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Gemüseanbau im Hochbeet

Hochbeete spielen nicht nur beim Urban Gardening eine Hauptrolle, auch im Garten haben sie zahlreiche Vorteile.

Gemüsegarten im Hinterhof: Hochbeete ermöglichen das Gärtnern auch auf versiegelten Flächen.
Quelle: PeopleImages via Getty Images

Hochbeete gibt es bereits seit Jahrhunderten, in den vergangenen Jahrzehnten fristeten sie jedoch eher ein Nischendasein. Dann wurde das Gärtnern auch im städtischen Umfeld wieder populärer und das Hochbeet gelangte zu neuen Ehren.

Die Pflanzkästen schaffen überall dort Wurzelraum, wo kein gewachsener Boden zur Verfügung steht: auf versiegelten Flächen wie Plätzen und Hinterhöfen, auf Balkonen und Dachterrassen, aber auch auf unversiegelten Flächen, die schlechte Wachstumsbedingungen bieten, etwa aufgrund massiver Bodenverdichtungen.

Darüber hinaus sind Hochbeete mittlerweile auch im Garten wieder sehr beliebt, etwa als Gestaltungselement, mit dem sich Räume gliedern und Pflanzenschätze gezielt in Szene setzen lassen. Sie können aber noch viel mehr.

Vorteile beim Pflanzenschutz

  • Während sich das Hantieren mit Pflanzenschutznetzen und -vliesen am Boden relativ umständlich gestaltet, lassen sich Hochbeete unkompliziert überspannen und für Pflegearbeiten wieder öffnen.
  • Die eher schwächlichen Gemüsefliegen halten sich ohnehin lieber dicht über dem Boden auf, da hier in der Regel die Luftbewegung am geringsten ist. Jeder Zentimeter Höhe ist also von Vorteil.
  • Durch die stärkere Luftbewegung trocknen Hochbeetpflanzen nach dem Gießen oder einem Regenguss schneller ab – das beugt Pilzkrankheiten vor.
  • Schnecken scheuen den Weg in die Vertikale. Wer sich dennoch hinauf wagt, wird von einem aufgesetzten Schneckenzaun ferngehalten.

Arbeitserleichterung

Ein Hochbeet erleichtert rückenfreundliches Gärtnern. Davon profitieren nicht nur ältere Menschen.
Quelle: Maica via Getty Images

Ob Säen, Pflanzen, Jäten oder Ernten, an Hochbeeten lässt sich bequem und rückenschonend im Stehen oder, mit entsprechend breitem Rahmen, sogar im Sitzen arbeiten.

Hinzu kommen Erleichterungen beim Pflanzenschutz und auch das Unkrautjäten gestaltet sich deutlich einfacher. Ausläuferbildende Unkräuter etwa können ebenso wie Rasengräser erst gar nicht von angrenzenden Rasenflächen einwandern. Unkrautsamen verbreiten sich vorwiegend bodennah, zudem sind Sämlinge im Hochbeet schneller entdeckt und entfernt.

Sogenannte Tischbeete oder "unterfahrbare Hochbeete" erleichtern darüber hinaus auch das Gärtnern vom Rollstuhl aus.

Wachstumsschub

Natürlich kann man ein Hochbeet auch mit Erde aus dem Garten oder mit gekaufter Blumenerde befüllen. Echte Hochbeete besitzen jedoch eine raffinierte Füllung, die aus ihnen weit mehr macht als einen geräumigen Pflanzkasten. Ähnlich einem Komposter enthalten sie einen hohen Anteil an Gartenabfällen, die nach und nach von Bodenorganismen zersetzt werden. Die dabei entstehende Wärme verlängert die Anbausaison im Frühjahr und im Herbst um einige Wochen, während die freigesetzten Nährstoffe die Pflanzen versorgen.

Sackt die Hochbeetfüllung nach einiger Zeit in sich zusammen, wird mit Roh- und Feinkompost aufgefüllt. Nach etwa sechs Jahren ist eine komplette Neubefüllung sinnvoll.

BZL-Broschüre

Von Apfel bis Zucchini - Das Jahr im Garten

Wer Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten ernten will, braucht das richtige Timing. Die Broschüre leitet durchs Gartenjahr und erklärt, welche Aufgaben Monat für Monat im Garten anliegen und was wann gesät oder gepflanzt werden kann.

