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Hühnereier

In Deutschland werden pro Jahr knapp 19,5 Milliarden Eier verbraucht. Fast alle Eier im Handel stammen aus spezialisierten Legehennenbetrieben.

Quelle: Quelle: det-anan sunonethong - Fotolia.com

46,9 Millionen Hennen legten 2018 im Durchschnitt jeweils 291 Eier. Der Pro-Kopf-Verbrauch von Eiern liegt in Deutschland bei 235 Stück pro Jahr. Der Selbstversorgungsgrad beträgt rund 72 Prozent, wobei die meisten importierten Eier aus den Niederlanden stammen. In Deutschland gab es im Jahr 2018 insgesamt 1.897 landwirtschaftliche Betriebe mit 3.000 und mehr Hennenhaltungsplätzen.

Die meisten Betriebe in Deutschland halten zwischen 10.000 und 30.000 Hennen. Nur etwa fünf Prozent der Betriebe halten mehr als 100.000, weniger als zwei Prozent mehr als 200.000 Hennen. Mehr als 35 Prozent aller Legehennen in Deutschland leben allerdings in diesen großen Betrieben mit mehr als 100.000 Tieren. Der Schwerpunkt der deutschen Legehennenhaltung liegt in Niedersachsen, mit weitem Abstand folgen Nordrhein-Westfalen, Bayern und Sachsen. Die größten Betriebe liegen mit durchschnittlich 63.900 Hennen in Brandenburg.

Legehennenhaltung im Wandel

Lange Zeit gehörte die Hühnerherde zum typischen Bild eines Bauernhofes. Ein Hahn scharte zehn bis zwanzig Hühner um sich. Die Herde hatte ein Hühnerhaus mit Gelegen, Sitzstangen, eingestreuter Stallfläche und ein Freigelände zum Auslauf. Einen gewissen Anteil der Eier durften die Hennen als eigene Nachzucht ausbrüten, der Rest der Eier wurde gegessen. Ließ die Legeleistung eines Huhnes merklich nach, wurde es geschlachtet und als Suppenhuhn genutzt.

Heute gibt es von der Zucht bis zum Legebetrieb hochspezialisierte Betriebe. Die meisten Betriebe in Deutschland konzentrieren sich auf eine der folgenden fünf Produktionsstufen:

1. Basiszucht: Sie liegt heute in der Hand weniger kommerzieller Zuchtunternehmen. Diese erzeugen die Elterntierküken und verkaufen diese an die Vermehrungsbetriebe.

2. Vermehrungsbetrieb: Hier wachsen die Elterntierküken auf. Hähne und Hennen werden kombiniert, sodass befruchtete Eier entstehen, die an die Brütereien verkauft werden.

3. Brütereien: Hier werden die befruchteten Eier der Elterntiere innerhalb von drei Wochen ausgebrütet. Die weiblichen Küken – die späteren Legehennen –, werden an die Aufzuchtbetriebe geliefert. Die männlichen Küken werden, weil sie für die Geflügelmast unwirtschaftlich sind, getötet.

4. Junghennenaufzucht: Die Küken werden hier bis zu einem Alter von etwa fünf Monaten großgezogen. Kurz vor der ersten Eiablage werden sie an den Legebetrieb ausgeliefert.

5. Legebetrieb: Hier werden die Legehennen für einen Zeitraum von 12 bis 14 Monaten für die eigentliche Eiererzeugung genutzt.

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Wie werden Legehennen in Deutschland gehalten?

Mit dem Verbot der Käfighaltung im Jahr 2010 hat sich die Legehennenhaltung in Deutschland stark verändert. Seitdem werden Eier nur noch in Kleingruppen-, Boden-  und Freilandhaltung sowie in ökologischer Haltung erzeugt.

Wegen der starken Nachfrage des Lebensmitteleinzelhandels nach Eiern aus Bodenhaltung haben deutsche Eiererzeuger insbesondere in diese Haltungsform investiert. Damit ist die Bodenhaltung mit 62 Prozent der Haltungsplätze hierzulande die dominierende Haltungsform.

