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Bauernhofpädagogik – Landwirtschaft hautnah erleben

Bauernhöfe sind für junge Menschen ideale Lernorte, um ihre motorischen, handwerklichen, sozialen und intellektuellen Fähigkeiten zu erweitern.

Zwei Kinder füttern Rinder im Stall
Die Kinder haben Spaß beim Füttern der Tiere.
Quelle: stefano - stock.adobe.com

Kühe, Hühner und Ziegen – viele Kinder kennen Nutz- und Haustiere nur noch von Bildern. Häufig wissen sie nicht, wie Gemüse, Obst und Getreide wächst und wie es zu den Lebensmitteln verarbeitet wird, die sie täglich essen.

Seit einigen Jahren versucht die Bauernhofpädagogik diesen verlorengegangenen Bezug zur Landwirtschaft wieder herzustellen. Bauernhöfe stellen ideale Lern- und Erlebnisorte für Kinder und Jugendliche dar. Sie ermöglichen nachhaltiges und effizientes Lernen durch direkte Sinneserfahrungen.

Schulbauernhöfe als Lernorte

Die Arbeit auf einem landwirtschaftlichen Betrieb ist vielfältig und bietet damit diverse Lernmöglichkeiten: Motorische, handwerkliche, soziale und intellektuelle Fähigkeiten können hier erworben und eingeübt werden. Zahlreiche Schlüsselkompetenzen werden gefördert, denn die Versorgung und der Umgang mit Tieren erfordert verantwortliches und vorausschauendes Handeln. Durch die Zusammenarbeit mit den anderen Kindern und die Reaktion der Tiere wird ein soziales Miteinander vermittelt. Außerdem findet eine spielerische Wissensvermittlung rund um den Bauernhof statt. Auf dem Bauernhof können Kinder lernen, entdecken, forschen, staunen, füttern, ausmisten, pflanzen, buddeln, klettern und rennen.

Angebote von Schulbauernhöfen reichen von Hofführungen über Projekte zu Schwerpunktthemen bis hin zu mehrtägigen Aufenthalten, bei denen die Kinder aktiv auf dem Hof mitarbeiten. Unterschiedliche Schularten und Klassenstufen werden durch speziell auf sie angepasste Lernmöglichkeiten angesprochen.

Schüleraufenthalte auf dem Bauernhof sind meist nach dem "Konzept der Bildung für nachhaltige Entwicklung" (BNE) strukturiert. Doie Schülerinnen und Schüler sollen dadurch Gestaltungskompetenzen auf ökologischen, ökonomischen und sozial-kulturellen Gebieten erwerben. Indem sie unmittelbar in der Lebensmittelproduktion mitarbeiten, lernen sie den Wert von Lebensmitteln kennen. Sie erfahren, wie Pflanzen abhängig von Boden, Wetter und Landschaft wachsen und übernehmen bei der Pflege der Tiere Verantwortung und, üben Achtsamkeit mit Lebendigem.

BZL-Broschüre

Lernort Schulgarten - Projektideen aus der Praxis

Die Broschüre stellt 50 Ideen für Schulgärten vor und gibt Lehrerinnen und Lehrern konkrete Anregungen, wie sie auch an ihrer Schule einen Schulgarten realisieren können.

Zur Broschüre

Angebote für alle Altersgruppen

Bauernhöfe sind auch für Zielgruppen jenseits der Schule ein attraktiver Erlebnis- und Bildungsort. In Bauernhofkindergärten erhalten schon die Kleinsten erste spielerische Einblicke in den landwirtschaftlichen Kreislauf. Zunehmend richten sich agrarpädagogische Angebote landwirtschaftlicher Betriebe auch an Erwachsene: Menschen, die auf einem Bauernhof mitarbeiten möchten, Senioren, die freiwillig auf dem Hof mit anpacken, Demenzerkrankte, die Pflanzen und Tiere dort mit allen Sinnen erleben können.

Auf der Internetseite der Bundesarbeitsgemeinschaft Lernort Bauernhof (BAGLoB) sind zahlreiche Einrichtungen gelistet die sich mit ihren Angeboten an alle Altersgruppen richten. Die BAGLoB agiert als Dachverband für verschiedene pädagogische Initiativen, Projekte und Institutionen, die sich unter dem Stichwort "Lernort Bauernhof" in den meisten Bundesländern gebildet haben.


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