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Hühnereier

In Deutschland werden pro Jahr knapp 20 Milliarden Eier verbraucht. Fast alle Eier im Handel stammen aus spezialisierten Legehennenbetrieben.

Quelle: Quelle: det-anan sunonethong - Fotolia.com

Knapp 43 Millionen Hennen legten 2020 in Deutschland etwa 13 Milliarden Eier. Das sind im Durchschnitt jeweils 301 Eier je Huhn. Der Pro-Kopf-Verbrauch von Eiern liegt in Deutschland bei 239 Stück pro Jahr. Der Selbstversorgungsgrad beträgt knapp 72 Prozent. Die meisten importierten Eier stammen aus den Niederlanden. In Deutschland gab es im Jahr 2020 insgesamt 1.952 landwirtschaftliche Betriebe mit 3.000 und mehr Hennenhaltungsplätzen.

Rund vier Fünftel aller Betriebe in Deutschland halten zwischen 10.000 und 30.000 Hennen. Nur etwa elf Prozent der Betriebe halten mehr als 50.000 Tiere. Diese ellf Prozent beherbergen jedoch über 50 Prozent aller deutschen Legehennen. Der Schwerpunkt der deutschen Legehennenhaltung liegt in Niedersachsen: Dort werden rund 16,6 Millionen Hennen gehalten. Mit weitem Abstand folgen Nordrhein-Westfalen (4,8 Mio.), Bayern (3,7 Mio.) und Sachsen (2,9 Mio.).

Legehennenhaltung im Wandel

Ganz frühereinmal gehörte eine kleine Hühnerherde zum typischen Bild eines Bauernhofes. Ein Hahn scharte zehn bis 20 Hühner um sich. Die Herde hatte ein Hühnerhaus mit Gelegen, Sitzstangen, eingestreuter Stallfläche und ein Freigelände zum Auslauf. Einen gewissen Anteil der Eier durften die Hennen als eigene Nachzucht ausbrüten, der Rest der Eier wurde gegessen oder verkauft. Ließ die Legeleistung eines Huhnes merklich nach, wurde es geschlachtet und als Suppenhuhn genutzt.

Heute liegt die Haltung von Legehennen in der Hand von hochspezialisierten Betrieben, die sich meist nur noch auf eine der folgenden fünf Produktionsstufen konzentrieren:

1. Basiszucht: Sie liegt heute in der Hand weniger kommerzieller Zuchtunternehmen. Diese erzeugen die Elterntierküken und verkaufen diese an die Vermehrungsbetriebe.

2. Vermehrungsbetrieb: Hier wachsen die Elterntierküken auf. Hähne und Hennen werden kombiniert, sodass befruchtete Eier entstehen, die an die Brütereien verkauft werden.

3. Brütereien: Hier werden die befruchteten Eier der Elterntiere innerhalb von drei Wochen ausgebrütet. Die weiblichen Küken – die späteren Legehennen –, werden an die Aufzuchtbetriebe geliefert. Die männlichen Küken wurden, weil sie für die Geflügelmast unwirtschaftlich sind, bislang direkt nach dem Schlupf getötet. Ab dem 1.1.2022 ist das nicht mehr erlaubt. Das Geschlecht muss dann entweder schon vorab im Ei bestimmt werden, oder die männlichen "Bruderhähne" müssen ebenfalls mit aufgezogen und als Masthähnchen vermarktet werden.

4. Junghennenaufzucht: Die Küken werden hier bis zu einem Alter von etwa fünf Monaten großgezogen. Kurz vor der ersten Eiablage werden sie an den Legebetrieb ausgeliefert.

5. Legebetrieb: Hier werden die Legehennen für einen Zeitraum von 12 bis 14 Monaten für die eigentliche Eiererzeugung genutzt.

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Wie werden Legehennen in Deutschland gehalten?

Mit dem Verbot der Käfighaltung im Jahr 2010 hat sich die Legehennenhaltung in Deutschland stark verändert. Seitdem werden Eier nur noch in Kleingruppen-, Boden-  und Freilandhaltung sowie in ökologischer Haltung erzeugt.

