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Was ist ein Bruderhahn?

Einige Geflügelhalterinnen und -halter, vor allem Bio-Betriebe, haben in den letzten Jahren mit der  Aufzucht von "Bruderhähnen" begonnen.

Hähne in Freilandhaltung
Quelle: Bruderinitiative Deutschland e.V

Legehennen sind so gezüchtet, dass sie viele Eier legen. Sie setzen aber kaum Fleisch an. Dafür gibt es extra gezüchtete Masthühner, die wiederum weniger Eier legen.

Auch die Hähne der Legehennen-Züchtungen setzen weniger und auch sehr viel langsamer Fleisch an und eignen sich daher nicht als Brathähnchen.

Bisher hat man sie daher aus wirtschaftlichen Gründen aussortiert, getötet und an andere Tiere verfüttert. Lange Zeit haben die Eierkonsumenten das entweder nicht gewusst oder hingenommen. Inzwischen hat jedoch ein Umdenken eingesetzt. Immer mehr Menschen wollen diese Praxis nicht länger tolerieren und fordern Alternativen.

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Daher haben Geflügelhalterinnen und -halter mit der "Bruderhahn"-Aufzucht begonnen und mästen die männlichen Legeküken. Da ein Legehennen-Hahn während der viermal so langen Aufzucht aber viel mehr Futter braucht als ein Masthähnchen, muss er im Laden später auch deutlich mehr kosten. Die Mast eines Bruderhahns ist fast doppelt so teuer wie die eines Masthähnchens. Das würden allerdings nur die wenigsten Verbraucherinnen und Verbraucher bezahlen.

Daher haben sich einige Bio-Betriebe und auch verschiedene Handelsketten für das System der Querfinanzierung entschieden. Das funktioniert so: Die Eier der Legehennen werden zwischen ein und vier Cent teurer verkauft. Mit dem Erlös werden männliche Küken gemästet. Das Prinzip wird aber bisher nur bei weniger als fünf Prozent der insgesamt 45 Millionen aussortierten Legehähnchen pro Jahr angewendet.

Und im Grunde ist auch das nur eine Zwischenlösung. Daher wird wieder in die Züchtung von "Zweinutzungshühnern" investiert, die sowohl Eier legen als auch Fleisch ansetzen. Also hin zu Rassen, die man bis vor 50 Jahren noch hatte.

Zurzeit laufen auch Forschungsprojekte zu Methoden, mit denen man bei befruchteten Hühnereiern das Geschlecht schon frühzeitig im Ei erkennen kann. Eier, aus denen sich männliche Küken entwickeln, könnten dann aussortiert werden, bevor der Embryo darin ein Schmerzempfinden entwickelt hat.

Letzte Aktualisierung: 15. November 2020


Weitere Informationen

Bruderhahn Inititative Deutschland

B&B Agrar: Eine Lösung für das Hähnchenproblem

Tierwohl-staerken.de: Hühnerleben: Mehr Schutz für männliche Küken

Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL): Video - Alternativen zum Töten männlicher Küken


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