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Sechs Hausmittel gegen Blattlaus und andere Schädlinge und Pflanzenkrankheiten im Garten

Letzte Aktualisierung: 20. Oktober 2025

Einfache Hausmittel wie Seifen, Pflanzenöle, Zucker, Milch oder Natron können gegen Pflanzenschädlinge und Schaderreger im Garten helfen.

Hand an Sprühflasche im Garten bei der Behandlung.
Ob Sonnenblumenöl, Zucker oder Natron – verschiedene Hausmittel können helfen, Pflanzen gegen Schaderreger oder Schädlinge zu schützen.
Quelle: ElenaMasiutkina/stock.adobe.com

In Kürze


Saftige Äpfel, leckere Beeren oder gesundes Gemüse – wer möchte das nicht aus dem eigenen Garten ernten? Manchmal machen jedoch Schädlinge wie Blattläuse oder Schaderreger wie Mehltau-Pilze einen Strich durch die Rechnung, oder sie versuchen es zumindest. Jauchen, Brühen oder Tees aus Pflanzen können helfen, aber es gibt auch einige Hausmittel, die schon seit mehreren hundert Jahren erfolgreich eingesetzt werden.

Dazu gehören zum Beispiel Schmierseife, Sonnenblumen- und Rapsöl, Milch, Natron und Zucker. Bei vielen Mitteln fehlt der wissenschaftliche Nachweis, allerdings wurden sie bislang kaum erforscht. Der Versuch lohnt sich aber trotzdem, denn viele Hobbygärtnerinnen und Hobbygärtner haben sie bisher erfolgreich eingesetzt.

Im Artikel stellen wir Ihnen sechs verschiedene Hausmittel gegen Schädlinge und Pflanzenkrankheiten vor. Erfahren Sie, wie die Zubereitungen hergestellt werden und gegen welche Plagegeister sie helfen. Über die Links finden Sie Steckbriefe der Krankheiten und Schädlinge, um die Bestimmung zu erleichtern.

Integrierter Pflanzenschutz auch im privaten Garten

Grundsätzlich gelten auch für den privaten Garten die Prinzipien des Integrierten Pflanzenschutzes. Das bedeutet, dass vor dem Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln alle anderen vorbeugenden und nicht-chemischen Maßnahmen ausgeschöpft werden sollten – auf Basis einer gründlichen Diagnose der Schadursache.

Blattläuse auf einer Gartenpflanze werden mit Flüssigkeit aus einer gelben Sprühflasche besprüht.
Grundstoffe sind eigentlich nicht für den Pflanzenschutz entwickelt worden. Sie dürfen dennoch unter bestimmten Voraussetzungen eingesetzt werden.
Quelle: Skórzewiak/stock.adobe.com

Die meisten der im Folgenden aufgeführten Hausmittel werden als sogenannte “Grundstoffe” klassifiziert, die im Haus- und Kleingarten zur Bekämpfung von Schädlingen und Schaderregern eingesetzt werden dürfen. Schmier- und Kernseife sowie Rapsöl haben zwar keinen “rechtlichen” Status als Grundstoff, viele Gärtnerinnen und Gärtner berichten aber von guten Erfahrungen.

Was sind Grundstoffe?

Bei Grundstoffen (englisch: basic substances) handelt es sich um Stoffe und Gemische, die zwar keine Pflanzenschutzmittel sind, aber für diesen Zweck genutzt werden können. In der Regel sind Grundstoffe Produkte aus der Lebensmittelproduktion, wie zum Beispiel Essig, Fruktose, Sonnenblumenöl, Bier und Lecithine. Häufig sind außerdem Auszüge aus Pflanzen, wie Brennnesseln, Ackerschachtelhalm oder Zwiebeln.

Grundstoffe werden ähnlich wie Pflanzenschutzmittel behördlich zugelassen und dürfen auch in der gewerblichen Landwirtschaft eingesetzt werden. Detaillierte Informationen finden Sie in der Grundstoffdatenbank des Pflanzenschutzamts Berlin.

1. Schmier- und Kernseife

Schmier- und Kernseifen sind nicht als Grundstoff zugelassen, gelten aber als altes Hausmittel bei der Bekämpfung von Schädlingen, insbesondere von Blattläusen. Die Seife sollte nicht aus Mineralöl hergestellt worden sein und keine Duft- oder Farbstoffe enthalten.