Neben der klassischen Bodenhaltung, bei der Fütterungs- und Tränkeeinrichtungen auf nur einer Ebene angeboten werden, gibt es noch die Volierenhaltung. Dabei dürfen bis zu vier Ebenen übereinander angeordnet sein, was die erlaubte Besatzdichte auf das Doppelte erhöht.

Welche Anforderungen gelten in welchem Haltungssystem?

KleingruppenhaltungBodenhaltung/ VolierenhaltungFreilandhaltungÖkohaltung
Stallfläche je Tier 0,08 m²0,11 m²0,11 m²0,17 m²
Auslauffläche je Tier--4 m2, muss bewachsen sein und tagsüber uneingeschränkt zugänglich sein4 m2, muss bewachsen sein und tagsüber uneingeschränkt zugänglich sein
BeleuchtungKünstliches LichtMind. 3 % der Stallgrundfläche als LichtöffnungenMind. 3 % der Stallgrundfläche als LichtöffnungenMind. 3 % der Stallgrundfläche als Lichtöffnungen
Herdengröße30 bis 60 Tiere je AbteilMax. 6.000 Tiere6.000 Tiere3.000 Tiere

Die Kleingruppenhaltung ist in Deutschland seit 2016 nicht mehr zulässig. Für bestehende Einrichtungen gilt allerdings noch eine Auslauffrist bis 2025. Der Anteil der in Kleingruppen gehaltenen Legehennen nimmt daher in Deutschland stetig ab und liegt aktuell nur noch bei knapp 7 Prozent.

Damit ist Deutschland nach Österreich (1 Prozent) das Land mit dem geringsten Anteil an Hennen in Kleingruppenhaltungen in der EU. Zum Vergleich: 2008 wurden hierzulande noch 60 Prozent der Legehennen in Kleingruppen gehalten.

Die Freilandhaltung hat aktuell einen Anteil von 18 Prozent an den Haltungsplätzen und nimmt damit in Deutschland Rang zwei ein. Bei dieser Haltungsform muss jeder Henne zusätzlich zum Stallraum noch Auslauffläche zur Verfügung gestellt werden.

Nach wie vor boomt die ökologische Eiererzeugung. Die Zahl der Ökolegehennen hat 2018 weiter zugenommen und liegt nun bei 4,75 Millionen Tieren. Das sind 11 Prozent der Legehennen insgesamt. Kleine Haltungen von weniger als 3.000 Tieren spielen in Ökobetrieben eine größere Rolle als in konventionellen. Immer mehr Ökobetriebe setzen auf die mobile Hühnerhaltung und die Direktvermarktung.

Kennzeichen der ökologischen Haltung ist neben dem vorgeschriebenen Auslauf und der geringeren Besatzdichte im Stall, die Fütterung mit ökologisch erzeugtem Futter, das wenn möglich auf dem eigenen Hof erzeugt wurde.

Hühner picken Futter
Quelle: monticelllo - stock.adobe.com

Wie lange leben Legehennen?

Junghennen beginnen im Legebetrieb im Alter von circa fünf Monaten mit der Eiablage. Den Höhepunkt der Legetätigkeit erreichen die Hennen im Alter von 6-7 Monaten. Die durchschnittliche Legeperiode einer Henne beträgt heute rund 12-14 Monate. Damit Eierproduktion und Schalenqualität gleichmäßig hoch bleiben, wird künstliche Beleuchtung beziehungsweise künstliche Dunkelheit eingesetzt.

Von Natur aus wäre die Eierproduktion im Frühjahr am höchsten. Mit zunehmender Dunkelheit würde im Winter die sogenannte "Mauser" einsetzen. Während der Mauser legt ein Huhn nur noch wenige oder gar keine Eier mehr. Diesen Vorgang steuern körpereigene Hormone. Das Angebot an Licht und Futter – wie es in der freien Natur anzutreffen wäre – spielt eine große Rolle, da es im Winter weniger eiweißreiches Futter und weniger Licht gibt.

Trotz aller Bemühungen in der Züchtung lässt sich die Mauser nicht beliebig lange hinauszögern. Deshalb nimmt man die Legehennen nach einem guten Jahr aus dem Produktionsprozess heraus und schlachtet sie. Sie werden als Suppenhühner vermarktet.

Wie viele Eier legen Legehennen?

