Gärtnern für Faule – Sieben pflegeleichte Gemüse und Salate
Letzte Aktualisierung: 12. Februar 2026
Gemüse anzubauen muss nicht aufwändig sein. Wir stellen sieben pflegeleichte Gemüse vor und geben Tipps, wie im Garten Arbeit eingespart werden kann.
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In Kürze
- Besonders pflegeleicht sind Gemüsesorten, die wenig Kulturarbeit benötigen und seltener von Krankheiten oder Schädlingen befallen werden.
- Pflegeleicht sind etwa Kartoffeln, Zucchini, Bohnen, Mangold und Zwiebeln.
- Feldsalat und Rucola sind pflegeleichte Salate.
- Auch Gartentricks wie Mulchen, das Einarbeiten von Kompost oder eine automatische Bewässerung verringern den Arbeitsaufwand.
- Viele pflegeleichte Gemüse wachsen auch auf dem Balkon.
Was macht den Gemüseanbau arbeitsaufwändig?
Unkraut jäten, Gießkannen schleppen, Pflanzen anbinden, anhäufeln, schneiden und düngen –Gemüsepflanzen wollen gehegt und umsorgt werden. Besonders aufwändig ist das Vorziehen von kälteempfindlichen Jungpflanzen im Warmen. Auch das Vereinzeln der Pflänzchen ist mühsam. Dazu kommt die regelmäßige Kontrolle auf Krankheiten und Schädlinge und eventuelle Gegenmaßnahmen.
Warum sind manche Gemüse pflegeleichter als andere?
Die Ansprüche der verschiedenen Gemüsearten sind unterschiedlich. Manche sind empfindlich gegenüber Krankheiten und Schädlingen, andere sind robust und widerstandsfähig. Während zum Beispiel Tomaten ständig umsorgt, angebunden, ausgegeizt, viel gegossen, gedüngt und auf Krankheiten überprüft werden wollen, kommen andere Gemüsearten fast allein zurecht.
Deshalb ist es besonders hilfreich, bereits bei der Anbauplanung auf eine geschickte Pflanzenauswahl zu achten. Denn zum Glück gibt es pflegeleichte Gemüsesorten, die mit wenig Aufwand üppige Ernten liefern. Kartoffeln, Mais, Zucchini und Mangold sind nur einige Beispiele für Gemüse, das auch ohne viel Zuwendung gut gedeiht.
Wir stellen sieben pflegeleichte Gemüse und Salate vor. Sie müssen nicht vorgezogen werden und zeichnen sich dadurch aus, dass sie nicht zu häufig gegossen werden müssen und bei richtiger Standortwahl widerstandsfähig gegenüber Krankheiten und Schädlingen sind. Richtige Standortwahl bedeutet zum Beispiel, dass die Pflanze genug Licht bekommt und der Boden nicht zu sandig oder zu lehmig ist. Außerdem wachsen viele dieser Pflanzen schnell und beschatten rasch den Boden, was Unkräuter unterdrückt. Praktisch, wenn man keine Lust aufs Jäten hat!
Wie kann man sonst den Arbeitsaufwand verringern?
Nicht alle Gartenfans haben Zeit und Lust, sich täglich um ihre Pflanzen zu kümmern. Die gute Nachricht: Es gibt Tricks, den Aufwand zu verringern: Häufiges Wässern kann man zum Beispiel mit dem Einsatz von automatischer Bewässerung, aber auch mit Gründüngung und dem Einarbeiten von Kompost vermeiden.
Mulchen hilft nicht nur dabei, den Boden gleichmäßig feucht zu halten, sondern unterdrückt auch lästige Beikräuter. Für Gemüsearten, die vereinzelt werden müssen, bieten sich Saatbänder an. Auf diesen sind die einzelnen Samen bereits im richtigen Abstand aufgebracht.
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1. Kartoffeln – pflegeleicht und ertragreich
Vorteile: Einfaches Einpflanzen, wenig Unkrautjäten, wenige Krankheiten und Schädlinge, wenig Gießen, hoher Ertrag.
Kartoffeln zählen zu den pflegeleichtesten Gemüsekulturen. An einem sonnigen Standort mit lockerem Boden wachsen sie problemlos. In milden Gegenden können die Pflanzknollen schon im März gesetzt werden, sonst Mitte April. Die Knollen treiben rasch aus und bilden dichtes Laub, so dass Unkraut weitgehend unterdrückt wird.