Ein Stück feste und geraspelte Kernseife mit Raspel und Schüssel mit Wasser auf einem Tisch.
Feste Kern- und flüssige Schmierseifen sind ein altes Hausmittel unter anderem gegen Blattläuse.
Quelle: Heike Rau/stock.adobe.com

Wirkungsprinzip: Die Seifenlösung legt sich als flüssiger Film auf die Pflanzen und die Schädlinge, die dadurch ersticken.

Herstellung: 30 Gramm Kernseifenspäne (z. B. mit Haushaltsreibe kleingeraspelt) in 1 Liter heißem Wasser oder 50 Gramm flüssige Schmierseife in 1 Liter warmem Wasser auflösen und abkühlen lassen; bei starkem Befall 2 Teelöffel Alkohol oder Spiritus hineinrühren, damit die Lösung schneller eindringt.

Anwendung: Die Flüssigkeit in eine geeignete Sprühflasche füllen und die betroffenen Pflanzen gründlich und tropfnass besprühen; vorzugsweise am Abend, wenn zum Beispiel der tägliche Bienenflug beendet ist, damit so wenig Nützlinge wie möglich mitgetroffen werden.

Hilft gegen: Insbesondere gegen Blattläuse, Schmier-/Wollläuse, Weiße Fliege und Spinnmilben.

Tipp: Gegebenenfalls vorher die Pflanzenverträglichkeit prüfen. Die Anwendung bei Bedarf wiederholen. Reste können zum Beispiel als Handseife verwendet werden.

2. Essig

Wirkungsweise: Die Essigsäure hemmt das Wachstum von Bakterien und anderen Organismen und wirkt desinfizierend.

Herstellung: Essigessenz mit 25 Prozent Essigsäure wird mit einer bestimmten Menge Wasser gemischt. 

Anwendung: Essig eignet sich für die Desinfektion von Gemüse-Saatgut. Hierfür werden die Samen kurz vor der Aussaat in fünfprozentigen Essig getaucht und anschließend getrocknet.

Zur Unkrautbekämpfung auf Wegen oder der Terrasse werden die einzelnen Unkrautpflanzen mit sechsprozentigem Essig kräftig eingesprüht. Gegen Wurzelunkräuter wirkt Essig nur schlecht, denn die Pflanzen treiben immer wieder aus. Für eine bessere Wirksamkeit sollte das Wetter warm und trocken sein.

Beim Schnitt von Bäumen und Sträuchern können Astscheren und andere Schneidwerkzeuge mit achtprozentigem Essig desinfiziert werden, um eine Übertragung von Krankheiten zu verhindern. Bevor man zum nächsten Baum wechselt, wird das Werkzeug kurz eingetaucht und danach für 30 Sekunden gewartet.

Hinweis: Die Essigsäure-Konzentration sollte nicht höher als die Empfehlung sein, da es ansonsten zu Schäden an den Pflanzen oder der eigenen Gesundheit kommen kann.

3. Sonnenblumen- und Rapsöl

Die beiden Pflanzenöle aus Sonnenblumen- beziehungsweise Rapssamen wirken gegen verschiedene Schaderreger und Schädlinge. Sonnenblumenöl ist als Grundstoff zugelassen, Rapsöl nicht.

Eine kleine Schale mit Sonnenblumenöl auf einem Holztisch. Im Vordergrund ein Löffel mit Sonnenblumenkernen und im Hintergrund die Blüte einer Sonnenblume.
Rapsöl oder Sonnenblumenöl können bei der Reduzierung von Schädlingen und Schaderregern helfen.
Quelle: naito29/stock.adobe.com

Sonnenblumenöl:

Wirkungsweise: Fettsäuren wie Olein- und Linolsäure sollen gegen Schadpilze wirken, indem sie den pH-Wert auf der Blattoberfläche verändern.

Herstellung: Man stellt eine 0,1- bis 0,5-prozentige Öl-Dispersion mit Wasser her, das heißt: 1-5 Milliliter Sonnenblumenöl werden mit 1 Liter kaltem Wasser gemischt. Da es sich bei einer Dispersion um eine Mischung aus zwei Stoffen handelt, die sich nur schwer miteinander verbinden, sollte die Mischung vor jeder Anwendung erneut geschüttelt werden.

