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Hopfen: Eine ganz spezielle Kulturpflanze

Ohne Hopfen, kein Bier – das wissen die meisten. Doch wissen Sie auch, wo der Hopfen herkommt und wie er angebaut wird?

Reihe mit Hopfenreben, die an einem Drahtgerüst ranken; daneben ein Anhänger mit geernteten Hopfenreben.
Mehr als ein Drittel des weltweiten Hopfens wird in Deutschland angebaut.
Quelle: landpixel.de

Hopfen ist – neben Wasser, Malz und Hefe – ein essentieller Bestandteil von Bier. Das heißt, wo immer auf dieser Welt Bier gebraut wird, ist Hopfen im Spiel. Hopfen verleiht dem Bier die angenehme Bittere, sorgt für den typischen Geruch und Geschmack und fördert die Schaumbildung.

Hopfen ist aber auch der Stoff, der das Bier überhaupt erst haltbar macht. Denn chemische Zusatzstoffe im Bier sind – zumindest in Deutschland – verboten.

Außer als Zutat für Bier ist Hopfen auch noch als Arzneipflanze bekannt.  – vorwiegend als Schlaf- und Beruhigungsmittel in Kombination mit Baldrian . Rund 99 Prozent der weltweiten Hopfenernte gehen jedoch ins Bier!

Wie viel Hopfen kommt ins Bier?

Für einen Liter Bier benötigt man gerade mal ein Gramm Hopfen. Die Erntemenge einer Hopfenpflanze reicht im Durchschnitt für 400 Liter Bier.

Wo wird Hopfen angebaut?

2019 wurden weltweit rund 129.000 Tonnen Hopfen geerntet. Diese Menge Hopfen wurde auf einer Fläche von knapp 62.000 Hektar erzeugt – das entspricht etwa einem Viertel der Fläche des Saarlands. Mehr als drei Viertel des weltweit geernteten Hopfens stammt aus zwei Ländern: USA und Deutschland.

Die in Bayern gelegene Hallertau ist mit rund 17.000 Hektar nicht nur das größte Anbaugebiet Deutschlands, sondern auch das größte der Welt. In der Hallertau liegen 83 Prozent aller deutschen Hopfenanbauflächen. Die restlichen 17 Prozent verteilen sich auf die Anbaugebiete Elbe-Saale, Tettnang, Spalt und Bitburg . Aktuell gibt es in Deutschland noch etwa 1.100 Hopfenbaubetriebe – vor 20 Jahren waren es noch über 5.000!

Ein anspruchsvolles Gewächs

Es gibt Gründe, warum Hopfen nur in bestimmten Regionen dieser Welt angebaut wird. Um gut gedeihen zu können, benötigt die anspruchsvolle Pflanze nämlich besonders gute Böden und ein ganz spezielles Klima. Der Boden sollte locker und tiefgründig sein und sich im Frühjahr schnell erwärmen. In puncto Klima verlangt der Hopfen ausreichend Sonnenschein und Niederschlag, aber nicht zu viel davon. Außerdem Frostfreiheit zwischen den Monaten April und September.

Hopfen ist mit Hanf verwandt

Hopfendolden am Hopfenstock, auf denen gelbe Harzkügelchen zu erkennen sind.
Nur die weiblichen Hopfendolden enthalten die gelben Harzkügelchen, die das für den Brauprozess wichtige Lupulin enthalten.
Quelle: landpixel.de

Hopfen ist eine mehrjährige Pflanze aus der Familie der Hanfgewächse. Typisch für die meisten Pflanzen dieser Familie ist ihre Zweihäusigkeit. Das bedeutet, es gibt rein weibliche und rein männliche Pflanzen. Für den Hopfenanbau sind ausschließlich die weiblichen Pflanzen von Bedeutung, da nur sie die lupulinhaltigen und aromareichen Hopfendolden haben. Männliche Pflanzen werden nur in der Hopfenzüchtung für die Kreuzung verwendet. Tauchen in einem Hopfenanbaugebiet doch mal männliche Pflanzen auf, werden sie sofort gerodet. Denn eine Befruchtung der weiblichen Dolden hätte negative Auswirkungen auf die Schaumbildung des späteren Bieres.

Gerüste stützen die tonnenschweren Pflanzen

Auf einem Hektar – 10.000 Quadratmeter – werden je nach Sorte zwischen 3.600 und 4.500 Hopfenpflanzen angebaut. Einmal gepflanzt, kann eine Pflanze bis zu 50 Jahre lang genutzt werden, bevor sie gerodet und neugepflanzt werden muss.

Blick in einen Hopfengarten. Ein Teil der Reben ist geerntet, ein anderer steht kurz vor der Ernte.
Die Hopfenreben werden an sieben Meter hohen Gerüsten kultiviert.
Quelle: landpixel.de

Hopfenreben erreichen eine Höhe von etwa sieben Metern und werden daher in speziellen Gerüstanlagen angebaut. Dort ranken die Pflanzen an Drähten, die zwischen Masten gespannt sind, in die Höhe. Da ein Hektar Hopfen ein Gewicht von bis zu 100 Tonnen erreichen kann, müssen diese Drähte und Masten sehr stabil und gut im Boden verankert sein.

Sobald im Frühjahr die neuen Hopfentriebe sprießen, werden diese in einer Höhe von etwa 50 Zentimetern um die Rankdrähte gewickelt. An diesen wachsen sie dann eigenständig empor – und das extrem schnell: Im Schnitt schafft eine Hopfenpflanze zehn Zentimeter pro Tag – unter günstigen Bedingungen sogar bis zu 35. Somit erreichen die Pflanzen bereits nach rund 70 Tagen – Ende Juni/Anfang Juli – die Gerüsthöhe von sieben Metern und beginnen dann mit der Blüte. Daraus bilden sich bis Ende August die reifen Dolden – je nach Sorte und klimatischen Bedingungen 5.000 bis 10.000 Dolden pro Rebe.

Ernte

Stationäre Hopfen-Pflückmaschine bei der Verarbeitung der Hopfenreben.
Die Dolden werden mit einer Pflückmaschinen aus den Reben gekämmt und anschließend getrocknet.
Quelle: landpixel.de

Von Ende August bis Anfang Oktober wird der Hopfen geerntet. Mit einem speziellen Gerät „reißen“ die Hopfenbäuerinnen und -bauern die Reben herunter und verladen sie auf Anhänger, mit denen sie zur Pflückmaschine gefahren werden. Diese Maschine kämmt die Dolden aus den Reben. Anschließend werden die Dolden schonend auf einen Wassergehalt von zehn Prozent heruntergetrocknet, damit sie gelagert werden können.

Um ihn besser transportieren zu können wird der getrocknete Hopfen in Ballen gepresst. Ein kleiner Teil des Hopfens wird in diesem Zustand bereits an die Brauereien ausgeliefert. Der weitaus größere Teil der Ernte wird jedoch noch in einem weiteren Schritt zu Pellets verarbeitet.

Laut dem Verband deutscher Hopfenpflanzer werden nur etwa 20 bis 30 Prozent der deutschen Hopfenernte in Deutschland verarbeitet. Der größere Teil wird in über 100 Länder der Welt exportiert.

Letzte Aktualisierung: 6. Oktober 2020


Weitere Informationen

Verband Deutscher Hopfenpflanzer: Hopfen-Infos – Vom Pflanzen bis zum Bier


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