In der Folge häufelt man die Pflanzen lediglich ein- oder zweimal an, so dass schließlich ein circa zwanzig Zentimeter hoher Wall entsteht. Darin entwickeln sich die Knollen. Reif und lagerfähig sind Kartoffeln etwa zwei Wochen nachdem das Laub welkt. Frühkartoffeln können schon ab der Blüte geerntet werden.
Kartoffeln müssen kaum gegossen werden. Lediglich bei Trockenheit sollte man sie ein- oder zweimal in der Woche wässern. Dabei sollten die Blätter trocken bleiben, um Krankheiten zu vermeiden.
Kartoffeln lassen sich auch sehr gut auf dem Balkon kultivieren, eine Anleitung gibt es hier.
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2. Zucchini – schneller Wuchs und satte Ernte
Vorteile: Aussaat direkt ins Beet, wenig Unkrautjäten, wenige Krankheiten und Schädlinge, hoher Ertrag, lange Ernteperiode.
Obwohl Zucchini als wärmeliebende Pflanzen gerne im Warmen vorgezogen werden können, lässt sich diese Vorarbeit sparen. Das Gemüse kann ab Mitte Mai direkt im Freien ausgesät werden. Dafür muss man dann etwas länger auf die erste Ernte warten.
Zucchini benötigen recht viel Wasser. Ein humoser Boden, der viel Wasser speichern kann, ersetzt allzu häufiges Gießen, ebenso wie eine Mulchdecke, die die Feuchtigkeit im Boden hält. Das vermindert auch den Aufwand für das lästige Unkrautjäten. Die Pflanzen wachsen schnell und üppig und benötigen daher viel Platz. Setzt man sie in die Nähe eines Zaunes, muss man sich nicht um die Stütze kümmern – sie ranken oft von allein an diesem hoch. Geerntet werden kann oft schon vier Wochen nach der Aussaat bis zum ersten Frost. Für die meisten Haushalte reichen ein oder zwei Pflanzen aus.
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3. Bohnen – holen sich ihren Dünger selbst
Vorteile: Aussaat direkt ins Beet, wenige Krankheiten und Schädlinge, lange Ernteperiode, wenig Düngen, wenig Gießen, befestigen sich selbst am Zaun oder Rankgerüst.
Alle Bohnenarten können als Hülsenfrüchte Stickstoff aus der Luft binden und haben deshalb einen geringen Düngebedarf. Nur in heißen Wetterphasen müssen Bohnen häufiger gewässert werden, eine Mulchschicht hilft, die Feuchtigkeit im Boden zu halten. Sät man Stangenbohnen nah an einem Zaun, an dem sie sich hochwinden können, so spart man sich das Setzen der Rankhilfe.
Buschbohnen benötigen keine Rankhilfe, da sie buschig wachsen. Bohnen fühlen sich auch auf dem Balkon wohl, wenn die Pflanzgefäße groß genug sind (mindestens zehn Liter) und für Stangenbohnen eine Rankhilfe vorhanden ist.
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4. Mangold – einmal pflanzen, lange ernten
Vorteile: Aussaat direkt ins Beet, wenige Krankheiten und Schädlinge, lange Ernteperiode, wenig Unkrautjäten, wenig Gießen, wenig Düngen.
Mangold gibt es in vielen farbenfrohen Varianten, er ist nicht nur ein kulinarischer Genuss, sondern auch eine Augenweide. Im Garten ist er anspruchslos. Gesät werden kann er schon ab April, da er leichten Frost gut übersteht. Wenn die Blätter etwa zehn Zentimeter groß sind, kann regelmäßig geerntet werden, bis zu den ersten Frösten.
Dabei darauf achten, dass das Herz der Pflanze nicht verletzt wird, damit sie weiterwachsen kann. Werden die Pflanzen im Winter vor stärkeren Frösten geschützt, können sie sogar noch im nächsten Frühjahr geerntet werden. Erst wenn die Pflanze schießt, sich also der Stängel streckt, endet die Erntezeit.
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5. Wintersteckzwiebeln – frisches Grün schon im Frühjahr
Vorteile: Einfaches Einpflanzen, wenige Krankheiten und Schädlinge, wenig Unkrautjäten, wenig Gießen, kaum Pflege.
