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Rhabarber selbst im Garten anbauen

Früher hatte der Rhabarber in den Bauerngärten seinen festen Platz. Auch heute noch ist das robuste Gewächs wegen seiner einfachen Kulturführung in vielen Hobbygärten zu finden. Sein wissenschaftlicher Name lautet Rheum rhabarbarum.

Mehrere rote Rhabarberstangen auf einem hölzernen Untergrund
Ob Rhabarber nun Obst oder Gemüse ist, lässt sich nicht eindeutig sagen.
Quelle: Nikolay_Donetsk via Getty Images

Geschichte und Besonderheiten

Rhabarber wurde bereits vor 4.000 Jahren in China als Arzneipflanze genutzt. Auf die Idee, die dickfleischigen Stiele dieser Pflanze zu essen, kamen erst die Engländer Mitte des 18. Jahrhunderts.

Der Rhabarber ist eine imposante Staude mit elefantenfußgroßen Blättern und dickfleischigen Stielen. Die Pflanze kann bis zu einem Meter hoch und 1,5 Meter breit werden. Gegessen werden die Blattstiele. Es gibt rot- und grünfleischige Sorten. Bevorzugt werden heute rotfleischige Sorten wegen des milderen Geschmacks und des geringeren Gehalts an Oxalsäure. Die grünfleischigen Sorten sind dafür wesentlich ertragreicher.

Wegen seines säuerlichen Geschmacks wird Rhabarber meist mit viel Zucker als Kompott, Kuchen, Konfitüre oder Dessert zubereitet – oft auch in Kombination mit Früchten. Dies mag der Grund dafür sein, warum viele den Rhabarber dem Obst zurechnen. Jedoch verzehrt man nicht die Frucht sondern den Blattstiel, was mehr für ein Gemüse spricht. Um eine vierköpfige Familie mit Rhabarber zu versorgen, reichen in der Regel zwei Pflanzen aus.

Tipp: Wer Zucker sparen und Rhabarber pikant zubereiten möchte, sollte in jedem Fall eine rotfleischige Sorte wählen. Mit seinem leicht säuerlichen Geschmack eignet sich Rhabarber gut als Gemüsebeilage zu Fleisch- oder Fischgerichten, als süßsaures Chutney oder als Gratin mit Käse.

Standortbedingungen

Ein gut mit Humus versorgter Boden an einem sonnigen bis halbschattigen Standort ist ideal. Der Boden sollte ein gutes Wasserhaltevermögen besitzen, jedoch nicht zur Staunässe neigen.

Fruchtfolge und Mischkultur

Die ausdauernde Pflanze kann weit über zehn Jahre an ihrem Platz bleiben. Daher sollte man sie von Anfang an einen geeigneten Standort setzen.
Rhabarber verträgt sich gut mit Buschbohnen, Kohlarten, Salat und Spinat.

Aussaat / Pflanzung

Pflanzung

Pflanzgut lässt sich hervorragend durch Teilen eines Wurzelstocks gewinnen. Auch der Gartenfachhandel hält pflanzfähige Rhizome bereit.

Pflanzzeit

Günstige Pflanzzeit ist der frühe Herbst, es kann aber auch im Frühling gepflanzt werden.

Abstand

Der Platzbedarf je Pflanze beträgt etwa einen Quadratmeter.

Düngung

Rhabarber ist ein Starkzehrer. Eine Kompostgabe im Frühjahr von etwa zwei bis drei Litern pro Quadratmeter versorgt die Pflanze mit den nötigsten Nährstoffen. Zusätzlich sollte im März und Juni jeweils mit 60 Gramm Hornmehl oder Hornspänen gedüngt werden − alternativ auch mit anderen organischen oder mineralischen Düngern. Noch besser ist es aber, eine Bodenprobe untersuchen zu lassen und sich bei der Bemessung der Düngermenge an den Ergebnissen zu orientieren.

Rhabarber mit roten Stängeln und großen, grünen Blättern wächst in einem Beet
Rhabarber kann als Staude bis zu einem Meter hoch und 1,5 Meter breit werden. Die Pflanze zeichnet sich unter anderem durch ihre großen Blätter und dickfleischigen Stiele aus.
Quelle: veger via Getty Images

Pflege

Rhabarber eignet sich für jeden Garten. Die Staude ist sehr pflegeleicht und unkompliziert im Anbau. Trotz der großen Blattfläche und der hohen Verdunstung müssen gut eingewurzelte Pflanzen nicht oft gegossen werden. Bei trockener Witterung sollte man dennoch zur Gießkanne greifen, um holzigen Stängeln vorzubeugen.

Schädlinge und Krankheiten

Rhabarber ist recht robust und selten von Krankheiten oder Schädlingen betroffen. In feuchten Jahren können jedoch Blattfleckenpilze auftreten. Stark befallene Blätter sollten entfernt und über den Biomüll entsorgt werden.

Ernte und Lagerung

Damit sich kräftige Pflanzen entwickeln, darf im ersten Jahr nach der Pflanzung noch nicht geerntet werden. Im zweiten Jahr erntet man nur von April bis Mai. Erst ab dem dritten Jahr kann die Ernte bis zum 24. Juni durchgeführt werden. Danach sollten jedoch keine Stängel mehr entfernt werden, da sich die Pflanze sonst nicht mehr ausreichend regenerieren kann. Bei der Ernte wird ein Drittel der Blätter an der Pflanze belassen und die Blütenstängel werden regelmäßig entfernt.

Verwendet werden nur die fleischigen Stiele. Man zieht sie mit einer Drehbewegung von der Pflanze ab. Die Blätter sind wegen der hohen Gehalte an Oxalsäure nicht genießbar.

In ein feuchtes Tuch eingewickelt, können die Rhabarberstangen im Kühlschrank mehrere Tage aufbewahrt werden. Auch einfrieren lässt sich Rhabarber, wenn vorher die Stängel geschält und in Stücke geschnitten werden.

Letzte Aktualisierung: 24. Juli 2023


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