Wegen der starken Nachfrage des Lebensmitteleinzelhandels nach Eiern aus Bodenhaltung haben deutsche Eiererzeuger insbesondere in diese Haltungsform investiert. Damit ist die Bodenhaltung mit knapp 63 Prozent der Haltungsplätze hierzulande die dominierende Haltungsform.

Die Bodenhaltung umfasst verschiedene Verfahren: Neben der klassischen Bodenhaltung, bei der Fütterungs- und Tränkeeinrichtungen auf nur einer Ebene angeboten werden, gibt es noch die Volierenhaltung. Dabei dürfen bis zu vier Ebenen übereinander angeordnet sein, wodurch sich die erlaubte Besatzdichte erhöhen lässt. Während bei der Haltung auf nur einer Ebene maximal neun Tiere je Quadratmeter Bodenfläche gehalten werden dürfen, sind bei Volierenhaltung bis zu 18 Hennen zulässig.

Welche Anforderungen gelten in welchem Haltungssystem?

  Kleingruppenhaltung Bodenhaltung/ Volierenhaltung Freilandhaltung Öko-Haltung
Stallgrundfläche je Tier 0,08 m² 0,11 m² (Voliere: 0,06 m²) 0,11 m² 0,17 m²
Auslauffläche je Tier - - 4 m2, muss bewachsen sein und tagsüber uneingeschränkt zugänglich sein 4 m2, muss bewachsen sein und tagsüber uneingeschränkt zugänglich sein
Beleuchtung Künstliches Licht Mind. 3 % der Stallgrundfläche als Lichtöffnungen Mind. 3 % der Stallgrundfläche als Lichtöffnungen Mind. 3 % der Stallgrundfläche als Lichtöffnungen
Herdengröße 30 bis 60 Tiere je Abteil Max. 6.000 Tiere Max. 6.000 Tiere Max. 3.000 Tiere

Die Kleingruppenhaltung ist in Deutschland seit 2016 nicht mehr zulässig. Für bestehende Einrichtungen gilt allerdings noch eine Auslauffrist bis 2025. Der Anteil der in Kleingruppen gehaltenen Legehennen nimmt daher in Deutschland stetig ab und liegt aktuell nur noch bei 5,5 Prozent.

Zum Vergleich: 2008 wurden hierzulande noch 60 Prozent der Legehennen in Kleingruppen gehalten.

Die Freilandhaltung hat aktuell einen Anteil von 20 Prozent an den Haltungsplätzen und nimmt damit in Deutschland Rang zwei ein. Bei dieser Haltungsform muss jeder Henne zusätzlich zum Stallraum noch Auslauffläche zur Verfügung gestellt werden.

Nach wie vor boomt die ökologische Eiererzeugung. Die Zahl der Öko-Legehennen hat 2020 weiter zugenommen und liegt nun bei rund sechs Millionen Tieren. Das sind 12 Prozent der Legehennen insgesamt. Es kann jedoch von einem höheren Wert ausgegangen werden, denn kleine Haltungen von weniger als 3.000 Tieren, die statistisch nicht erfasst werden, spielen gerade in Öko-Betrieben eine größere Rolle.Immer mehr Öko-Betriebe setzen auf die mobile Hühnerhaltung und die Direktvermarktung.

Kennzeichen der ökologischen Haltung ist neben dem vorgeschriebenen Auslauf und der geringeren Besatzdichte im Stall, die Fütterung mit ökologisch erzeugtem Futter, das wenn möglich auf dem eigenen Hof erzeugt wurde.

Wie lange leben Legehennen?

Hühner picken Futter
Quelle: monticelllo - stock.adobe.com

Junghennen beginnen im Legebetrieb im Alter von circa fünf Monaten mit der Eiablage. Den Höhepunkt der Legetätigkeit erreichen die Hennen im Alter von sechs bis sieben Monaten. Die durchschnittliche Legeperiode einer Henne beträgt heute rund 12 bis 14 Monate. Damit Eierproduktion und Schalenqualität gleichmäßig hoch bleiben, wird künstliche Beleuchtung beziehungsweise künstliche Dunkelheit eingesetzt.

