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Landwirt als Beruf

Es gibt kaum einen Beruf, der so abwechslungsreich und vielseitig ist wie der des Landwirts beziehungsweise der Landwirtin.

Studenten praktizieren im Treibhaus
Quelle: goodluz - stock.adobe.com

Mit einer Berufsausbildung "Landwirt" wird die Grundlage für ein breites Arbeitsfeld in landwirtschaftlichen Betrieben und im vor- und nachgelagerten Bereich gelegt. Die Hauptaufgabe von Landwirtinnen und Landwirten ist die Erzeugung von qualitativ hochwertigen Lebensmitteln wie Milch, Fleisch, Eiern, Gemüse und Obst sowie Wolle. Sie versorgen die Bevölkerung mit Nahrungsmitteln und tragen mit einem breiten Angebot an Dienstleistungen zum Erhalt des ländlichen Raumes bei.

Urlaub auf dem Bauernhof, Direktvermarktung und Hofcafé und eine Vielzahl an Dienstleistungen im Naturschutz und in der Landschaftspflege sind Beispiele für das breite Tätigkeitsspektrum von Landwirtinnen und Landwirten. Zunehmend erschließen sie auch neue Wirtschaftsbereiche. Mit den regenerativen Energien und der Erzeugung nachwachsender Rohstoffe eröffnen sich neue Arbeitsfelder für ausgebildete Agrarfachkräfte.

Moderne Landwirtinnen und Landwirte sind hochqualifizierte Fachkräfte. Wer beruflich in einen landwirtschaftlichen Betrieb als Unternehmerin oder Angestellter einsteigt, bringt meistens einen Abschluss als Techniker, als Landwirtschaftsmeisterin oder als Fachagrarwirt mit. Immer mehr Landwirtinnen und Landwirte absolvieren auch für ein Agrarstudium. In den letzten zehn Jahren ist die Zahl der Studierenden in den Agrarwissenschaften um fast 50 Prozent gestiegen. 12.500 junge Menschen studieren derzeit Agrarwissenschaften. An den Hochschulen werden unterschiedliche Studiengänge mit den Abschlüssen Bachelor, Master oder Staatsexamen angeboten, die für eine Tätigkeit im landwirtschaftlichen Betriebsmanagement, im Pflanzen- und Tiersektor, im Bildungswesen, in der Bio- und Umweltwirtschaft und im Ökolandbau qualifizieren.

Ein Beruf mit vielen Facetten

Landwirtinnen und Landwirte müssen produktionstechnische Abläufe beherrschen, sich im Betriebsmanagement auskennen und die Anforderungen an die Produkt- und Lebensmittelqualität kennen. Sie müssen sich und ihre Arbeit gut organisieren und wirtschaftlich handeln. In der Ausbildung lernen sie, wie sie umweltgerecht und ressourcenschonend mit Boden, Pflanzen, Tieren, Luft, Wasser und mit den unterschiedlichen Maschinen und Geräten umgehen. Die Arbeit in der Landwirtschaft wird nie langweilig. Ständig neue technische und wirtschaftliche Herausforderungen sorgen für ein interessantes und anspruchsvolles Berufsfeld.

Die Einsatzfelder für ausgebildete Landwirtinnen und Landwirte sind weit gefächert. Meistens werden sie im eigenen landwirtschaftlichen Betrieb und in landwirtschaftlichen Großbetrieben tätig. Im privaten und genossenschaftlichen Landhandel werden sie in der Beratung und im Verkauf eingesetzt. Auch in Agrarunternehmen, zum Beispiel in den Bereichen Landtechnik, Stallbau oder Stalltechnik, bestehen Arbeitsmöglichkeiten. Auch Saatzucht- und Vermehrungsunternehmen, landwirtschaftliche Versuchs- und Untersuchungsanstalten, Landwirtschaftskammern/-ämter und Berufs- und Interessenorganisationen kommen als Arbeitgeber in Frage.

Wer Landwirtin bzw. Landwirt werden will, sollte Folgendes mitbringen:

Erst die Ausbildung

Insgesamt 9.489 junge Menschen machen derzeit eine Ausbildung im Beruf "Landwirt". Die Ausbildungszahlen sind seit Jahren stabil, steigen jährlich sogar um knapp ein Prozent. Mit Ausbildungsbeginn 1. August 2017 haben rund 4.200 Auszubildende ihre Berufsausbildung gestartet.  

Voraussetzung für eine landwirtschaftliche Ausbildung ist ein Hauptschulabschluss oder ein mittlerer Bildungsabschluss. Die duale Berufsausbildung Landwirt/in dauert drei Jahre. Sie kann auf zwei Jahre verkürzt werden, wenn die Fachhochschulreife, die Hochschulreife oder eine bereits abgeschlossene Berufsausbildung vorliegt. Damit die Auszubildenden in der Berufsausbildung einen breiten Einblick in die Landwirtschaft erhalten, können die Ausbildungsjahre auf unterschiedlichen Betrieben absolviert werden.

Die meisten Auszubildenden nutzen diese Möglichkeit und lernen zwei bis drei Ausbildungsbetriebe mit unterschiedlichen Betriebszweigen in der Pflanzenproduktion und in der Tierhaltung kennen. Ob die Ausbildung auf Ökolandbau-Betrieben oder auf konventionellen Höfen absolviert wird, ist nicht entscheidend. Wichtig ist, dass die Auszubildenden jeweils zwei Betriebsschwerpunkte im Pflanzenbau und in der Tierhaltung kennenlernen.

Zur Ausbildung gehört der Besuch der Berufsschule. Dort wird ein breites Grundlagenwissen zu den Themenbereichen Pflanze, Tier, Technik, Umwelt, Ökolandbau, Wirtschaft und Politik vermittelt. Zusätzlich zum Unterricht in der Berufsschule finden in jedem Ausbildungsjahr überbetriebliche Fachlehrgänge statt, in denen spezifisches Wissen (etwa zur Metallbearbeitung- und Metallverarbeitung und zu Schleppern und Landmaschinen) vermittelt sowie Ausbildungsinhalte vertieft werden.

Und dann?

Nach dem Abschluss der beruflichen Erstausbildung entscheiden sich die meisten Absolventen für eine Weiterqualifizierung. Mögliche Fortbildungen sind:


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