist dabei eher gering.

Anders sieht das beim gärtnerischen Freilandanbau aus. Hier werden die Flächen teilweise mehrfach im Jahr mit unterschiedlichen Kulturfolgen bebaut. Typische Gemüsekulturen dieser Produktionsrichtung sind zum Beispiel Kohlrabi, Kopfsalat oder Radieschen. Besonders ertragreich, dafür aber auch sehr arbeits- und kostenintensiv ist die Gemüseerzeugung im Gewächshaus. Typische Gewächshauskulturen sind Tomaten, Gurken und Paprika.

Wein und Hopfen - weltmeisterlich

Blick in einen Hopfengarten. Ein Teil der Reben ist geerntet, ein anderer steht kurz vor der Ernte.
Die bayerische Hallertau ist das größte Hopfenanbaugebiet der Welt.
Quelle: landpixel.de

Der Anbau von Wein und Hopfen beschränkt sich auf wenige, klimatisch begünstigte Regionen. Dort aber sind die deutschen Winzer und Hopfenbauer hochproduktiv. Auf rund vier Prozent der Rebflächen der EU erzeugen deutsche Winzer knapp sechs Prozent der gesamten EU-Weinmenge. Und auch die deutschen Hopfenpflanzer sind weltmeisterlich: Rund ein Drittel der weltweiten Hopfenanbaufläche liegt in Deutschland.

Anbau von nachwachsenden Rohstoffen

Seit den 1980er-Jahren haben Anbau und Nutzung nachwachsender Rohstoffe in Deutschland stark an Bedeutung gewonnen. Nachwachsende Rohstoffe werden zur Erzeugung von Wärme, Strom und Kraftstoffen genutzt. Oder sie dienen als Rohstoffe für die Industrie, zum Beispiel zur Herstellung von Schmier- und Farbstoffen, Textilien, Kosmetika oder Arzneimitteln. 2024 wurden in Deutschland auf knapp 2,3 Millionen Hektar – das sind knapp 14 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche – Rohstoffpflanzen angebaut, vor allem Energiepflanzen wie Mais und Raps.


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BMEL-Statistik


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