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Was ist ein Bruderhahn?

Letzte Aktualisierung: 24. November 2025

Die männlichen Tiere von Legehennen-Zuchtlinien nennt man Bruderhähne. Sie werden von einigen Betrieben mit aufgezogen.

Hähne in Freilandhaltung
Hähne in Freilandhaltung
Quelle: Bruderhahn Initiative Deutschland e.V

In Kürze


Die heute in den meisten Eiererzeugungsbetrieben gehaltenen Legehennen sind so gezüchtet, dass sie viele Eier legen. Fleisch setzen sie dagegen kaum an. Dafür gibt es extra gezüchtete Masthühnerrassen.

Auch die Hähne der Legehennen-Züchtungen setzen weniger und sehr viel langsamer Fleisch an. Daher eignen sie sich nicht für eine wirtschaftliche Brathähnchenmast. Lange Zeit hat man sie deswegen nach dem Schlupf aussortiert, getötet und an andere Tiere verfüttert. Zahlreiche Eierkonsumentinnen und Eierkonsumenten haben das entweder nicht gewusst oder einfach hingenommen. Nach und nach hat aber in der Gesellschaft ein Umdenken stattgefunden. Immer mehr Menschen wollten diese Praxis nicht länger tolerieren und forderten Alternativen.

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Einige Geflügelhalterinnen und Geflügelhalter begannen daher mit der Bruderhahn-Aufzucht. Das heißt, sie mästeten die männlichen Tiere der Legehennen-Zuchtlinien. Da ein Hahn einer Legerasse während der viermal so langen Aufzucht aber viel mehr Futter braucht als ein Masthähnchen, muss er im Laden später auch deutlich teurer verkauft werden. Weil aber nur die wenigsten Verbraucherinnen und Verbraucher bereit sind, den hohen Preiszuschlag zu bezahlen, haben sich einige direktvermarktende Betriebe und später auch Handelsketten für das System der Querfinanzierung entschieden. Das funktioniert so: Die Eier der Legehennen werden einige Cent teurer verkauft. Mit dem Mehrerlös können die männlichen Küken gemästet werden.

Entwicklung seit dem Verbot des Kükentötens

Seit 2022 ist das Töten von Hühnerküken in Deutschland gesetzlich verboten. Direkt nach Inkrafttreten des Verbots nahm die Bruderhahnaufzucht zunächst deutlich zu, weil viele Betriebe die männlichen Küken der Legehennen-Linien weiterhin ausbrüten und aufziehen mussten. 2022 waren es rund 10,6 Millionen Tiere. Inzwischen ist die Zahl jedoch wieder zurückgegangen und lag im Jahr 2024 bei 4,9 Millionen.

Der Grund für die Abnahme: In immer mehr Brütereien haben sich Verfahren zur Geschlechtsbestimmung im Ei etabliert. Durch diese sogenannten In-ovo-Methoden kann das Geschlecht bereits im Embryonalstadium festgestellt werden, sodass männliche Embryonen gar nicht erst ausgebrütet werden. Nach Angaben des Vereins für Kontrollierte Alternative Tierhaltungsformen (KAT) wurden Anfang 2024 bereits etwa 70 Prozent der männlichen Küken im Ei erkannt – Tendenz steigend. Dadurch wird die Zahl der tatsächlich schlüpfenden und als Bruderhähne aufzuziehenden Tiere weiter sinken.

Die meisten der ökologischen Anbauverbände sprechen sich grundsätzlich gegen die Geschlechtserkennung im Ei aus. Viele von ihnen haben zugesichert Bruderhähne aufzuziehen. Langfristiges Ziel der Verbände ist ohnehin die Verwendung von "Zweinutzungshühnern", die sowohl Eier legen als auch Fleisch ansetzen. Die Ökologische Tierzucht GmbH, die von den Verbänden Bioland und Demeter gegründet wurde, arbeitet bereits seit 2015 an der Züchtung solcher Tiere für die ökologische Haltung und kann inzwischen einige Rassen vorweisen, die sich in der Öko-Praxis bewährt haben.


Weitere Informationen

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