Zur Broschüre

Tipps zum Bau oder Kauf eines Hochbeets

Ein einfacher, preisgünstiger Holzkasten lässt sich relativ leicht selbst bauen. Eine innenliegende Folie ist nicht zwingend notwendig. Zwar wird das Holz durch den Erdkontakt mit der Zeit morsch; steht nach etwa sechs Jahren eine Neubefüllung des Hochbeets an, ist ein kompletter Neubau aber mitunter ohnehin die einfachste Lösung. Eine nahezu unbegrenzte Haltbarkeit hat ein Hochbeet aus Stein.

Damit man später die ganze Beetfläche bequem bearbeiten kann, sollte die Breite bei einem Wandbeet der eigenen Armlänge entsprechen. Bei einem freistehenden Beet sollte die Breite maximal das Doppelte der eigenen Armlänge betragen. Gemessen ab der Bodenoberfläche wird meist eine Höhe von 70 bis 90 Zentimetern als angenehm und zudem optisch ansprechend empfunden.

Wer nicht selbst Hand anlegen möchte, findet im Handel Bausätze und fertige errichtete Hochbeete. Erhältlich ist eine Vielzahl von Varianten, beispielsweise eckige, runde oder frei geformte, aus Holz, (Kunst-)Stein, Kunststoff, Cortenstahl, verzinktem Stahlblech oder aus Gabionen (mit Steinen zu befüllende Drahtkörbe).

Hochbeet aufstellen und befüllen

Zucchini sind, ebenso wie Tomaten, besonders geeignet für ein neu angelegtes Hochbeet.
Quelle: ideeone via Getty Images
  1. Suchen Sie zunächst einen geeigneten Platz. Um die Sonneneinstrahlung optimal zu nutzen, sollte das Hochbeet in Nord-Süd-Richtung stehen. Bei Balkonen und auf Dächern vor dem Aufstellen die maximale Traglast in Erfahrung bringen – ein Kubikmeter Erde kann um die 1,8 Tonnen wiegen!
  2. Soll das Hochbeet auf einer Rasenfläche stehen, werden mit einem Spaten zunächst die Rasensoden abgeschält. Anschließend den Boden 20 bis 25 Zentimeter tief ausheben, damit das Hochbeet sicher steht.
  3. Hochbeet aufstellen. Damit sich später keine Wühlmäuse einnisten, den Boden mit Maschendraht auslegen (max. 13 Millimeter Maschenweite).
  4. Als unterste Schicht 30 Zentimeter hoch Äste und Zweige einfüllen – nur grob zerkleinert denn diese Lage sorgt für die Belüftung des Beetes. Ohne ausreichende Belüftung können die Bodenorganismen nicht richtig arbeiten und das organische Material fault, statt zu wertvollem Humus zu werden.
  5. Auf die Zweige gegebenenfalls die abgetragenen Rasensoden legen (Grasfläche nach unten). Dann 30 Zentimeter hoch Herbstlaub füllen und ein wenig mit der Gießkanne befeuchten.
  6. Auf das Laub 30 Zentimeter hoch Rohkompost einfüllen.
  7. Eine 15 Zentimeter starke Lage gut verrotteter Kompost bildet die Deckschicht.

Im ersten Standjahr werden am meisten Nährstoffe freigesetzt, als Starter eignen sich daher Tomaten, Zucchini und andere Starkzehrer. Darauf können Mittelzehrer wie Kohlrabi, Mangold und Fenchel folgen und anschließend Schwachzehrer wie Salat, Radieschen, Erbsen oder Kräuter.

Sollen von Beginn an vorwiegend Schwachzehrer angebaut werden, etwa bei einem reinen Kräuterbeet, mischen Sie für die Abschlussschicht den Feinkompost mit Gartenerde und Sand im Verhältnis 1:1:2. (Beispiel: In einer Schubkarre einen Eimer Feinkompost mit einem Eimer Gartenerde und zwei Eimern Sand vermengen.)


Weitere Informationen

BZL-Broschüre: Von Apfel bis Zucchini


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