Anwendung: Tomatenblätter, die mit Echtem Mehltau befallen sind, mit der Sonnenblumenöl-Wasser-Mischung besprühen (nicht während der Blüte); keine Anwendung bei Sonne, da es zu Pflanzenschäden kommen kann.

Hilft gegen: Echten Mehltau an Tomaten (Pilzerkrankung)

Rapsöl:

Wirkungsweise: Ungesättigte Fettsäuren bilden einen luft- und wasserundurchlässigen Film auf Schädlingen und ersticken diese.

Herstellung: Konzentrat aus 50 Milliliter Rapsöl und 10 Milliliter Schmierseife herstellen (kräftig schütteln!); für die Anwendung die Mischung verdünnen: 1 Esslöffel Rapsöl-Schmierseifen-Mischung in 1 Liter lauwarmes Wasser geben, in eine Sprühflasche füllen und kräftig schütteln, sofort verwenden.

Anwendung: Die betroffenen Pflanzenteile tropfnass besprühen.

Hilft gegen: Unter anderem Blattläuse, Spinnmilben, Thripse oder Schildläuse an Obst und Gemüse.

Hinweis: Möglichst nur so viel von den Öl-Wasser-Mischungen anrühren, wie man tatsächlich benötigt. Bei starkem Befall kann die Behandlung nach ein paar Tagen wiederholt werden.

4. Kuhmilch und Molke

Milch und Molke werden seit vielen Jahren im Pflanzenschutz angewendet, insbesondere zur Behandlung bei einem Befall mit Echten Mehltau-Pilzen. Verwendet wird frische Kuhmilch, am besten unbehandelte Rohmilch, da diese noch viele nützliche Mikroorganismen enthält. Molke entsteht bei der Gerinnung der Milch im Rahmen der Käseherstellung, sie ist der flüssige Bestandteil der Milch. Neben Wasser besteht sie aus Milchzucker, Milchsäure, Vitaminen und Mineralstoffen sowie aus Molkenprotein.

Ein Krug mit Milch, eine Schale mit körnigem Frischkäse und ein Glas mit Molke auf einem Tisch.
Milch und Molke enthalten wertvolle Inhaltsstoffe und Mikroorganismen, die auch gegen bestimmte Schadpilze wirken.
Quelle: Amy Lv/stock.adobe.com

Kuhmilch:

Wirkungsweise: Die Inhaltsstoffe Lactose und Lactoferrin sollen eine pilzabtötende Wirkung beim Mehltau-Pilz haben. Das enthaltene Natriumphosphat stärkt vermutlich die Abwehrkräfte der Pflanze und beugt somit einem erneuten Befall vor.

Herstellung: Milch mit Wasser mischen

Anwendung: Befallene Pflanzen mit der Milch-Wasser-Mischung tropfnass einsprühen.

Hilft gegen: Mehltau-Pilze, zum Beispiel an Gurke, Zucchini, Kürbis und Weinrebe.

Unverdünnte Milch, vorzugsweise Rohmilch, schützt außerdem vor der Übertragung von Viren zwischen Pflanzen. Dafür werden die Handschuh-Fingerspitzen oder Schnittwerkzeuge vor und nach jedem Pflanzenkontakt für zwei Sekunden eingetaucht. Häufig sind beispielsweise verschiedene Mosaikviren. Befallene Blätter haben scharf abgegrenzte teils vergilbte, teils abgestorbene mosaikartige Flecken.

Molke:

Wirkungsweise: Wie bei der Milch sollen die Inhaltsstoffe Lactose und Lactoferrin sowie die Fettbestandteile der Molke eine fungizide Wirkung gegen Echte Mehltau-Pilze haben. So hat man beobachtet, dass nach einer Anwendung unter anderem die Pilzfäden kollabierten. Molkenprotein, auf Englisch Whey Protein, ist nicht geeignet, da es zu wenig Milchzucker enthält.

Herstellung: 60-80 Milliliter Molke in 1 Liter Wasser einrühren.