Wintersteckzwiebeln sind der Geheimtipp für “faule” Gärtnerinnen und Gärtner. Anfang Oktober in den Boden gesteckt, entwickeln sie sich über den Winter fast von allein. Im Frühjahr müssen sie nur wieder herausgezogen werden. Richtig große Zwiebeln bilden die Pflanzen zwar erst im Mai, aber auch vorher können schon kleinere geerntet werden. Die Blätter können übrigens auch verwendet werden.
Der Vorteil der Winterkultur liegt darin, dass die Beete sinnvoll genutzt werden und Zwiebelfliegen in der Kälte nicht aktiv sind. Außerdem muss im Winter meistens nicht gegossen werden. Vorsicht beim Kauf der Steckzwiebeln: es gibt auch Sommersteckzwiebeln, das sind jedoch andere Sorten, mit denen das nicht funktioniert.
Eine weitere Zwiebel für die Winterkultur ist die Winterheckenzwiebel. Sie bildet keine Zwiebeln, geerntet werden ihre Blätter. Sie ist sehr robust, mehrjährig und wächst auch bei niedrigen Temperaturen.
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6. Mais – am besten mit den richtigen Partnern
Vorteile: Aussaat direkt ins Beet, wenige Krankheiten und Schädlinge, leichtes Unkrautjäten, wenig Gießen, leichte Ernte.
Zuckermais aus dem eigenen Garten ist lecker und benötigt kaum Pflege. Auch bei dieser wärmeliebenden Pflanze kann man auf die arbeitsintensive Anzucht verzichten und ab Ende April direkt im Freiland aussäen. Mais wurzelt tief und muss daher nicht so oft gegossen werden. Zwischen den robusten Halmen lässt sich Unkraut leicht entfernen, ohne dass die Maispflanzen dabei beschädigt werden. Die großen Kolben machen bei der Ernte wenig Mühe.
Bei niedrigen Temperaturen sollten die jungen Pflanzen mit einer Abdeckung geschützt werden. Häufelt man die Pflanzen etwas an, wenn sie circa 30 Zentimeter groß sind, erhöht das die Standfestigkeit. Am allerbesten gedeiht Mais in einer bewährten Mischkultur mit seinen “Lieblingsnachbarn” Bohne und Kürbis, der sogenannten Milpa.
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7. Feldsalat und Rucola – robuste Salate
Vorteile: Aussaat direkt ins Beet, wenige Krankheiten und Schädlinge, wenig Gießen, wenig Düngen, sät sich selbst aus, lange Ernteperiode.
Feldsalat kann zwar im zeitigen Frühjahr gesät und im Mai geerntet werden, seine wahre Stärke kommt aber im Winter zum Tragen: Bei Aussaat im Herbst können die kleinen, aber robusten Blätter im Winter und Vorfrühling geerntet werden, wenn sonst nur wenig frisches Erntegut vorhanden ist. Im Winter muss zudem nicht so oft gegossen werden und auch an die Düngung stellt Feldsalat keine hohen Ansprüche. Schnecken mögen den Salat nicht und sind im Winter ohnehin nicht mehr aktiv. Feldsalat sollte nicht zu dicht gesät werden, sonst bleiben die Rosetten klein, die unteren Blätter vergilben dann und der Salat ist schwer zu putzen.
Unter “Rucola” werden verschiedene Pflanzenarten aus der Familie der Kreuzblütler zusammengefasst, vor allem die Öl-Rauke Eruca vesicaria ssp. sativa und die Wilde Rauke Diplotaxis tenuifolia. In Kultur und Geschmack sind sie sich sehr ähnlich. Ausgesät werden kann schon ab März direkt ins Freiland, die Pflänzchen müssen nicht vereinzelt werden. Die erste Ernte kann nach vier Wochen erfolgen. Schnecken spielen an Rucola keine große Rolle, da sie die eher festen Blätter meiden.
Im Vergleich zu anderen Salaten muss Rucola wesentlich weniger gegossen werden. Rauke verbreitet sich oft von selbst im Garten, wenn man einzelne Pflanzen bis zur Fruchtreife wachsen lässt. Dann muss man im Folgejahr nur schauen, wo sich die jungen Pflänzchen angesiedelt haben und kann direkt ernten. Wilde Rauke ist sogar mehrjährig und die älteren Pflanzen sind meist robuster. Allerdings sind die Blätter dann wesentlich derber und weniger schmackhaft als im ersten Jahr.
Sowohl Feldsalat als auch Rucola wachsen auch gut auf dem Balkon.
