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Wie viel CO2 binden Wälder?

Letzte Aktualisierung: 12: März 2026

Erhalt und Aufforstung von Wäldern sind wichtige Maßnahmen zur Eindämmung des Klimawandels. Aber wie funktionieren Bäume als CO2-Senke?

Ein Kubikmeter Buchenholz enthält durchschnittlich etwa 340 Kilogramm Kohlenstoff.
Quelle: BLE

In Kürze


Jedes Jahr wachsen die Bäume im Wald, nehmen an Umfang und Höhe zu und bilden so im Laufe ihres Lebens eine große Menge Holz. In diesem Holz ist eine beachtliche Menge Kohlenstoff gebunden, den die Bäume bei der Photosynthese aus dem Kohlendioxid der Luft gewinnen.

Ein Kubikmeter Buchenholz enthält durchschnittlich etwa 340 Kilogramm Kohlenstoff; das entspricht einer Menge von 1,25 Tonnen Kohlendioxid, die der Baum für dieses Holzwachstum der Luft entzogen hat.

Laut der Kohlenstoffinventur 2017 liegt der jährliche Holzzuwachs bei Buchen im bundesweiten Durchschnitt bei etwa neun Kubikmetern pro Hektar und Jahr. Das heißt, dass ein durchschnittlicher Buchenwald pro Hektar neun Kubikmeter neues Holz pro Jahr bildet. Dabei werden von den Buchen (oberirdisch und in den Wurzeln) etwa 11 Tonnen CO2 pro Jahr und Hektar gebunden.

Das ist allerdings ein eher theoretischer Wert. Denn davon wird über die gesamte Lebenszeit eines solchen Buchenbestandes etwa die Hälfte entnommen, damit sich die verbleibenden Bäume gut und möglichst gesund entwickeln können.

Ein Großteil der entnommenen Bäume wird als Brennholz (Pellets, Hackschnitzel oder Scheitholz) weiterverwendet. Wenn damit fossile Energiequellen ersetzt werden, verbessert auch dieses vorzeitig entnommene Holz unsere CO2-Bilanz.

Ein Beispiel für die Senkenwirkung der Wälder

Wird zum Beispiel durch die Verbrennung von Mineralöl, also fossilem Kohlenstoff, CO2 freigesetzt, können diese Emissionen durch die Senkenwirkung des Waldes kompensiert werden.

Wenn die Wirkung von Wäldern als CO2-Senke berechnet wird, geht es nicht um den bereits in Holz oder Wurzeln gebundenen Kohlenstoff, sondern um das, was jedes Jahr durch das Wachstum der Bäume zusätzlich gebunden wird.

Aber von welchen Größenordnungen reden wir überhaupt? Ein konkretes Rechenbeispiel auf Grundlage des CO2-Rechners des Umweltbundesamtes (UBA) hilft dabei, sich vor Augen zu führen, wie viel Waldfläche benötigt wird, um mit deren jährlichem Zuwachs klimaschädliche Emissionen auszugleichen. 

Reist eine vierköpfige Familie mit dem Flugzeug von Frankfurt am Main nach Mallorca verursacht dies rund 2.040 Kilogramm CO2-Ausstoß. Um dies zu kompensieren, benötigt es den Jahreszuwachs eines Buchenwaldes von rund 43 mal 43 Metern.

Senkenwirkung der Wälder zuletzt geschwächt

Allerdings hat sich die Rolle der Wälder als Kohlenstoffsenke in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Die Ergebnisse der letzten Bundeswaldinventur 2022 zeigen, dass der Kohlenstoffvorrat in den deutschen Wäldern zuletzt zurückgegangen war. Gründe waren vor allem mehrere Dürrejahre, Stürme und massive Schäden durch Borkenkäfer, die vielerorts zu großen Baumverlusten geführt haben. In dieser Zeit setzten die Wälder zeitweise mehr Kohlendioxid frei, als sie durch ihr Wachstum zusätzlich binden konnten.

Nach aktuellen Angaben des UBA deutet sich inzwischen eine leichte Trendwende an: Demnach nimmt der deutsche Wald derzeit wieder etwas mehr CO2 auf, als er abgibt. Die Senkenwirkung ist jedoch bislang nur schwach ausgeprägt.


Weitere Informationen

Umweltbundesamt (UBA): CO2-Rechner

Bundeslandwirtschaftsministerium (BMLEH): Dem Wandel begegnen – Maßnahmen für die Anpassung von Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Fischerei und Aquakultur an den Klimawandel

Der Wald in Deutschland, Bundeswaldinventur 2022 (PDF)


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