Anwendung: Wasser mit dem aufgelösten Molkenpulver in eine Sprühflasche geben und befallene Pflanzen an einem sonnigen Tag morgens tropfnass einsprühen.

Hilft gegen: Mehltau-Pilze an verschiedenen Kulturen, vor allem Echte Mehltau-Pilze an Gurke, Zucchini und Weinrebe.

Holzlöffel mit Natron auf einem Tisch.
Natron oder auch Natriumhydrogencarbonat wird in Wasser aufgelöst zur Behandlung bei einem Befall mit Mehltau-Pilzen eingesetzt.
Quelle: Madeleine Steinbach/stock.adobe.com

5. Natron (Natriumhydrogencarbonat)

Als Lebensmittel ist Natriumhydrogencarbonat, kurz Natron, unter anderem ein Bestandteil von Backpulvern und Brausepulvern. Früher wurde es als Pflanzenstärkungsmittel gegen Mehltaupilze verwendet.

Wirkungsweise: Natron lässt den PH-Wert auf der Pflanzenoberfläche ansteigen, die Schadpilze vertragen die basische Umgebung nicht und gehen daran zugrunde.

Herstellung: 3-10 Gramm Natron in 1 Liter warmem Wasser auflösen und abkühlen lassen.

Anwendung: Die angesetzte Lösung in eine Sprühflasche füllen und befallene Pflanzen damit tropfnass einsprühen.

Hilft gegen: Mehltau-Pilze an Gemüse, Beerenobst und Zierpflanzen und Schorf beim Apfel.

Hinweis: Achtung, Natriumhydrogencarbonat (Natron) darf nicht verwechselt werden mit Natriumcarbonat (Soda). Soda reagiert sehr viel stärker als Natron und ist daher auch als Gefahrstoff gekennzeichnet.

Tipp: Einige Pflanzenkulturen sind besonders empfindlich, daher sollte die Verträglichkeit einer Konzentration vor einer großflächigen Anwendung geprüft werden. Wird die Anwendung vertragen, kann die Behandlung bis zu achtmal jeweils im Abstand von zehn Tagen wiederholt werden.

Loser brauner und weißer Haushaltszucker auf einem Tisch.
Brauner oder weißer Haushaltszucker sowie Fruktose können die Abwehrkräfte von Pflanzen erhöhen und so einem Befall mit Schaderregern oder Schädlingen vorbeugen.
Quelle: New Africa/stock.adobe.com

6. Fruktose (Fruchtzucker) und Saccharose (Haushaltszucker)

Fruktose und Saccharose sind verschiedene Arten von Zuckern beziehungsweise Kohlenhydraten. Saccharose – Haushaltszucker – wird aus Zuckerrohr oder Rübenzucker hergestellt. Fruktose wird aus enzymatisch aufbereiteter Speisestärke oder Haushaltszucker hergestellt. Im Pflanzenschutz wird Zucker vorwiegend zur Stärkung der pflanzeneigenen Abwehrkräfte gegen Insekten und Pilze eingesetzt.

Wirkungsweise: Zucker soll als Botenstoff die pflanzeneigenen Abwehrmechanismen auslösen, zum Beispiel gegen Fraßfeinde und Krankheitserreger.

Herstellung: 0,1 Gramm Fruktose oder Saccharose werden in 1 Liter kaltem Wasser aufgelöst.

Anwendung: Die Zucker-Lösung sofort nach der Herstellung in eine Sprühflasche füllen und die Pflanzen damit besprühen. Am besten in den frühen Morgen- oder Abendstunden: dann ist es meist weniger windig und auch die Sonneneinstrahlung nicht zu stark.  

Hilft gegen: Verschiedene Schadinsekten wie Obstbohrer (u. a. Apfelwickler), Gewächshaus-Zwergfüßer, Maiszünsler und Amerikanische Rebzikaden sowie Falscher Mehltau bei Weinreben.


Weitere Informationen

Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein: Haus- und Kleingarten – Vorbeugender Pflanzenschutz ist bedeutsam

Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein: Genehmigte Grundstoffe für den Pflanzenschutz (PDF)

Norddeutscher Rundfunk (NDR): Frische Milch statt Fungizide gegen Echten Mehltau verwenden


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