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Fragen Sie einen Landwirt!

An dieser Stelle beantworten Landwirtinnen und Landwirte Fragen von Verbraucherinnen und Verbrauchern. Falls auch Sie eine Frage haben, freuen wir uns von Ihnen zu hören! Hier können Sie uns Ihre Frage übermitteln:  Fragen Sie einen Landwirt!


Bereits beantwortete Fragen*

Häcksler bei der Ernte von Pappeln einer Kurzumtriebsplantage
Quelle: landpixel.de

Frage von Bernhard Breskewiz:

Gehört der Anbau von Bäumen auch zur Landwirtschaft oder ist es Forstwirtschaft, wenn man Holz als nachwachsenden Rohstoff anbaut? Und darf man zum Beispiel auf einem Kartoffelacker auch Bäume anpflanzen?

Antwort von Georg Rahlfs:

Eigentlich würde ich hier weder von Landwirtschaft noch von Forstwirtschaft, sondern von Energiewirtschaft sprechen. Im weitesten Sinne kann man das aber auch unter Landwirtschaft fassen, da wir Landwirte seit der Energiewende nicht mehr nur die Aufgabe haben Lebensmittel zu produzieren, sondern auch nachwachsende Rohstoffe für die Energiewirtschaft bereitzustellen.   

Grundsätzlich ist es schon erlaubt einen Acker in eine Kurzumtriebsplantage, auf der schnell wachsendes Holz angebaut wird, umzuwandeln. Das würde aber kaum ein Landwirt machen, da wir ohnehin schon das Problem haben, dass zu viel landwirtschaftliche Fläche versiegelt wird, sodass wir Landwirte bestrebt sind, unsere wertvollen Ackerflächen zu erhalten.

Wenn die energetische Nutzung des Holzes sichergestellt ist, das in einem solchen Fall nach zwei bis fünf Jahren geerntet und dann zum Beispiel zu Hackschnitzeln verarbeitet wird, lässt sich eine Kurzumtriebsplantage mit Energieholz aber durchaus wirtschaftlich betreiben.

Wenn man statt Energieholz einen richtigen Wald anlegen will, sprechen wir natürlich von ganz anderen Zeiträumen. Das ist dann eine Generationenfrage und es dauert 50 Jahre bis das Holz vermarktet werden kann.


Milchwagen vor Kuhstall
Quelle: Countrypixel - stock.adobe.com

Frage von Anouk Siegrist:

Liebe Landwirtinnen und Landwirte, was sind die Gründe dafür, dass Landwirtschaftsbetriebe Überschussware haben? Was geschieht mit diesen Überschüssen? Für welche Betriebe sind Überschüsse ein Problem und wie ließe sich das Ihrer Ansicht nach lösen?

Antwort von Reiner Schmidt:

Ich als Milchviehhalter habe so gesehen keine Überschüsse, die ich nicht absetzen kann. Das ist alles eine Frage des Preises und der Verteilung. Wenn zu viel Milch auf dem Markt ist, kriegen wir geringere Preise. Und was auf dem hiesigen Markt nicht abgesetzt werden kann, wird als Magermilchpulver eingelagert oder geht auf den Weltmarkt. Ob das sinnvoll oder rentabel ist, ist wieder eine andere Frage.

Aber was der Markt aus unserer Produktion macht, da haben wir Landwirte keinen Einfluss drauf und keine Steuerungsmöglichkeit. Dafür sind wir viel zu weit weg vom Marktgeschehen. Letztlich spielt der Lebensmittelhandel seine Macht aus und drückt die Preise, wenn der Markt gesättigt ist. Für uns wäre es ideal, wenn die Molkereien langfristige Verträge mit dem Lebensmittelhandel und mit uns Milchbauern machen würden und wir wüssten, welche Menge wir zu welchem Preise liefern können.

Aber die Sorgen, dass wir auf unserer Ware sitzenbleiben, haben wir nicht. Das betrifft eher Gemüsebauern. Wenn sie z.B. Spargel oder Erdbeeren anbauen, dann gibt es nur eine relativ kurze Spanne, in der sie ihr Produkt verkaufen können. Und was sie hier nicht verkauft kriegen, können sie schlecht verpacken und über den Ozean verschiffen.


* Die Antworten werden vom Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL) inhaltlich nicht verändert. Sie spiegeln die Meinung des befragten Landwirts wider und nicht zwangsläufig die des BZL.