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Äpfel

Der Apfel ist die wichtigste Baumobstart in Deutschland. Mengenmäßig von Bedeutung sind rund 30 Sorten – allen voran der Elstar.

Apfelanbau in Deutschland

Auf rund 33.600 Hektar weden in Deutschland Äpfel angebaut. Knapp ein Fünftel der Apfelanbaufläche wurde 2019 ökologisch bewirtschaftet.
Quelle: Thomas Stephan - BLE

Räumlich konzentriert sich der Baumobstanbau auf wenige Regionen in Baden-Württemberg, Niedersachsen, Sachsen und Nordrhein-Westfalen. Die Anbaufläche von Äpfeln liegt bei 33.600 Hektar (Stand 2021), dies sind rund 70 Prozent der gesamten Baumobstanbaufläche.

Von den 2020 in Deutschland geernteten Äpfeln wurden mehr als 70 Prozent als Tafeläpfel verkauft, weitere 28 Prozent wurden als Verwertungs- oder Industrieobst - etwa zur Produktion von Fruchtsaft - verwendet. Die restlichen zwei Prozent zählen zum Eigenverbrauch oder zu Lager- und Verarbeitungsverlusten.

Die Hauptapfelsorte im deutschen Anbau ist 'Elstar' mit 23,7 Prozent der Tafelapfelanbaufläche (Stand 2017). Dahinter kommen mit Abstand die Sorten 'Braeburn' (10 %), 'Gala' (8,4 %), 'Jonagold' (8,1 %) und 'Jonagored' (7 %).

Sortenvielfalt

Mitte des 19. Jahrhunderts waren in Deutschland etwa 2.000 Apfelsorten bekannt, doch im Zuge des Erwerbsobstbaus und in Folge der Lebensmittelknappheit nach dem zweiten Weltkrieg konnten nur besonders leistungsstarke Sorten wirtschaftlich bestehen. Verbraucherinnen und Verbraucher können zum Erhalt der Sortenvielfalt beitragen, indem sie im eigenen Garten alte Apfelsorten anpflanzen, regionale und seltene Sorten kaufen oder Streuobstwiesen pflegen. 

Ökologischer Apfelanbau

Auf einer Fläche von 6.092 Hektar wurden 2017 ökologisch erzeugte Äpfel angebaut. Das entspricht einem Anteil von 18 Prozent. Auf rund 57 Prozent dieser Fläche werden Tafeläpfel angebaut, auf den übrigen 43 Prozent Wirtschaftsäpfel.

Im ökologischen Anbau sind Sorten mit geringer Krankheitsanfälligkeit wichtig, da keine chemischen Pflanzenschutzmittel angewendet werden dürfen. Daher werden Sorten gewählt, die möglichst viele Resistenzen gegen Krankheiten oder Schadorganismen mitbringen. Die wohl bekannteste schorfresistente Apfelsorte ist der 'Topaz'.

Zu den Standardsorten im ökologischen Apfelanbau gehören unter anderem auch 'Elstar' und 'Jonagold'.

Anbau hat sich in den letzten 50 Jahren stark verändert

Der erwerbsmäßige Obstanbau hat sich seit den 1970er Jahren stark verändert. Prägten bis dahin großkronige, hochstämmige und damit arbeitsintensive Apfelbäume die Anlagen, findet der Anbau heute ausschließlich auf kleinkronigen Spindeln statt. Auf derselben Fläche stehen dadurch heute 10- bis 20-mal so viele Bäume. Ihre Wuchshöhe ist auf maximal drei bis vier Meter beschränkt, sodass alle Früchte direkt von Hand gepflückt werden können oder zumindest mit höhenverstellbaren Pflückwagen erreichbar sind.

Die Ernte von Äpfeln

Personen bei der Apfelernte
Apfelernte in einer Plantage
Quelle: BLE

Geerntet werden Tafeläpfel auch heute noch von Hand. Für die industrielle Verarbeitung können allerdings auch Rüttler mit Auffangschirmen eingesetzt werden. Die Äpfel sollen so sorgsam wie möglich behandelt und angefasst werden. Wichtig ist unter anderem, dass sie durch Heben und Drehen von den Trieben gelöst werden und vorsichtig aus den Pflückgefäßen in die Transportbehälter gerollt werden.

Auch die Empfindlichkeit der Früchte in Abhängigkeit vom Reifegrad und der Sorte spielt eine Rolle. Sind die Früchte zu reif, kann bereits der Fingerdruck beim Pflücken oder das Ausleeren des Pflückbehälters in die Großkiste zu Druckstellen mit Verbräunungen führen. Auch wenn die Früchte nur leicht verletzt werden, mindert dies die Qualität und die Früchte leiden beim nachfolgenden Sortieren, Verpacken und Transportieren.

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Lagerung und Klimabilanz von Äpfeln

Je nach Sorte und Reifegrad werden die Äpfel nach der Ernte direkt verkauft oder in gasdichten Kühllagern eingelagert. Die Kombination aus niedrigen Temperaturen (0-4 Grad Celsius), niedrigem Sauerstoffgehalt, hohem Kohlendioxidgehalt und konstant hoher Luftfeuchtigkeit verlangsamt den natürlichen Alterungsprozess und hält die Äpfel für Monate frisch.

Etwa fünf Prozent der in Deutschland verzehrten Äpfel stammt aus Ländern der südlichen Hemisphäre (Z.B. Chile oder Neuseeland). Dort reifen die Äpfel im März und April, also genau zu der Zeit, wenn europäische Lageräpfel knapp werden. Doch Importe aus Übersee benötigen viel Energie für den Transport hierher. Deutsche Äpfel hingegen werden im Kühllager aufbewahrt. Auch das ist energieaufwändig.

Wie eine Studie des Instituts für Energie- und Umweltforschung Heidelberg (ifeu) aus dem Jahr 2020 zeigen konnte, haben deutsche Äpfel, die im Herbst geerntet, aber erst im April verkauft werden trotzdem gegenüber solchen aus Neuseeland die Nase vorn: Sie erzeugen laut ifeu nur halb so viel CO2 wie die importierten Äpfel.

Entscheidend für die Klimabilanz beim Apfelkauf ist aber nicht nur der Weg des Apfels in den Laden, sondern auch der des Käufers oder der Käuferin. Denn wer mit dem Auto zum Supermarkt fährt, verursacht schon auf kurzen Strecken schnell eine größere Menge CO2 als das dort gekaufte Kilo Importäpfel.

Letzte Aktualisierung: 3. Dezember 2021


Weitere Informationen

Bundeszentrum für Ernährung (BZfE): Äpfel - Vom Baum bis in die Küche

Bundesinformationszentrum Landwirtschaft: Äpfel – Produktinformation

ifeu - Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg: Ökologische Fußabdrücke von Lebensmitteln und Gerichten in Deutschland


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