Eine Henne würde normalerweise so viele Eier legen, bis das Gelege voll ist. Das wäre bei 10-12 Eiern der Fall. Dann erst setzt sie sich auf die Eier und beginnt, diese auszubrüten. Bei befruchteten Eiern würde die Embryonalentwicklung zum gleichen Zeitpunkt starten und die Küken eines Geleges alle am selben Tag schlüpfen. In einem Legebetrieb rollen die Eier hingegen automatisch auf ein Transportband oder werden eingesammelt. Die Henne regt das an, immer weiter Eier zu legen – so lange, bis das Gelege eigentlich voll wäre, was bei der modernen Haltung nie der Fall sein wird.

Dass die Hühner heute so viele Eier legen können – bis zu 320 Eier pro Henne und Jahr – ist auf die Züchtung zurückzuführen. Mit ihrer Hilfe entstanden die heutigen Legehybriden, die sich durch eine sehr hohe Legeleistung auszeichnen. Die Hybriden gehen aus der Kreuzung von Linien – Tieren mit besonderen und reinen Merkmalen – hervor. Durch den Kreuzungseffekt haben sie eine höhere Legeleistung und sind robuster als die reinen Rassen. Einen weiteren Einfluss auf die Legeleistung haben die Inhaltsstoffe des Futters und das Licht.

Die Herkunftskennzeichnung von Eiern

Das Ei wird vom Erzeuger auf schnellstem Wege in die Packstelle gebracht. Dort wird es sorgfältig kontrolliert, nach Gewichts- und Güteklassen sortiert, verpackt und gekennzeichnet. In Deutschland gibt es etwa 3.100 zugelassene Packstellen. Teilweise sind die Legebetriebe gleichzeitig als Packstelle zugelassen.

Die Packstellen-Nummer verrät, in welchem EU-Land oder Bundesland die Eier verpackt wurden. In Deutschland verpackte Eier werden mit "DE" gekennzeichnet. An zweiter Stelle folgt die Zahl für das Bundesland (z. B. 05 für Nordrhein-Westfalen), daran anschließende Zahlen beziehen sich auf die einzelne Packstelle. Die Angaben sind auf der Eierverpackung zu finden.

Weitaus interessanter und aussagekräftiger für Verbraucherinnen und Verbraucher ist allerdings der Erzeugercode, der im Legebetrieb oder spätestens in der ersten Packstelle auf das Ei gestempelt wird.

In der gesamten Europäischen Union müssen Eier der Güteklasse A mit einem Erzeugercode gestempelt werden, aus dem die Art der Legehennenhaltung hervorgeht. Eier müssen nur dann nicht gekennzeichnet werden, wenn der Erzeuger sie auf seinem Hof oder im Verkauf an der Tür innerhalb des Erzeugungsgebietes (max. 100 Kilometer vom Produktionsort entfernt) unmittelbar an den Endverbraucher zum Eigenbedarf abgibt. Eier, die von Direktvermarktern auf örtlichen öffentlichen Märkten (z.B. Wochenmärkten) angeboten werden, müssen mit einem Erzeugercode gekennzeichnet sein.

Aus dem Erzeugercode ist die Art der Legehennenhaltung und die Herkunft des Eies (Herkunftsland und Erzeugerbetrieb) ersichtlich. Er setzt sich wie folgt zusammen:

Ziffer für die Art der Legehennenhaltung:

0 = Ökologische Erzeugung

1 = Freilandhaltung

2 = Bodenhaltung

3 = Kleingruppenhaltung/Käfighaltung

Buchstaben des Landes, in dem der Erzeugerbetrieb registriert ist, zum Beispiel:

AT = Österreich

BE = Belgien

DE = Deutschland

IT = Italien

NL = Niederlande

Individuelle Betriebsnummer: Die Nummer besteht in Deutschland aus dem Bundesland (1.-2. Stelle), dem Betrieb (3.-6. Stelle) und dem Stall (7. Stelle). Somit lässt sich bei Bedarf die Herkunft des Eies genau zurückzuverfolgen.


Weitere Informationen

BZL-Datenzentrum: Produktion von und Versorgung mit Eiern in Deutschland

Bundeszentrum für Ernährung (BZfE): Eier – Vom Stall bis in die Küche

BZfE-Broschüre: Eier


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