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Verlust landwirtschaftlicher Flächen: Täglich gehen 58 Hektar verloren

In Deutschland wird jeden Tag eine Fläche von rund 82 Fußballfeldern für den Siedlungs- und Verkehrsbau ausgewiesen – meist wertvolles Acker- oder Grünland.

Verkehrsprojekte wie der Bau von Autobahnen führen zu einem Rückgang der Landwirtschaftsfläche.
Quelle: ewg3D via Getty Images

Dem Deutschen Bauernverband zufolge hat die Landwirtschaftsfläche durch Verkehrs- und Siedlungsprojekte zwischen 1992 und 2017 um rund 1,29 Millionen Hektar abgenommen. Das entspricht etwa der Hälfte der Fläche Mecklenburg-Vorpommerns.

Doch nicht nur die unmittelbare Bebauung der Fläche trägt dazu bei, dass wertvolles Ackerland verloren geht. Auch Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen sind dafür mitverantwortlich. Denn jeder bauliche Eingriff in die Natur muss nach Bundesnaturschutzgesetz kompensiert werden. Auch dafür werden landwirtschaftliche Flächen in Anspruch genommen. So kann zum Beispiel ein Bauherr den Bau seiner Fabrik naturschutzrechtlich ausgleichen, indem er dafür sorgt, dass eine intensiv genutzte Ackerfläche in eine artenreiche Wiese umgewandelt wird.

Deutschlands Ziel: 30 Hektar und weniger bis 2030

Zwar konnte der tägliche Flächenzuwachs für neue Siedlungen und Verkehrswege in den vergangenen Jahren reduziert werden: Von über 130 Hektar im Jahr 2004 bis auf 58 Hektar im Durchschnitt der Jahre 2014 bis 2017. Doch auch diese täglichen 58 Hektar sind noch zu viel.

Durch Siedlungsbau werden immer mehr Flächen versiegelt – mit negativen Folgen für Klima und Umwelt.
Quelle: Bim via Getty Images

Denn durch die zunehmende Flächenversiegelung gibt es immer weniger Lebensräume für Tiere und seltene Pflanzenarten – mit der Folge, dass immer mehr Arten aussterben. Außerdem schadet der Flächenverbrauch dem Klima, da immer weniger natürliche Böden und Wälder zur Verfügung stehen, um das klimaschädliche CO2 zu binden. Und auch vor dem Hintergrund der global stark wachsenden Weltbevölkerung ist die zunehmende Bebauung von landwirtschaftlichen Flächen problematisch. Denn wir brauchen immer mehr Flächen für den Anbau von Nahrungsmitteln.

Die deutsche Bundesregierung hat sich deshalb schon vor Jahren im Rahmen der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2030 die Neuinanspruchnahme von Flächen für Siedlungen und Verkehr auf unter 30 Hektar pro Tag zu senken. Langfristig soll sogar überhaupt keine zusätzliche Fläche mehr für Siedlungs- und Verkehrszwecke in Anspruch genommen werden müssen.


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