Von Natur aus wäre die Eierproduktion im Frühjahr am höchsten. Mit zunehmender Dunkelheit würde im Winter die sogenannte "Mauser" einsetzen. Während der Mauser legt ein Huhn nur noch wenige oder gar keine Eier mehr. Diesen Vorgang steuern körpereigene Hormone. Das Angebot an Licht und Futter – wie es in der freien Natur anzutreffen wäre – spielt eine große Rolle, da es im Winter weniger eiweißreiches Futter und weniger Licht gibt.

Trotz aller Bemühungen in der Züchtung lässt sich die Mauser nicht beliebig lange hinauszögern. Deshalb nimmt man die Legehennen nach einem guten Jahr aus dem Produktionsprozess heraus und schlachtet sie. Sie werden als Suppenhühner vermarktet.

Wie viele Eier legen Legehennen?

Durch intensive Züchtung hat man erreicht, dass moderne Hybridhennen bis zu 320 Eier pro Henne und Jahr legen können. Die Hybriden gehen aus der Kreuzung von Linien – Tieren mit besonderen und reinen Merkmalen – hervor. Durch den Kreuzungseffekt haben sie eine höhere Legeleistung und sind robuster als die reinen Rassen. Einen weiteren Einfluss auf die Legeleistung haben die Inhaltsstoffe des Futters und das Licht.

Die Herkunftskennzeichnung von Eiern

Das Ei wird vom Erzeuger auf schnellstem Wege in die Packstelle gebracht. Dort wird es sorgfältig kontrolliert, nach Gewichts- und Güteklassen sortiert, verpackt und gekennzeichnet.

Die Packstellen-Nummer verrät, in welchem EU-Land oder Bundesland die Eier verpackt wurden. In Deutschland verpackte Eier werden mit "DE" gekennzeichnet. An zweiter Stelle folgt die Zahl für das Bundesland (z. B. 05 für Nordrhein-Westfalen), daran anschließende Zahlen beziehen sich auf die einzelne Packstelle. Die Angaben sind auf der Eierverpackung zu finden.

Weitaus interessanter und aussagekräftiger für Verbraucherinnen und Verbraucher ist allerdings der Erzeugercode, der im Legebetrieb oder spätestens in der ersten Packstelle auf das Ei gestempelt wird.

In der gesamten Europäischen Union müssen Eier der Güteklasse A mit einem Erzeugercode gestempelt werden, aus dem die Art der Legehennenhaltung hervorgeht. Eier müssen nur dann nicht gekennzeichnet werden, wenn der Erzeuger sie auf seinem Hof oder im Verkauf an der Tür innerhalb des Erzeugungsgebietes (max. 100 Kilometer vom Produktionsort entfernt) unmittelbar an den Endverbraucher zum Eigenbedarf abgibt. Eier, die von Direktvermarktern auf örtlichen öffentlichen Märkten (z.B. Wochenmärkten) angeboten werden, müssen mit einem Erzeugercode gekennzeichnet sein.

Aus dem Erzeugercode ist die Art der Legehennenhaltung und die Herkunft des Eies (Herkunftsland und Erzeugerbetrieb) ersichtlich. Er setzt sich wie folgt zusammen:

Ziffer für die Art der Legehennenhaltung:

0 = Ökologische Erzeugung

1 = Freilandhaltung

2 = Bodenhaltung

3 = Kleingruppenhaltung/Käfighaltung

Buchstaben des Landes, in dem der Erzeugerbetrieb registriert ist, zum Beispiel:

AT = Österreich

BE = Belgien

DE = Deutschland

IT = Italien

NL = Niederlande

Individuelle Betriebsnummer: Die Nummer besteht in Deutschland aus dem Bundesland (1.-2. Stelle), dem Betrieb (3.-6. Stelle) und dem Stall (7. Stelle). Somit lässt sich bei Bedarf die Herkunft des Eies genau zurückzuverfolgen.

Letzte Aktualisierung: 02. Dezember 2021


Weitere Informationen

Bundesantalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE): Bericht zur Markt- und Versorgungslage mit Eiern 2021

Bundeszentrum für Ernährung (BZfE): Eier – Vom Stall bis in die Küche

BZfE-Broschüre: Eier


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